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Zukunftsorientierte Personalpolitik

Auf die künftigen Herausforderungen stellt sich das Segment Steel mit Neueinstellungen, Personalentwicklungsprogrammen, Aus- und Weiterbildung ein. Zudem bildet die Optimierung der Prozesse beim Arbeits- und Brandschutz, Gesundheits- und Ideenmanagement einen Schwerpunkt der Personalarbeit.

Belegschaften Segment Steel

Belegschaften Segment Steel

Zahl der Mitarbeiter im
Ausland steigt stärker
als im Inland.

In den Gesellschaften des Segments Steel waren am 30. September 2007 ins gesamt 39.559 Mitarbeiter beschäftigt, 719 mehr als am Ende des Geschäftsjahres 2005/2006. Das ist vor allem auf den Erwerb neuer Aktivitäten und die strategischen Investitionen in Brasilien, Nordamerika und Europa zurückzuführen. Dies wirkte sich auf die Belegschaftsentwicklung in allen Business Units aus, wobei die Zahl der Mitarbeiter im Ausland prozentual stärker zunahm als im Inland. Ihr Anteil an der Gesamtbelegschaft liegt heute bei 25 %.

Mitarbeiter Steel ausserhalb Deutschlands 1)

Mitarbeiter Steel ausserhalb Deutschlands

Innerhalb der Business Unit Steelmaking wurde der planmäßige Personalauf bau bei ThyssenKrupp CSA in Brasilien fortgesetzt. Am Ende des Geschäftsjahres 2006/2007 waren dort insgesamt 389 Mitarbeiter beschäftigt. Die neu gegründete Gesellschaft ThyssenKrupp Steel USA, LLC in Alabama hat mit einem kleinen Stab von Mitarbeitern ihre Arbeit aufgenommen.

Die Belegschaft der Business Unit Industry blieb mit rund 9.150 Mitarbeitern relativ konstant. Die Inbetriebnahme des Stahl-Service-Centers in Polen sowie neue Vertriebsstützpunkte der Bauelemente-Gruppe in Osteuropa und Großbritannien führten in diesen Bereichen zu einem höheren Personalbedarf.

Qualifizierte Belegschaft

Qualifizierte Belegschaft: Brasilianische Ingenieure lernen in den Duisburger Betrieben.

In der Business Unit Auto erhöhte sich die Mitarbeiterzahl in erster Linie durch den Hochlauf der Tailored Blanks-Standorte in China und Schweden sowie die Neugründung in der Türkei. In den Personalzahlen ist erstmalig der dem Segment Steel zugeordnete Bereich Metal Forming enthalten, der am 30. September 2007 insgesamt 8.218 Mitarbeiter beschäftigte. Der leichte Belegschaftsanstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf neue Aktivitäten in Brasilien und der Türkei sowie die Geschäftsausweitung in China und Indien zurückzuführen. Dies wird nahezu kompensiert durch einen Personalabbau bei ThyssenKrupp Sofedit in Frankreich.

Die Belegschaft der Business Unit Processing stieg ebenfalls leicht an. Bei Weißblech resultierte der Aufbau in erster Linie aus einer Anpassung der Logistik-Aktivitäten an das gestiegene Transportaufkommen. Der Bereich Elektroband erhöhte die Mitarbeiterzahl zur Begleitung der Kapazitätserweiterung schwerpunktmäßig in Frankreich.

Rekrutierungskampagne „200 Perspektiven“

Angebot der „200 Perspektiven“
konzentriert sich insbesondere
auf Ingenieure.

Für die Umsetzung der Wachstumsstrategie im In- und Ausland wird zusätzliches Personal mit hoher Qualifikation benötigt. Daher hat die ThyssenKrupp Steel AG im Geschäftsjahr 2006/2007 die Rekrutierungskampagne „200 Perspektiven“ gestartet, mit der seit längerer Zeit erstmals wieder in größerem Umfang neue Mitarbeiter rekrutiert werden. Einstellungen von Professionals und Trainees konzentrierten sich insbesondere auf Ingenieure für den Produktionsbereich und die Investitionsprojekte. Weitere Kräfte wurden für Forschung, Vertrieb und Controlling eingestellt. Um auf dem stark umkämpften Arbeitsmarkt den Personalbedarf quantitativ und qualitativ bedarfsgerecht decken zu können, werden die Rekrutierungsaktivitäten weiter verstärkt.

Personalarbeit im Rahmen der Vorwärtsstrategie

Die Internationalisierung unseres Unternehmens stößt auf eine große Resonanz in der Belegschaft. Bisher haben 300 Mitarbeiter ernsthaftes Interesse an einem Auslandseinsatz – speziell in den USA – bekundet. Im Berichtsjahr wurde deshalb die Workshopreihe „Internationaler Personaleinsatz“ für Führungs- und Führungsnachwuchskräfte fortgeführt. 250 Teilnehmer sind bisher über die Rahmenbedingungen für einen Auslandseinsatz bei internationalen Investitionsprojekten informiert worden. Ein wichtiges Element bildeten dabei Erfahrungsberichte von Expatriates. Grundsätzlich ist es das Ziel, Mitarbeiter vor Ort zu rekrutieren. Vor allem in der jeweiligen Aufbauphase ist es aber auch wichtig, Know-how aus Deutschland für unsere Auslandsprojekte zur Verfügung zu stellen.

Aufbau eigener Fachkräfte

Aufbau eigener Fachkräfte: Die modernen Ausbildungsstätten von ThyssenKrupp Steel schaffen die Voraussetzungen.

Um am neuen Produktionsstandort von ThyssenKrupp CSA in der Nähe von Rio de Janeiro ein hohes Qualifikationsniveau der brasilianischen Mitarbeiter zu gewährleisten, wurde eine umfangreiche Qualifizierung an vergleichbaren Anlagen in Deutschland gestartet. Begleitet wird diese Maßnahme von Sprachunterricht und Schulungen zu fachspezifischen Themen in den Bereichen Gesundheit, Arbeits- und Brandschutz, Umweltschutz und Qualität.

Neue Personalentwicklungssystematik

Mehr Transparenz für die
Einschätzung der Leistungen
und Potenziale von
Führungskräften.

Mit einer im Geschäftsjahr 2006/2007 neu eingeführten Systematik für die Personalentwicklung wird mehr Transparenz für die Einschätzung von Leistung und Potenzialen leitender und außertariflicher Mitarbeiter geschaffen. Damit können wir künftig Talente im Unternehmen gezielter fördern, eine individuelle Karriereplanung ermöglichen und Führungspositionen noch besser besetzen. Nach einer Pilotphase in der Division Metallurgie ist ab dem Geschäftsjahr 2007/2008 die Ausweitung der neuen Systematik auf das gesamte Segment Steel vorgesehen.

Ausbildungsquote auf hohem Niveau

ThyssenKrupp Steel sieht in der Berufsausbildung einen wichtigen Schritt, um eigene Fachkräfte aufzubauen, Wissen zu transportieren und damit seine Zukunft zu sichern. Daher werden im Rahmen der kaufmännischen und technischen Ausbildung anerkanntermaßen fundierte, praxisorientierte Kenntnisse und Fertigkeiten auf hohem Niveau vermittelt. Ausbildungsplätze bei den Unternehmen des Segments Steel sind nach wie vor sehr begehrt. Im Berichtsjahr bewarben sich rund 9.500 junge Menschen, dies entspricht einer Quote von 20 Bewerbern auf einen der 473 angebotenen neuen Ausbildungsplätze. Die in den letzten Geschäftsjahren intensivierten Informationsaktivitäten wie beispielsweise „Treffpunkt Ausbildung“, vielfältige Beratergespräche und Kooperationen mit Schulen zeigen spürbaren Erfolg.

Ausbildungsquote ThyssenKrupp Steel-Inland in % der Gesamtbelegschaft 1)

Ausbildungsquote ThyssenKrupp Steel-Inland

Ende September 2007 befanden sich bei den inländischen Gesellschaften 1.645 Mitarbeiter in einem Ausbildungsverhältnis, die Ausbildungsquote er reichte mit 5,6 % wieder das Vorjahresniveau.

Programm Zukunft

Programm Zukunft: Projektorganisation zu den Schwerpunktthemen aufgesetzt.

Programm Zukunft: Schwerpunktthemen definiert

Antworten auf die Heraus-
forderungen durch den
Demografiewandel.

Mitte 2006 hatte die ThyssenKrupp Steel AG gemeinsam mit den Tarifparteien und dem Betriebsrat eine Vereinbarung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung geschlossen. Damit verbunden ist das personalpolitische Konzept „Programm Zukunft“ als Antwort auf die Herausforderungen, die sich durch den demografischen Wandel und eine älter werdende Belegschaft ergeben. Im Rahmen des Programms arbeiten die Tarifmitarbeiter eine Stunde in der Woche weniger und verzichten auf Entgeltanteile. Im Gegenzug werden bis zum Jahr 2013 mindestens 1.000 Ausgebildete unbefristet übernommen, 500 zusätzliche Stellen eingerichtet und 500 Altersteilzeitverträge angeboten. Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen und Instrumente entwickelt, die sich gezielt dem Thema Demografie und alternde Belegschaft widmen.

Bausteine des Programms Zukunft

Bausteine des Programms Zukunft

Nach einem Informations- und Diskussionsforum für Führungskräfte, Betriebsräte und Vertreter der Tochtergesellschaften im Frühjahr 2007 wurde eine Projektorganisation mit zunächst vier Schwerpunktthemen aufgesetzt: „Integration Leistungsgewandelter“, „Betriebliches Gesundheitsmanagement“, „Familienfreundliches Unternehmen und Arbeitszeitgestaltung“ sowie „Wissenstransfer“.

Brandschutz im Fokus

Brandschutz im Fokus: Im Rahmen des Programms BrandschutzPlus wird massiv in die Sicherheitstechnik investiert.

„Null Unfälle“ und „Keine Brände“ wesentliche Unternehmenziele

Die Senkung der Unfallhäufigkeit stand im Geschäftsjahr 2006/2007 ebenso wie die Stärkung des Brandschutzes im Fokus. Im Rahmen des Programms BrandschutzPlus wird massiv in die Sicherheitstechnik investiert, gleichzeitig werden konzernweite Brandschutz-Qualifikationen für Mitarbeiter durchgeführt. ThyssenKrupp Steel setzt neben umfangreichen technischen Maßnahmen verstärkt auf die Verhaltensprävention der am Prozess beteiligten Menschen; denn eine nachhaltige Reduzierung von Unfällen und Bränden gelingt nur durch das optimale Zusammenspiel von technischen Maßnahmen auf der einen sowie Einstellungs- und Verhaltensänderungen unserer Mitarbeiter auf der anderen Seite.

Arbeitsschutz stellt die
Prävention segmentweit
in den Mittelpunkt.

An dem Pilotprojekt „Einstellungs- und Verhaltensänderung in der Arbeitssicherheit“ haben bisher 3.000 Mitarbeiter aus verschiedenen Produktionsbereichen teilgenommen. Hierbei steht, zum Beispiel im Rahmen von Risiko-Lehrgängen, das direkte Gespräch zwischen Führungskräften und Mitarbeitern im Vordergrund. Die Pilotphase ist nahezu beendet; im Geschäftsjahr 2007/2008 erfolgt die Ausweitung auf andere Bereiche. Auch die Lieferanten und im Unternehmen eingesetzten Fremdfirmen werden in diesen Prozess mit einbezogen und an speziellen Lieferantentagen für die ThyssenKrupp Steel Sicherheitskriterien sensibilisiert und verpflichtet, diese Standards einzuhalten.

Meldepflichtige Betriebsunfälle der Gesamtbelegschaft je 1 Mio verfahrener Arbeitsstunden

Meldepflichtige Betriebsunfälle

Zwar sinkt die Unfallhäufigkeit im Segment Steel seit Jahren kontinuierlich, doch im Benchmark mit anderen deutschen Stahlunternehmen gibt es noch weiteres Verbesserungspotenzial. Aus diesem Grund wird der strategische Ansatz im Arbeitsschutz, der die Prävention in den Mittelpunkt stellt, sukzessive segmentweit implementiert. Dazu wurden bereits verschiedene Maßnahmenprogramme in den Tochterunternehmen ins Leben gerufen. Beispiele sind die Aktion „Augenblick mal“ bei Rasselstein und das „Integrative Modell Gesundheits-/Sicherheits-/Fehlzeitenmanagement“ bei Hoesch Hohenlimburg.

Professionell geführtes Gesundheitsmanagement

Professionell geführtes Gesundheitsmanagement: Identifizierung und Stärkung von gesund erhaltenden Faktoren sind die Schwerpunkte.

Am Standort des neuen Stahlwerks in Brasilien werden umfangreiche Arbeits- und Brandschutzmaßnahmen vorbereitet und umgesetzt. Zur Sicherstellung des Rettungsdienstes und des Brandschutzes auf der Baustelle sind qualifizierte Werkfeuerwehrleute mit entsprechender technischer Ausrüstung rund um die Uhr im Dienst. Dies ist der erste Baustein zum Aufbau einer dem Risikopotenzial angepassten Werkfeuerwehr. Parallel dazu werden Infrastruktur sowie Anlagentechnik des neuen Werks im Hinblick auf Brandschutzanforderungen optimal gestaltet. Als Planungsgrundlage gelten neben den lokalen Rechtsvorschriften die „ThyssenKrupp Best Practice Guidelines“.

Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements

Die Neuausrichtung der Gesundheitsförderung zeigt erste positive Wirkungen. Der im Segment Steel gewählte Ansatz ist durch die sukzessive Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements gekennzeichnet. Dabei geht es um die Entwicklung betrieblicher Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation sowie die Befähigung der Mitarbeiter zu entsprechendem Verhalten zum Ziel haben. Schwerpunkte sind ein effizientes Eingliederungsmanagement sowie die Identifizierung und Stärkung von gesund erhaltenden Faktoren. Die Krankheitsquote lag mit 5,0 % noch auf dem Niveau des Vorjahres.

Ideenmanagement mit positiven Impulsen

Beteiligungsquote beim
Ideenmanagement erreicht
beachtliches Niveau.

ThyssenKrupp Steel nutzt die Chance, den Mit-Arbeiter zum Mit-Gestalter werden zu lassen. Die Belegschaft entwickelte im letzten Geschäftsjahr eine Vielzahl innovativer Ideen zur Verbesserung von Prozessen, zur Arbeitssicherheit sowie zur Gestaltung der Arbeitsumgebung. Die Beteiligungsquote erreichte mit 584 Vorschlägen je 1.000 Mitarbeiter einen sehr guten Wert.

Insgesamt wurden 2,9 Mio € an Prämien ausgeschüttet, wobei 12,4 Mio € eingespart wurden. Die höchste Einzelprämie für den mit Abstand besten Vorschlag „Reduzierung von Schrottabschnitten im Einlauf der Feuerbeschichtungsanlage 8“ betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 48.702 €; der damit verbundene wirtschaftliche Vorteil beläuft sich auf jährlich 195.000 €.

Durch die konzernweit eingesetzte intranetbasierte Software „ThyssenKrupp Ideenmanagement“ im Verbund mit der noch intensiveren Einbindung von Mitarbeitern, Führungskräften und Betriebsräten soll das Ideenpotenzial hinsichtlich Qualität und Wirtschaftlichkeit weiter gesteigert werden.

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