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Wirtschaftliche EntwicklungWirtschaftliche Entwicklung

Positive Geschäftsentwicklung

ThyssenKrupp Steel profitierte im Berichtsjahr von der erfreulich soliden Nachfrage nach hochwertigem Qualitätsflachstahl. Teilweise konnte diese aus Kapazitätsgründen nicht vollständig bedient werden. Bei relativ stabilem Versand nahm der Umsatz weiter zu, weil die Stahlpreise wegen der hohen Rohstoffkosten angehoben wurden.

Kennzahlen Segment Steel

Kennzahlen Segment Steel

ThyssenKrupp Steel: Wertmässiges Auftragsplus

Der wertmäßige Auftragseingang des Segments Steel stieg erlösbedingt um 3 % auf 12,7 Mrd €. Die Auftragsmengen gaben im Schluss quartal aus saisonalen und lagerzyklischen Gründen nach. Insgesamt ging das mengenmäßige Ordervolumen um 6 % zurück.

Auftragseingang Segment Steel in Mrd €

Auftragseingang Segment Steel

Produktionslinien gut ausgelastet

Die Rohstahlproduktion übertraf mit 14,5 Mio t die Vorjahresmenge um 4 %. Der auf die Beteiligungsgesellschaft Hüttenwerke Krupp Mannesmann entfallende Anteil stieg um 20 %; dieser starke Zuwachs ist im Wesentlichen auf störungsbedingte Produktionsausfälle im vorangegangenen Geschäftsjahr zurückzuführen. In den eigenen Stahlwerken gelang es, trotz einer Großreparatur am Hochofen Schwelgern 1, die Erzeugung durch eine Vielzahl von Optimierungsmaßnahmen leicht auszuweiten. Um eine maximale Nutzung der Warmbandkapazitäten sicherzustellen, wurden weiterhin Brammen von Dritten zugekauft.

Moderne Stahlwerkstoffe

Neue, ressourcenschonende Leichtbaukonzepte: Moderne Stahlwerkstoffe und innovative Fertigungstechnik bilden die Basis.

Walzstahlerzeugung für Kunden in 1.000 t

Walzstahlerzeugung für Kunden

Viele Betriebe mit neuen
Höchstleistungen.

Die Walzstahlerzeugung für Kunden konnte ebenfalls um 4 % gesteigert werden und erreichte 15,8 Mio t. Alle wesentlichen Produktionslinien waren gut ausgelastet. Dabei nahm der Anteil beschichteter Erzeugnisse von 45 auf 46 % zu. In vielen Betrieben wurden durch Leistungs- und Produktivitätssteigerungen auf monatlicher oder jährlicher Basis Mengenrekorde erzielt. Eine etwas geringere Belegung einzelner Aggregate im Schlussquartal wurde für Investitions- und Reparaturstillstände genutzt.

Deutlich höherer Umsatz

Der Umsatz des Segments Steel nahm um 9 % auf 13,2 Mrd € nochmals deutlich zu. Dies ist im Wesentlichen auf die am Markt durchgesetzten Preiserhöhungen sowie einen höherwertigen Produktmix zurückzuführen. Der Versand blieb mit 14,1 Mio t auf hohem Niveau und übertraf die Vorjahresmenge leicht um 1 %. Bei der ThyssenKrupp Steel AG stieg der Umsatz um 10 % auf 9,1 Mrd €.

Umsatz Segment Steel nach Regionen 2006/2007 in %

msatz Segment Steel nach Regionen 2006/2007 in %

Crashsicherheit und Leichtbau

Crashsicherheit und Leichtbau: Tailored Blanks für die Warmumformung kombinieren unterschiedliche Materialeigenschaften.

Vom Außenumsatz des Segments Steel wurden im Geschäftsjahr 2006/2007 rund 52 % in Deutschland erzielt, nach 54 % im Vorjahr. Auf Kunden außerhalb Europas entfielen 10 %.

Umsatz nach Business Units in Mio €

Umsatz nach Business Units

In der Business Unit Steelmaking sind die Metallurgiestufen in Duisburg, die Logistikaktivitäten sowie die strategischen Wachstumsprojekte des Segments zusammengefasst. Hauptaufgabe ist die Versorgung der drei marktorientierten Business Units Industry, Auto und Processing mit qualitativ hochwertigem Vormaterial nach dem Cost-Center-Prinzip. Der Umsatz mit Roheisen, Brammen und Energie an externe Abnehmer übertraf wegen der Weitergabe der gestiegenen Kosten das Vorjahresniveau. Bei den Transportgesellschaften blieben die Umsatzerlöse konstant.

Industry: Umsatzanstieg erlösbedingt

Die Business Unit Industry ist Partner einer Vielzahl verarbeitender Industriebranchen, die im Berichtsjahr sehr gut beschäftigt waren. Der Umsatz nahm um 9 % zu. Durchgängig konnten höhere Preisabschlüsse bei Quartals- und Langfristverträgen realisiert werden, die durch Kostensteigerungen induziert waren. Dagegen blieb der Absatz in Summe hinter der hohen Vorjahresmenge zurück. Dies betraf insbesondere die Division Industrie der ThyssenKrupp Steel AG. Im oberen Gütesegment übertraf die Nachfrage unsere Liefermöglichkeiten.

Das Stahl-Service-Geschäft in Europa entwickelte sich mengen- und erlösseitig weiterhin überdurchschnittlich positiv, zumal im Vorjahr die Umsatzbasis um die mittlerweile veräußerten britischen Aktivitäten größer war. Der Bereich Bauelemente konnte die höheren Vormaterialpreise dank der verbesserten Baukonjunktur an die Kunden weitergeben; die Versandmengen nahmen geringfügig ab.

Auto: Absatz bei knapper Kapazität ausgeweitet

Die Business Unit Auto beliefert die global aufgestellten Automobilkunden mit innovativen Stahlprodukten und Serviceleistungen. Der Umsatz stieg um 10 %. Im Geschäft der Division Auto der ThyssenKrupp Steel AG konnten die Absatzmengen bei knappen Kapazitäten ausgeweitet werden; Kostenerhöhungen auf der Rohstoffseite wurde durch Preisanhebungen im Kontraktgeschäft und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung gegengesteuert.

Auch bei Tailored Blanks war die erzielte Umsatzausweitung eine Folge höherer Mengen und Preise. Der Hochlauf neuer Fertigungsstätten in Schweden und China trug ebenfalls maßgeblich dazu bei. Die nordamerikanischen Stahl-Service-Aktivitäten verzeichneten dagegen kräftige Umsatzeinbußen aufgrund verminderter Abrufe seitens der Automobilindustrie. Positive Preiseffekte konnten dies nicht ausgleichen.

Der mit Beginn des Geschäftsjahres 2006/2007 bei Steel integrierte Bereich Metal Forming, der Karosserie- und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie fertigt, konnte seinen Umsatz im Berichtsjahr steigern. Geringeren Werkzeugumsätzen stand ein höherer Umsatz mit Serienbauteilen in Europa gegenüber. Überdies wirkten sich die Übernahme von Chassis-Aktivitäten in Brasilien im vergangenen Jahr und der Hochlauf des Werks in China positiv aus.

Processing: Qualitatives Wachstum

Mengenrekorde bei
Weißblech und Mittelband.

Die Business Unit Processing umfasst die Produktbereiche Weißblech, Mittelband und kornorientiertes Elektroband. In Summe wurde ein Umsatzplus von 11 % erzielt.

Im Weißblechmarkt, der insbesondere in Europa durch Überkapazitäten und eine stagnierende Nachfrage gekennzeichnet ist, konnten weitere Marktanteile gewonnen werden. Mit einem deutlichen Mehrabsatz in Europa und einem kleinen Versandplus im Drittland wurden die Ziele der Vorwärtsstrategie erfüllt. Das Erlösniveau blieb annähernd stabil.

Bei Hoesch Hohenlimburg gelang es, gestützt durch eine sehr hohe Nachfrage nach Mittelband, im Geschäftsjahr 2006/2007 Mengenrekorde bei Produktion und Versand zu erzielen – bei ebenfalls höheren Erlösen. Der Absatz an Stammkunden im Inland wurde deutlich gesteigert.

Das Geschäft mit kornorientiertem Elektroband wurde ausgeweitet. In einem Weltmarkt, der durch eine boomende Nachfrage nach Stromerzeugungs- und Übertragungsanlagen bei allerdings auch rasant wachsenden Fertigungskapazitäten gekennzeichnet ist, agierte ThyssenKrupp Electrical Steel sehr erfolgreich. Ein höherer Versand in Drittlandsmärkten konnte den Minderabsatz in Europa kompensieren.

Keine Entspannung auf den Rohstoffmärkten

Durch das von China, aber auch von anderen Erzeugerländern weiter ausgehende kräftige Wachstum der Stahlproduktion hat sich die Situation auf dem globalen Eisenerzmarkt im Jahr 2007 weiter verschärft. Die Überseenachfrage nach Eisenerzen nahm um 10 % auf rund 800 Mio t zu. Trotz einer Vielzahl von Ausbauvorhaben kann das überseeische Erzangebot nur mühsam mit dem hohen Nachfrageanstieg Schritt halten. Zudem kommt es bei einigen Projekten wegen der angespannten Situation der Zulieferindustrie zu Verzögerungen.

Überseehandel Eisenerz in Mio t und Preisentwicklung in cts/mtu

Überseehandel Eisenerz

Weitere Kostensteigerungen
beim Bezug von Eisenerz,
Hochofenkoks, Legierungen
und Metallen.

Vor diesem Hintergrund mussten die Verbraucher im Jahr 2007 bei Feinerzen eine erneute Preissteigerung von 9,5 % fob akzeptieren. Der Pelletpreis der brasilianischen Leitsorte stieg um 5,3 % fob. Ein gleichzeitig sehr fester Seefrachtenmarkt verteuerte die Erzzufuhren zusätzlich. Das Segment Steel hat im Geschäftsjahr 2006/2007 rund 16,1 Mio t Eisenerz gekauft, nach 16,5 Mio t im Vorjahr. Brasilien war mit fast 10 Mio t wiederum bedeutendstes Lieferland. Es folgten Kanada mit 2,6 Mio t und Australien mit knapp 1 Mio t. Geringere Mengen wurden aus Afrika und Schweden bezogen.

Hohe Einstandskosten für Kohle und Koks

Aufgrund einer verbesserten Versorgungslage auf dem internationalen Kokskohlenmarkt konnten die Verbraucher bezogen auf das Lieferjahr 2007/2008 eine fob-Preisermäßigung für hochwertige Qualitäten von rund 16 % erzielen. Im Bereich der Einblaskohlen waren keine Preisermäßigungen durchsetzbar, im Wesentlichen bedingt durch einen festen Markt bei Kraftwerkskohlen. Auch bei den Kohlen waren die Einstandskosten zusätzlich durch stark gestiegene Seefrachtraten belastet.

Die Preisentwicklung bei international gehandeltem Hochofenkoks ist seit Ende 2006 wieder deutlich aufwärtsgerichtet. Das Preisniveau für Hochofenkoks mit 12,5 % Asche lag zum Ende des Geschäftsjahres bei 325 US$/t fob China. Die Entwicklung ist auf eine insgesamt hohe Nachfrage, aber auch auf die im Herbst 2006 eingeführte und mittlerweile ausgeweitete Exportsteuer für Koks und andere Brennstoffe in China sowie auf einen Mangel an chinesischen Exportlizenzen zurückzuführen.

Wermutstropfen: Hohe Rohstoff- und Energiekosten

Wermutstropfen: Hohe Rohstoff- und Energiekosten verteuern die Stahlproduktion.

Volatile Märkte für Legierungen und Metalle

Die Beschaffungsmärkte für Legierungen und insbesondere für Metalle waren auch im Geschäftsjahr 2006/2007 durch eine starke Volatilität gekennzeichnet. Preiserhöhungen von zum Teil über 50 % im Bereich der Massenlegierungen, beispielsweise bei Ferro-Mangan, wurden produzentenseitig mit der weiterhin hohen Nachfrage in Europa und den aufstrebenden Staaten Asiens begründet. Darüber hinaus trieben laufende Anti-Dumpingmaßnahmen der EU-Kommission, zum Beispiel bei Ferro-Silizium, die Preise zusätzlich in die Höhe.

Zinkpreisentwicklung – LME-Kassakurse

Zinkpreisentwicklung

Die börsennotierten Metalle wie Zink, Zinn, Nickel oder Kupfer erlebten im Berichtszeitraum Kursschwankungen in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Konnten physische Lieferengpässe größtenteils mit Lagerbestandsentnahmen ausgeglichen werden, sorgten der dadurch knapper werdende Lagerbestand und spekulative Momente für immer neue Kurssprünge.

Die weltweit gute Stahlkonjunktur führte zu einer konstant hohen Schrottnachfrage. Im Durchschnitt des Berichtsjahres stieg in Deutschland der Preis für die Richtsorte 2 um 17 %. Die Schwankungsbandbreite lag im Jahresverlauf zwischen 222 und 253 €/t.

Der Energieverbrauch des Segments Steel blieb mit 8,8 Mio t SKE unverändert. Davon entfielen 7,9 Mio t SKE auf die ThyssenKrupp Steel AG. Der spezifische Verbrauch bei der Rohstahl- und Warmbanderzeugung konnte dort im Berichtsjahr um fast 4 % reduziert werden. Durch extreme Preisanstiege beim Zukauf von Koksgas, Erdgas und Strom erhöhten sich die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 33 %.

Steigerung der Leistungsfähigkeit

Steigerung der Leistungsfähigkeit: Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist im Segment Steel fest verankert.

Effizienzprogramme stärken Ergebnisqualität

Effektivität, Effizienz und
Kundenorientierung stehen
im Fokus der Programme.

Die Programme zur Effizienzsteigerung unter dem Dach von ThyssenKrupp best sind im Geschäftsjahr 2006/2007 mit großer Intensität fortgeführt worden. Sie haben einen signifikanten Beitrag zur Stärkung der Ergebnisqualität geleistet.

Der kontinuierliche Verbesserungsprozess ist im Segment Steel inzwischen fest verankert. Auf dem Weg zur Business Excellence streben wir die nachhaltige Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit in der gesamten Organisation an. Der Erfolg beruht dabei maßgeblich auf einem breit angelegten Themenspektrum, das alle wesentlichen Stellhebel zur Verbesserung des Wertbeitrags ThyssenKrupp Value Added (TKVA) adressiert.

EFQM-Modell als Ordnungsrahmen und Langfristkompass

EFQM-Modell

Als Ordnungsrahmen und Langfristkompass zur mittel- und langfristigen Abdeckung aller relevanten Handlungsfelder wird das EFQM-Modell der European Foundation for Quality Management genutzt. Zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit und Kontinuität wird das ThyssenKrupp best Programm durch Schulungsmaßnahmen begleitet. Im Berichtsjahr 2006/2007 wurde das Six Sigma-Ausbildungsprogramm intensiviert. Insgesamt nahmen mehr als 200 Mitarbeiter teil, die nach den betrieblichen Bedürfnissen in der Problemlösungsmethodik und im Projektmanagement geschult wurden. Unterstützt werden die bereichsübergreifenden Programme und Projekte durch den Direktionsbereich Business Excellence, der als interne Beratung fungiert.

Im Geschäftsjahr 2006/2007 sind insgesamt 621 neue Projekte (445 davon durch die Integration von Metal Forming) hinzugekommen, welche die Effektivität und Effizienz steigern sowie die Kundenorientierung stärken. Seit dem Start von ThyssenKrupp best im Herbst 2001 wurden 1.123 Projekte aufgelegt.

Strategieprojekte in Brasilien und Alabama

Die Strategieprojekte in Brasilien und Alabama: große Herausforderungen auch für die Spezialisten der Materialwirtschaft.

Das bereichsübergreifende Projekt 2006, dessen Fokus auf Kostensenkung lag, ist weitestgehend umgesetzt. Neue Programme beschäftigen sich mit der Optimierung des Einkaufs und der Umsetzung der konzernweiten Sales- & -Services-Initiative. Die Schnittstellenoptimierung hat im Geschäftsjahr 2006/2007 an Fahrt gewonnen. Dabei standen die Controlling- und Personalprozesse im Mittelpunkt, die in vielen Bereichen neu gestaltet wurden.

Investitionen: Schwerpunkt Strategieprojekt Brasilien

Die Investitionen des Segments Steel erreichten im Berichtsjahr 1.659 Mio €, bei Abschreibungen von 615 Mio €.

Neubau des Stahlwerks
in Brasilien ist
Investitionsschwerpunkt.

Planmäßig verlaufen die Aktivitäten zum Bau des neuen Stahlwerks von ThyssenKrupp CSA in Brasilien, die den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit substanziell beeinflussen. Der größte Teil der Aufträge wurde vergeben. Insgesamt entfielen 51 % der Gesamtinvestitionen auf dieses Projekt im Bundesstaat Rio de Janeiro.

Das zweite große Strategieprojekt – die Errichtung eines Werks mit Verarbeitungs- und Veredelungslinien für Qualitätsflachstahl in Alabama – hatte 2006/2007 noch keinen Einfluss auf den Cash-Flow aus Investitionstätigkeit, da im Berichtsjahr erst die vorbereitenden Maßnahmen für den Baubeginn stattfanden.

Bei der ThyssenKrupp Steel AG stand weiter die Modernisierung der Roheisenbasis in Duisburg im Vordergrund. Schwerpunkt war der Neubau des Hochofens 8, der im Dezember 2007 angeblasen wurde. Weitere Investitionsmittel flossen in den Wiederaufbau der elektrolytischen Beschichtungsanlage 2 in Duisburg-Beeckerwerth. Außerdem haben wir den Ausbau der Warmband straßen und Feuerbeschichtungsanlagen vorangetrieben.

Stahl-Service Europa nahm ein neues Werk in Polen in Betrieb, die ThyssenKrupp Tailored Blanks-Gruppe errichtete eine zusätzliche Fertigungsstätte in der Türkei.

Bei Metal Forming flossen nennenswerte Investitionsmittel in Anlagen für die Fertigung neuer Aufträge. Ferner wurde eine Gesellschaft in Brasilien erworben sowie in der Türkei ein neues Werk in Betrieb genommen.

ThyssenKrupp Electrical Steel investierte wesentliche Mittel in Kapazitätserweiterungen. In Isbergues, Frankreich, wurde ein stillgelegter Entspannungsglühofen wieder in Betrieb genommen; das Werk Gelsenkirchen baute die vorhandenen Entkohlungskapazitäten aus. Durch diese Maßnahmen konnten die Produktivität und Produktion höherwertiger Elektrobandgüten weiter gesteigert werden.

Bau des Stahlwerks in Brasilien

Bau des Stahlwerks in Brasilien im Plan: Nahezu das gesamte Auftragsvolumen wurde vergeben.

Steel erneuert mit Rekordergebnis

Mit einem Gewinn von 1.662 Mio € hat das Segment Steel erneut ein Rekordergebnis erzielt, das um 256 Mio € über dem des Vorjahres lag. Das 2006/2007 ausgewiesene Ergebnis enthält Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 76 Mio €, die den neu zugeordneten Bereich Metal Forming betrafen. Ohne diese Sondereffekte betrug der Gewinn vor Steuern 1.738 Mio €. Bei einem hohen Versandniveau gelang es, die Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Energie in den Verkaufspreisen an den Markt weiterzugeben. Außerdem ergaben sich positive Ergebniseffekte aus der Umsetzung von Maßnahmenprogrammen zur Effizienzsteigerung in allen Business Units.

Alle marktorientierten
Business Units mit
guten Ergebnisbeiträgen.

Die Business Unit Steelmaking wies nach einem positiven Ergebnis im Vorjahr einen Verlust aus. Wesentliche Gründe waren die Anlaufkosten der Neubauprojekte in Brasilien und den USA.

In der Business Unit Industry ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich gewachsen. Dies wurde in erster Linie von den Profit Centern der ThyssenKrupp Steel AG getragen. Ausschlaggebend waren Preiserhöhungen und Effizienzsteigerungen, durch die negative Effekte aus Kostenerhöhungen auf der Vormaterialseite und rückläufigen Versandmengen überkompensiert werden konnten. Stahl-Service Europa hat das Ergebnis in einem guten Marktumfeld nahezu verdoppelt. Im Bereich Bauelemente ging der Gewinn durch Wertminderungsaufwendungen zurück.

Der Gewinn der Business Unit Auto verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr durch Preiserhöhungen im Kontraktgeschäft bei leichten Mengensteigerungen sowie durch positive Effekte aus Maßnahmen zur Performancesteigerung. Gegenläufig wirkten Kostenerhöhungen auf der Beschaffungsseite. Tailored Blanks verbesserte den Vorjahresgewinn deutlich. Stahl-Service Nordamerika wies durch Wertminderungsaufwendungen für Teile des Anlagevermögens und den niedrigen Dollarkurs im Vergleich zum Euro einen Gewinnrückgang aus.

Der Bereich Metal Forming verzeichnete durch die im Berichtsjahr verkrafteten Wertminderungsaufwendungen einen hohen Verlust. Auch das operative Ergebnis war durch Anlaufkosten für neue Produkte und Standorte negativ. Die eingeleiteten Umstrukturierungsmaßnahmen konnten die höheren Kosten nicht ausgleichen.

Die Business Unit Processing erzielte eine erhebliche Steigerung des Ergebnisses, die im Wesentlichen von der guten Erlösentwicklung und dem höherwertigen Produktmix bei Elektroband getragen wurde. Auch Mittelband verzeichnete bei höheren Preisen und gestiegenem Versand eine deutliche Gewinnsteigerung. Belastet wurde das Ergebnis durch höhere Vormaterialkosten, die durch Produktivitätssteigerungen nicht ausgeglichen werden konnten. Bei Weißblech lag der Gewinn in einem leicht abgeschwächten Marktumfeld etwas niedriger als im Vorjahr.

Wertorientiertes Management

Führung und Steuerung des ThyssenKrupp Konzerns – und damit auch des Segments Steel – erfolgen auf Basis eines wertorientierten Managements. Im Mittelpunkt steht dabei die kontinuierliche und nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts durch Konzentration auf Geschäftsfelder, die international attraktive Entwicklungschancen bieten. Zur Erreichung dieser Zielsetzung wird ein integriertes Controlling-Konzept eingesetzt. Es erlaubt eine zielgerichtete Steuerung und Koordination aller Aktivitäten, unterstützt die dezentrale Verantwortung und gewährleistet eine übergreifende Transparenz. Die zentrale Steuerungsgröße ist der Wertbeitrag ThyssenKrupp Value Added (TKVA), der das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) – also das operative Ergebnis unbeeinflusst durch die Finanzierung – mit den gewichteten Finanzierungskosten vergleicht.

Berechnung des ThyssenKrupp Value Added (TKVA)

Berechnung des ThyssenKrupp Value Added

Aus der Relation von EBIT und dem eingesetzten verzinslichen Kapital errechnet sich der ROCE (Return on Capital Employed). Wenn er die gewichteten Kapitalkosten für Eigen- und Fremdkapital (WACC) übertrifft, die für das Segment Steel 9,5 % betragen, wird ein positiver Beitrag zur Wertsteigerung im Konzern geleistet. Die Kennzahlen TKVA und ROCE reflektieren die Ertragskraft des investierten Kapitals im Unternehmen.

Wertorientierte Kennzahlen

Wertorientierte Kennzahlen

Die im Geschäftsjahr 2006/2007 erreichten Ergebnisse bei den wertorientierten Kennzahlen lagen im Segment Steel wiederum deutlich über den Zielen. Der ROCE stieg um 3,7 Prozentpunkte auf 26,9 %, obwohl das durchschnittliche Capital Employed durch die Strategieprojekte zugenommen hat. Der Wertbeitrag TKVA konnte gegenüber dem Rekordniveau des Vorjahres noch einmal um rund 30 % auf über 1,1 Mrd € verbessert werden.

Ausblick und Start in das neue Geschäftsjahr 2008

Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres bleibt das gesamtwirtschaftliche Wachstum robust. Es wird sich im Jahr 2008 leicht verlangsamt fortsetzen. Wir erwarten einen Anstieg des globalen Brutto-Inlandsprodukts von etwas weniger als 5 %.

Brutto-Inlandsprodukt 2008 Reale Veränderung zum Vorjahr in % 1)

Brutto-Inlandsprodukt 2008

Das Risiko einer deutlicheren Abkühlung hat sich allerdings durch die von der US-Immobilienkrise ausgelösten Finanzmarktturbulenzen erhöht. Zudem können von weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen negative Effekte ausgehen. Die konjunkturelle Dynamik in Europa wird ebenfalls leicht nachlassen. Das im Vergleich zu 2007 etwas schwächere Investitionswachstum und der voraussichtlich sinkende Außenbeitrag dürften teilweise von einer Belebung des privaten Verbrauchs aufgefangen werden. Dies trifft auch für die deutsche Wirtschaft zu.

Der weltweite Fahrzeugbau wird im kommenden Jahr weiter zunehmen. Die Wachstumszentren bleiben Asien – mit anhaltend herausragender Dynamik in China – sowie die Länder Mittel- und Osteuropas. Doch auch die US-amerikanische Automobilindustrie dürfte nach dem Rückgang 2007 wieder leicht steigende Produktionszahlen verzeichnen. Die Branche in Deutschland kann dagegen voraussichtlich die hohe Erzeugung des Vorjahres nicht mehr ganz erreichen.

Für 2008 robustes
gesamtwirtschaftliches
Wachstum prognostiziert.

Die globale Maschinenbauproduktion wird – mit regionalen Unterschieden – insgesamt etwas langsamer wachsen. Während in China eine ungebrochene Investitionsdynamik weiterhin für hohe Zuwächse sorgt, führt die verminderte Investitionstätigkeit in den Industrieländern zu einem deutlich geringeren Expansionstempo. Für Deutschland ist 2008 mit einem immer noch respektablen Wachstum von 6 % zu rechnen.

Auch im Bausektor sind weiterhin die größten Steigerungen in Asien sowie in Mittel- und Osteuropa zu erwarten. In den USA wirkt die Schwäche des Immobiliensektors nach. Für die deutsche Bauwirtschaft rechnen wir nur mit einer leichten Zunahme, da die positiven Wachstumsimpulse aus dem Wirtschaftsbau nachlassen.

Stahlmarkt weiter im Aufwärtstrend

Die Perspektiven für den Weltstahlmarkt werden weiterhin günstig beurteilt. Insbesondere die Nachfrage aus China, Indien und der GUS wird in den nächsten Jahren überdurchschnittlich zunehmen. Doch auch die übrigen Regionen dürften – nicht zuletzt basierend auf den erwarteten positiven gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen – Zuwächse verzeichnen. Nach der Herbstprognose des Weltstahlverbandes IISI wird die globale Walzstahlmarktversorgung 2008 um annähernd 7 % steigen; dies entspricht einer Rohstahlproduktion von mehr als 1,4 Mrd t. Der Rohstoff- und Energiebedarf wird deshalb ebenfalls weiter wachsen und die Kosten der Stahlerzeugung beeinflussen.

Welt-Stahltagung

Welt-Stahltagung: Die 41. Jahreskonferenz des International Iron and Steel Institute (IISI) fand in Berlin statt.

IISI-Prognose der Walzstahlnachfrage 2008 Veränderung zum Vorjahr in %

IISI-Prognose der Walzstahlnachfrage 2008

Stabilisierung der
Stahlkonjunktur in
Europa auf hohem
Niveau erwartet.

Die europäische Stahlindustrie erwartet für das kommende Jahr eine Stabilisierung der Stahlkonjunktur auf hohem Niveau. Kurzfristig ist allerdings wegen der im Markt bestehenden Lagerüberhänge zunächst mit einer ruhigeren Nachfrage zu rechnen, mit möglichen Auswirkungen auf die Produktion. Das konjunkturelle Umfeld im Stahl verarbeitenden Gewerbe der Europäischen Union bleibt aber freundlich, der Stahlverbrauch wird daher 2008 weiter zunehmen. Einen erheblichen Unsicherheitsfaktor stellt die künftige Entwicklung der Drittlandsimporte der EU dar.

Steel: Gute Perspektiven für 2007/2008

Trotz des etwas schwächeren Auftragseingangs seit den Sommermonaten ist ThyssenKrupp Steel erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet. Für den weiteren Verlauf erwarten wir wieder positive Signale aus dem Markt. Die gute Beschäftigung der wichtigsten Abnehmergruppen dürfte für hohe Versandmengen sorgen. Der erwartete Umsatzzuwachs resultiert auch aus einem leicht höheren Preisniveau, dem der anhaltende Kostendruck bei Rohstoffen und Energie gegenübersteht. Die Maßnahmen und Projekte im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses setzen wir im gesamten Segment mit großer Intensität fort. Im Bereich Metal Forming wird mit einem Restrukturierungsprogramm die Trendwende beim operativen Ergebnis angestrebt.

Priorität hat im Geschäftsjahr 2007/2008 die Einhaltung der Zeit- und Budgetpläne bei der Umsetzung der strategischen Wachstumsprojekte in Brasilien, Nordamerika und Europa. Die Zahl der Mitarbeiter im Segment Steel wird voraussichtlich ansteigen, wobei Rückgänge in einzelnen Bereichen aufgrund von Optimierungsmaßnahmen durch den zusätzlichen Personalbedarf im Rahmen der Vorwärtsstrategie überkompensiert werden.

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