
Nach der Fusion der beiden Traditionskonzerne Thyssen und Krupp im Jahr 1999 waren die Stahlaktivitäten unter dem Dach der Führungsgesellschaft ThyssenKrupp Steel AG zusammengefasst worden. Die operativen Gesellschaften bildeten die drei Business Units Carbon Steel für Qualitätsflachstahl, Stainless Steel für Flachprodukte aus Edelstahl Rostfrei und Nickelbasislegierungen sowie Special Materials für Edelstahl-Langprodukte und Elektroband.
Ziel war es, dieses Konzernsegment zu einem Spitzenunternehmen der internationalen Stahlbranche mit dem Anspruch auf Margenführerschaft in Europa weiterzuentwickeln. Den Maßstab bildete eine angemessene Verzinsung des eingesetzten Kapitals mit einem Return on Capital Employed (ROCE) von mindestens 12%.
Auf diesem Weg konnten erhebliche Fortschritte erreicht werden. Basis hierfür bildete die ganzheitliche Ausrichtung des Segments auf Kunden- und Mitarbeiterorientierung, Effizienzsteigerung und Fokussierung auf das Kerngeschäft Flachstahl, Technologieführerschaft und wertorientiertes Management. Die Erfolge sind klar an den Kennzahlen der vergangenen vier Jahre ablesbar.
| Kennzahlen ThyssenKrupp Steel (alt) | |||||||||
| 1) nur fortgeführte Aktivitäten | |||||||||
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2001/2002 |
2002/2003 |
2003/2004 |
2004/2005 |
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Umsatz1) |
Mio € |
10.993 |
11.522 |
13.151 |
14.752 |
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Ergebnis vor Steuern und Anteilen |
Mio € |
157 |
465 |
916 |
1.302 |
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ROCE |
% |
4,1 |
7,1 |
12,6 |
16,0 |
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Wertbeitrag |
Mio € |
-532 |
-255 |
226 |
526 |
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Free Cash-Flow |
Mio € |
243 |
226 |
800 |
555 |
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Unter Führung von ThyssenKrupp Steel wurden in den vergangenen Jahren durchgreifende Umstrukturierungen umgesetzt. Die Langprodukt-Gesellschaften Edelstahl Witten-Krefeld, Krupp Edelstahlprofile und Berkenhoff sind im Rahmen von Best-Owner-Lösungen an neue Eigentümer veräußert und der Bereich Elektroband ist komplett anders aufgestellt worden. Zudem haben Fokussierungsprogramme in den Kerngeschäften Carbon Steel und Stainless Steel dazu geführt, dass diese in sehr unterschiedlichen Märkten mit einer eigenständigen strategischen Ausrichtung operieren.
Der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG hat deshalb im August 2005 beschlossen, die Zwischenholding ThyssenKrupp Steel AG zum 30. September 2005 aufzulösen und für das Kerngeschäft Stahl zwei separate Konzernsegmente zu bilden. Das neue Segment Steel konzentriert sich auf Qualitätsflachstahl und das Segment Stainless auf Edelstahl Rostfrei und Nickelbasislegierungen.
Die ThyssenKrupp Steel AG (bisher ThyssenKrupp Stahl AG) ist jetzt zugleich Führungsgesellschaft und größtes Einzelunternehmen des neuen Segments Steel. Das Programm umfasst hochwertige Flachprodukte aus Qualitätsflachstahl von Warmband über Grobblech bis zu kaltgewalzten und oberflächenveredelten Feinblechen. Die Tochtergesellschaften werden entlang der Wertschöpfungskette mit Vormaterial versorgt. Dieses wird dort weiterverarbeitet und kundengerecht konfektioniert. Dieser Nachhaltigkeitsbericht präsentiert die Entwicklungen für das neue Segment Steel anhand der Kennzahlen für die bisherige Business Unit Carbon Steel.
| Kennzahlen ThyssenKrupp Steel (neu)1) | |||||||||
| 1) bisher Business Unit Carbon Steel 2) nur fortgeführte Aktivitäten |
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2001/2002 |
2002/2003 |
2003/2004 |
2004/2005 |
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Umsatz2) |
Mio € |
6.780 |
7.161 |
8.387 |
9.291 |
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Ergebnis vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter (EBT)2) |
Mio € |
5 |
262 |
608 |
1.002 |
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ROCE |
% |
2,6 |
7,0 |
13,0 |
19,4 |
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Wertbeitrag |
Mio € |
-417 |
-162 |
164 |
526 |
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Free Cash-Flow |
Mio € |
44 |
320 |
460 |
473 |
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Der Auftragseingang des neuen Segments Steel lag im Geschäftsjahr 2004/2005 mit insgesamt 8,8 Mrd € um 1% über dem Vorjahr. Deutlich gesunkenen Ordermengen standen höhere Durchschnittserlöse gegenüber. In der ersten Hälfte des Berichtsjahres wurde die Beschäftigungssituation zunächst noch durch knappe Kapazitäten im Rahmen der Stahlverfügbarkeit geprägt. Danach haben wir auf die schwächere Nachfrage konsequent nach dem Prinzip „Preis vor Menge“ reagiert und bei überhöhten Fertigbeständen die Produktion in den Weiterverarbeitungsbetrieben zurückgenommen. Die Walzstahlerzeugung war mit 13,6 Mio t um 4% niedriger als 2003/2004. Die Rohstahlproduktion ging wegen der strukturell knappen Brammenkapazität nur um 1% auf 13,8 Mio t zurück.
Der Umsatz nahm um 11% auf 9,3 Mrd € zu. Die Beruhigung des Marktes nach dem Nachfrageboom des Vorjahres führte zu einem Rückgang der Versandmengen um 8%. Ausschlaggebend für den Umsatzanstieg waren ausschließlich höhere Durchschnittserlöse. Dem standen jedoch drastische Kostensteigerungen für wesentliche Rohstoffe wie Erz, Kohle, Koks und Schrott sowie für Frachten und Energie gegenüber.
Das Resultat war ein Gewinn vor Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter von 1.002 Mio €, 394 Mio € mehr als im Geschäftsjahr 2003/2004. Die Gewinnsteigerung ist zum weitaus größten Teil auf die in allen Einheiten erfolgreich eingesetzten Maßnahmenprogramme zurückzuführen. Der größte Gewinnanstieg entfiel auf die heutige ThyssenKrupp Steel AG.
Auch die Tochtergesellschaften knüpften fast ausnahmslos an die sehr positiven Entwicklungen des Vorjahres an. Der Bereich Mittelband konnte den Gewinn in einem besonders günstigen Marktumfeld mehr als verdoppeln. Die Ergebnisverbesserung wurde trotz der Verluste erreicht, die im Zusammenhang mit der eingeleiteten Veräußerung des Geschäftsbereichs Spezialprofile verkraftet werden mussten. Auch die Stahl-Service-Center und der Bereich nichtkornorientiertes Elektroband steigerten die Gewinne deutlich und trugen maßgeblich zur Ergebnisverbesserung bei. Weißblech und Tailored Blanks verzeichneten gegenüber dem guten Vorjahresergebnis einen Gewinnrückgang. Die Aktivitäten Hochbau und Kühlraumbau erwirtschafteten in einem schwierigen Marktumfeld ein positives Ergebnis.
Bei den wertorientierten Kennzahlen gelang nach den Fortschritten im Vorjahr erneut eine signifikante Verbesserung. Die Ziele bei den Steuerungsgrößen ROCE und Wertbeitrag wurden deutlich übertroffen. Bei einem leicht gestiegenen Capital Employed wurde ein ROCE von 19,4% erzielt, nach 13,0% im Vorjahr. Damit hat ThyssenKrupp Steel nicht nur die Kapitalkosten von 10% erwirtschaftet, sondern darüber hinaus einen nennenswerten Beitrag zur Wertsteigerung des ThyssenKrupp Konzerns geleistet. Der Wertbeitrag verbesserte sich um 362 Mio € auf 526 Mio €.
Der Free Cash-Flow – Saldo aus Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit und Cash-Flow aus Investitionstätigkeit – erreichte mit 473 Mio € einen neuen Höchstwert. Er konnte zur Reduzierung der Verschuldung und Gewinnabführung verwendet werden.
Wirtschaftlicher Erfolg ist die Basis für eine nachhaltige Unternehmenspolitik. Er bestimmt die Größe des Kuchens, der an die wichtigsten Stakeholder Mitarbeiter, Eigentümer, Fremdkapitalgeber und öffentliche Hand verteilt werden kann. Eine prägende Messgröße ist die im Unternehmen erarbeitete Wertschöpfung.
| Verteilung der Wertschöpfung (in Mio €) | |||||||||
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2001/2002 |
2002/2003 |
2003/2004 |
2004/2005 |
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Mitarbeiter (Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Aufwendungen für Altersvorsorge) |
1.516 |
1.532 |
1.685 |
1.715 |
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Eigentümer (Jahresergebnis vor Ergebnisabführungsvertrag) |
15 |
162 |
367 |
582 |
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Fremdkapitalgeber (Zinsen und ähnliche Aufwendungen) |
108 |
84 |
66 |
53 |
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Staat (Steuern vom Einkommen und Ertrag) |
-15 |
64 |
232 |
386 |
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Andere Gesellschafter |
4 |
4 |
5 |
7 |
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Gesamt |
1.628 |
1.846 |
2.355 |
2.743 |
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Auch diese Kennziffer konnte in den letzten Geschäftsjahren nennenswert gesteigert werden. Sie erreichte 2004/2005 ein Volumen von gut 2,7 Mrd €, 16% mehr als im Vorjahr. Hauptursache ist die stark verbesserte wirtschaftliche Performance, von der alle Anspruchsgruppen profitiert haben. Fast 63% oder 1,7 Mrd € der erarbeiteten Wertschöpfung wurden im Berichtsjahr für mitarbeiterbezogene Leistungen wie Löhne, Gehälter, Sozialabgaben und Aufwendungen für Altersvorsorge ausgegeben. In absoluten Zahlen haben sich diese Leistungen in den vergangenen vier Geschäftsjahren um 13% erhöht. An die Eigentümer ThyssenKrupp AG und andere Gesellschafter konnten 21% ausgeschüttet werden, die damit – anders als in der Vergangenheit – angemessen für das eingesetzte Kapital bedient wurden. Durch die Reduzierung der Netto-Finanzschulden floss ein wesentlich geringerer Anteil an Banken und andere Fremdkapitalgeber, während der Steueranteil wegen guter Ertragslage deutlich anstieg.
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