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Dr. Ekaterina Bocharova

Dr. Ekaterina Bocharova Innovatoren Innovationen thyssenkrupp Steel Europe

Dr. Ekaterina Bocharova: vom einfachen Schmuck zum Mehrphasenstahl

Lange Zeit galt ihr Interesse edlem Schmuck, und sie liebäugelte damit, Juwelierin zu werden. Dem Metall an sich ist sie bis heute treu geblieben – allerdings drehen sich ihre Gedanken mittlerweile um hochfeste Stähle. Seit acht Jahren forscht Dr. Ekaterina Bocharova bei der thyssenkrupp Steel Europe AG. „Stahl ist wesentlich vielseitiger als Schmuckmetalle, die sich kaum verändern lassen“, erklärt die promovierte Metallkundlerin ihren Werdegang. Beim Stahl „schraubt“ Ekaterina Bocharova nun an allen Parametern, die dem Metall eine höhere Festigkeit verleihen. Das ist besonders wichtig für crashrelevante Bauteile in Autos, beispielsweise Längsträgern oder Verstärkungen der B-Säule. Kracht nämlich ein Auto gegen ein Hindernis, muss die Fahrgastzelle möglichst stabil bleiben. Das Problem an der Sache: Die Stähle sollen zwar hochfest sein, sich aber auch möglichst gut zu den benötigten Bauteilen umformen lassen.

Stahl – in immer neuen Sorten

Dr. Ekaterina Bocharova widmet sich der Herausforderung, diese beiden gegensätzlichen Anforderungen in den Stählen zu vereinen. Das gelingt über Mehrphasenstähle: Diese Stähle bestehen aus einer weichen und einer harten Phase. Sprich: Einzelne „Körner“ im Stahl sind weich und sorgen dafür, dass er sich gut umformen lässt, andere hingegen sind hart und verleihen dem Metall die nötige Stabilität. „Meine Arbeit besteht darin, die chemische Zusammensetzung des Stahls zu variieren, seine Eigenschaften über die Zugabe von verschiedenen Legierungselementen zu optimieren und die Produktionsbedingungen anzupassen – und so immer bessere Stähle zu entwickeln“, erläutert die Projektleiterin.

Von der Idee zum Patent

Hat sie einen neuen Stahl erdacht, produzieren ihre Kollegen in der Pilotfertigung in Dortmund diesen zunächst im 100-Kilogramm-Maßstab und testen verschiedene Eigenschaften des Stahls. Die Ergebnisse landen wiederum bei der Forscherin auf dem Schreibtisch. Wie steht es mit der Zugfestigkeit des Stahls? Und wie ist es um seine Bruchdehnung bestellt? Ist Dr. Ekaterina Bocharova mit den Resultaten zufrieden, schafft der Stahl den Sprung in die 250-Tonnen-Fertigung. „Ich komme zu fast jeder Herstellungsstufe dazu, nehme Proben und untersuche den Stahl“, sagt sie. Dabei arbeitet sie eng mit den Kollegen aus der Anwendungstechnik, der Produktion und dem Vertrieb zusammen – Teamwork ist eine Grundvoraussetzung für den Erfolg. Fünf Patente sind aus dieser achtjährigen Arbeit bereits entstanden, an zwei weiteren Patenten in der Anwendungstechnik ist Dr. Ekaterina Bocharova ebenfalls beteiligt.

Und nach Feierabend?

Dreht sich die Freizeit der jungen Frau, die in Moskau aufgewachsen ist und während des Metallkunde-Studiums nach Deutschland kam, auch um den Stahl? „Meine Freizeit verbringe ich mit meinem Mann und unserer Tochter“, erzählt die Wissenschaftlerin und wirft einen Blick auf das Foto, das auf ihrem Schreibtisch steht. Auch den Berufsalltag hat sie an ihre Familiensituation angepasst: „Seit unsere Tochter auf der Welt ist, arbeite ich nur 30 Stunden in der Woche. Somit habe ich genügend Zeit, um sie aus dem betriebseigenen Kindergarten abzuholen“, freut sie sich über diese Möglichkeit der Lebensgestaltung.

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