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Warmband

Neben den haushohen Walzen im Duisburger Warmbandwerk bestimmen Videokameras das Bild. Wer diese Fertigungsstraße für Stahlbleche persönlich in Augenschein nehmen will, muss einen gut 600 Meter langen Parcours aus ebenerdigen und höhergelegenen Laufwegen auf sich nehmen – vorbei an stählernen Kolossen, Öfen oder Messanlagen. Dabei ist es abwechselnd heiß oder laut und durchgehend faszinierend, wie schnell die ewig langen Stahlbrammen seit mehr als 55 Jahren durch die Maschinen rasen.

An die Neuerungen im frisch modernisierten Warmbandwerk in Duisburg musste sich Leiter Heinz-Josef Engelskirchen erst gewöhnen. An den vibrierenden Boden, aber auch an die tonnenschweren, aufgewickelten Stahlblechspulen – sogenannte Coils, die an ferngesteuerten Kränen die Halle queren.

Die Hauptarbeit findet jedoch in der Steuerzentrale statt. Hinter dickem Glas und vor zahlreichen Monitoren sitzt das Bedienpersonal. Alle Daten der Kameras und der Messinstrumente werden ausgewertet und überwacht. Manche Korrektur übernimmt dabei gleich die neue Software. Hat die erste Walze ihr Soll nicht erfüllt, wird die zweite sofort nachjustiert.

Toleranzen im My-Millimeter-Bereich

Wie exakt die Anlage arbeitet, kann das Team an stets blinkenden roten und blauen Balken überprüfen, die über Soll- und Ist-Zustand informieren. Dieser höher automatisierte Ablauf bringt uns auf ein ganz neues Präzisionslevel“, erklärt Engelskirchen. „Er reduziert sowohl Ausschuss als auch Nacharbeiten.“

Natürlich hat thyssenkrupp Steel Europe mit dem WBW1, wie das interne Kürzel der Werksanlage heißt, auch in der Vergangenheit schon immer die hohen Qualitätsanforderungen seiner Kunden erfüllt. „Aber wir können jetzt noch dünnere oder auch höherfestere Stahlbleche produzieren mit noch engeren Toleranzen als bisher (+/- 0,06 mm) im My-Millimeter-Bereich“, so Engelskirchen.

Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Duisburger Warmbandwerk stark. Sollten sich beispielsweise die Anforderungen aus der Automobil- oder Dosenindustrie erhöhen – und das geschieht permanent –, dann ist thyssenkrupp Steel Europe mit der aktuellen Modernisierung, die 250 Mio. Euro gekostet hat, bestens darauf vorbereitet.

Warmband
Mit 15 Metern pro Sekunde saust das Warmband über den 493 Meter langen Parcours.
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