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World Solar Challenge

Die Forschungspartner setzen große Hoffnung in das erstmals als Sportwagen konzipierte Elektrofahrzeug.

Australien heißt das Ziel. Genauer gesagt Adelaide, die Küstenstadt im Süden des Kontinents. Dort will Daniel Lohmeyer am 25. Oktober stehen – im Zielraum der „World Solar Challenge“, der Weltmeisterschaft für Sonnenmobile. Wenn möglich als Erster. Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor ihm. Der 25-Jährige ist Werkstudent bei thyssenkrupp Steel Europe und arbeitet im Forschungsteam der Hochschule Bochum an einem neuen Solarcar. Ein wegweisendes Projekt und eine einmalige Chance für Lohmeyer.

Die Hochschule Bochum konstruiert und baut als einzige Hochschule in Deutschland seit 15 Jahren Elektrofahrzeuge, die mit Solarenergie angetrieben werden. Alle zwei Jahre entsteht so ein Modell mit stetig verbesserter Effizienz und Alltagstauglichkeit. Eines dieser Solarmobile fuhr 2012 rund um den Globus und hält den Guinness-Rekord für die längste solarautark gefahrene Strecke mit 29.753 Kilometern. Bei der „World Solar Challenge“ 2013 belegte der „SunCruiser“ Platz zwei.

SunRiser
Die Komponenten von thyssenkrupp:

1. Stoßdämpfer von thyssenkrupp Bilstein sorgen für alltagstauglichen Fahrkomfort und aktive Sicherheit.

2. Im Cockpitquerträger und Mitteltunnel schafft das Magnesiumblech der Legierung AZ31 eine hohe Gewichtsreduzierung. Das Blech kommt von MgF Magnesium Flachprodukte.

3. Der Überrollbügel aus ultrahochfestem Stahl CP-W®1000 von thyssenkrupp Steel Europe kombiniert Leichtbau mit einer hohen Crashsicherheit.

4. Die Lenkung von thyssenkrupp Presta in Carbon-Al-Hybrid-Bauweise gewährleistet ein professionelles Fahrverhalten.

5. Im Batteriegehäuse kommen Kunststoffelemente von thyssenkrupp Plastics zum Einsatz. Die Batteriezellen werden mit Kontaktblechen von VDM-Metals verbunden.

6. Im Rotor und Stator maximiert neuentwickeltes Elektroband der Sorte 230-30AP die Effizienz des Antriebs im Zusammenspiel mit Permanentmagneten von thyssenkrupp Magnettechnik.

Zur nächsten Weltmeisterschaft im Oktober dieses Jahres baut das Team an einem Sportwagen – und hofft auf den ersten Platz. Für das neue Solarfahrzeug namens „thyssenkrupp SunRiser“ werden verstärkt Leichtbaustähle verwendet. Sie sind kostengünstiger und im Vergleich zum bisher verwendeten Carbon nachhaltiger. Im Inneren des Sonnenflitzers wird für den Überrollbügel hochfester Complexphasenstahl der Sorte CP-W® 1000 verbaut, für den Mitteltunnel und den Armaturenträger wird Magnesium eingesetzt.

Außerdem setzt der Konzern auf seine Verbundstärke: Der Fahrwerkspezialist thyssenkrupp Bilstein liefert eigens abgestimmte Dämpfer. Von thyssenkrupp Presta kommt ein Teil der Lenkung. thyssenkrupp Schulte liefert Aluminium für Motorkomponenten und thyssenkrupp Magnettechnik Permanentmagnete für die Elektromotoren. Beim Motorendesign für das neue Modell fließen die Erfahrungen der letzten Jahre mit ein. Bezogen auf das Streckenprofil, die Strategie und die damit zu erwartenden Geschwindigkeiten soll durch die Verwendung von speziellem Elektroband die Effizienz weiter gesteigert werden.

„thyssenkrupp Steel Europe hat eine Vielzahl innovativer Leichtbaulösungen mit Stahl entwickelt, die von der Automobilindustrie verwendet werden“, sagt Oliver Hoffmann, Leiter der Anwendungstechnik in Duisburg. „Einen Teil davon versuchen wir erstmalig auch beim Bau eines Solarfahrzeugs einzusetzen.“ Erfolgreich: die Initiative KlimaExpo.NRW prämierte schon beim Vorgängermodell das Engagement für Elektromobilität in Sachen Klimaschutz. Besonders überzeugt hat hier die Zusammenarbeit von Forschung und Unternehmen.

Auch die inneren Werte zählen

Mehr Aufwand als bisher wird auf die Innenausstattung gelegt. Bei der Weltmeisterschaft der Solarcars zählt nicht nur die reine Fahrzeit. Auch Alltagstauglichkeit, Design und Komfort entscheiden über den Sieg. Höchste Ansprüche haben die Konstrukteure an die Zuverlässigkeit. Alle Komponenten müssen ohne Ausfälle die mehr als 3.000 Kilometer lange Strecke von Darwin im Norden bis ins südliche Adelaide überstehen. Die Fahrt führt dabei durch die Tanami- und die Simpsonwüste, vorbei an Ayers Rock und Alice Springs. Die „World Solar Challenge“ findet alle zwei Jahre auf dem fünften Kontinent statt. Der Wettbewerb wird auf öffentlichen Straßen gefahren.

Der „thyssenkrupp SunRiser“ startet in der Cruiser-Klasse, in der das Reglement neben der Alltagstauglichkeit eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze verlangt. Neben der Energie, die auch während der Fahrt aus den auf der Oberfläche montierten Solarzellen gewonnen wird, darf in dieser Klasse das maximal 60 Kilogramm schwere Batteriepaket einmal nach 1.500 Kilometern aus dem Netz aufgeladen werden. In dieser Wagenklasse können Spitzengeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometern erreicht werden.

Solar-Power

Daniel Lohmeyer

Mit Hochdruck arbeitet Daniel Lohmeyer am neuen thyssenkrupp SunRiser.

Daniel Lohmeyer gehört zu den Mechanikern und ist für die Konstruktion des Daches zuständig. Mit Hochdruck arbeiten er und seine Studienkollegen an der Realisierung ihres Projektes. Denn Australien im Oktober rückt immer näher. Doch alle sind sicher, dass die Mühe sich am Ende lohnen wird. Allein die Reise und der Aufenthalt „Down Under“ wird ein Erlebnis – und vielleicht ist ja diesmal der Weltmeistertitel im Rückgepäck.

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