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Welche Taktik auch immer: ThyssenKrupp Steel Europe ist gut aufgestellt.

Vom zehn Meter hohen Fallturm schlägt das Gewicht mit der geballten Wucht von 150 Kilogramm auf das Vierkant-Stahlrohr. Durch plastische Verformung absorbiert der Testkörper die ungeheure Energie. Er splittert nicht, sondern faltet sich akkurat zusammen wie eine Ziehharmonika.

Was im Labor der Anwendungstechnik aus dem Bereich Technologie & Innovation von thyssenkrupp Steel Europe in Dortmund getestet wird, ist ein innovativer Werkstoff: Hoch-Mangan-Stahl. Er ist extrem fest und lässt sich außergewöhnlich gut umformen, dabei wird er nicht spröde oder brüchig. Dank dieser besonderen Materialeigenschaften bietet sich der Stahl für viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten an.

Hoch-Mangan-Stahl zum Schutz ziviler Sicherheitsfahrzeuge

Eine ganz konkrete Anwendung kommt auch schon bald auf den Markt: Hoch-Mangan-Stahl zum Schutz ziviler Sicherheitsfahrzeuge. In den nächsten Monaten wird die thyssenkrupp Steel Europe Tochtergesellschaft Hoesch Hohenlimburg, die warmgewalzte Spezialbänder herstellt, den innovativen Stahl für eine erste Kleinserie neuer Geldtransporter ausliefern.

„Geldtransporter, aber auch andere Fahrzeuge werden in Zukunft aus diesem völlig neuen Stahl hergestellt werden“, erklärt Dr. Andreas Tomitz, Teamleiter der Produkt- und Prozessentwicklung bei Hoesch Hohenlimburg.

Welche Taktik auch immer: thyssenkrupp Steel Europe ist gut aufgestellt.
Welche Taktik auch immer: thyssenkrupp Steel Europe ist gut aufgestellt.

Neuentwicklung und Herstellungsverfahren haben wir patentieren lassen.

Dr. Harald Hoffmann, Projektkoordinator im Bereich Technologie & Innovation

Airbag-Effekt: Geschosse werden vom Material aufgefangen

Herkömmliche Sicherheitsstähle müssen noch einmal gesondert gehärtet werden, damit die Geschosse beim Aufprall zersplittern und abgelenkt werden. Die Schutzwirkung des Hoch-Mangan-Stahls basiert auf einem ganz anderen Prinzip: Die Projektile prallen nicht ab, sondern werden aufgefangen – beinahe wie von einem Airbag.

„Der Stahl kann bei geringerer Dicke eine viel höhere Belastung aushalten als konventioneller Panzerstahl, und das ganz ohne Härtung. Fahrzeugsicherungen können so viel dünnwandiger und kostengünstiger konstruiert werden“, so Tomitz.

Auch die Jury des thyssenkrupp Innovationswettbewerbs hat das Ergebnis überzeugt. Anfang des Jahres zeichnete sie die Expertenteams aus Hohenlimburg sowie Technologie & Innovation in Duisburg und Dortmund mit dem dritten Platz für ihre Entwicklung aus. „Aufgrund der Werkstoffzusammensetzung bietet der Hoch-Mangan-Stahl dem Kunden deutliche Vorteile bezüglich Kosten sowie Verarbeitung und eröffnet völlig neue Einsatzgebiete“, so die Jury.

Grünes Licht für den Einsatz

Die Warmbandspezialisten in Hagen erkannten sofort, dass dieser neue Werkstoff für die vielfältigen Produkte ihrer Kunden sehr interessant sein kann. Schon bald, nachdem die ersten Versuchscoils in Hohenlimburg gewalzt waren, begannen sie, ihre Kunden – zum großen Teil Automobilzulieferer – von den Vorteilen zu überzeugen. Zahlreiche Tests folgten, bei denen die Materialeigenschaften an die speziellen Kundenbedürfnisse angepasst wurden.

Die Versuche waren erfolgreich: Nur gut eineinhalb Jahre, nachdem in Hagen das erste Versuchscoil aus Hoch-Mangan-Stahl erzeugt wurde, gab der Kunde grünes Licht für den Einsatz des innovativen Werkstoffs in seiner Fertigung. „Das ist eine Rekordzeit“, freuen sich Tomitz und sein Kollege Maximilian Nagel. Bis die ersten Geldtransporter aus Hoch-Mangan-Karosserieteilen auf den Straßen auftauchen, wird es jetzt nicht mehr lang dauern.

DREI GUTE GRÜNDE

  • Produktionsfaktor

    Da das Material bei Umformung noch fester wird, eignet sich Hoch-Mangan-Stahl im Fahrzeugbau beispielsweise für Stoßfänger oder Achsenelemente.

  • Sparfaktor

    Komplexe Bauteile, die bislang geschmiedet werden, können aus Hoch-Mangan-Stahl leichter und damit kostengünstiger hergestellt werden.

  • Handelsfaktor

    Aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten können von dem innovativen Hoch-Mangan-Stahl bis zum Jahr 2019/20 Schätzungen zufolge rund 20.000 Tonnen pro Jahr abgesetzt werden.

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