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Familienunternehmen Welser

Die Profile des Familienunternehmens Welser geben Sonnenkollektoren den richtigen Halt. Weltweit kommen ihre Produkte auch in vielen anderen Branchen zum Einsatz.

Wie wichtig die erneuerbaren Energien hierzulande geworden sind, wird jedem bei einer Reise durch Deutschland deutlich. In Brandenburg drehen sich Windräder bis zum Horizont, vor der Küste Schleswig-Holsteins ragen Offshore-Windparks aus dem Meer empor, von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis Bayern prägen Biomasse- und Biogasanlagen die ländliche Gegend. Auch Sonnenkraftwerke, ob auf Feldern oder Gebäudedächern installiert, sind längst ein gewohntes Bild.

Umwelttechnik ist seit vielen Jahren ein Thema bei uns. Der Solarenergie Sektor ist immer wichtiger für uns geworden.

Jörn Miklas (Einkäufer am deutschen Produktionsstandort Bönen)

Was man nicht auf den ersten Blick erkennen kann: Oftmals sind Stahlprofile der Firma Welser Profile verbaut. „Umwelttechnik ist seit vielen Jahren ein Thema bei uns“, sagt Jörn Miklas, Einkäufer am deutschen Produktionsstandort Bönen in der Nähe von Dortmund. „Der Solarenergie Sektor ist immer wichtiger für uns geworden.“ Die Firma Welser ist heute einer der führenden Anbieter von Spezialprofilen in Europa. Nahezu drei Jahrhunderte war das Geschäftsfeld des österreichischen Familienbetriebes jedoch ein ganz anderes: Seit der Gründung im Jahr 1664 fertigte man Pfannen und Kleinschmiedeteile. „Erst 1960 stellte Josef Welser die Produktion auf Profile um“, so Miklas.

Die Entscheidung war wegweisend. Aus dem regionalen Betrieb mit nur ein paar Dutzend Angestellten ist inzwischen ein international agierendes Unternehmen mit über 1.800 Mitarbeitern weltweit geworden. Eine Grundlage des Erfolgs ist das eigens entwickelte Verfahren, mit dem individuell gestaltete Profile entstehen. „Wir bearbeiten die Spaltbänder mithilfe von Rollensegmenten in vielen Umformstufen so lange, bis sie die gewünschte Form – den sogenannten Querschnitt – annehmen“, sagt Gerhard Hasenbein, Einkaufsleiter und Mitglied der Geschäftsführung.

„Hochkomplexe Strukturen sind somit möglich.“ Gut 21.000 verschiedene Querschnitte als Vorlage für Profile entstanden bisher auf diesem Weg. Jeden Tag kommen bis zu fünf neue hinzu. „Unser mit Abstand größter Auftraggeber ist seit jeher die Baubranche, zunehmend wichtig wird für uns der Automobil-Bereich und die Umwelttechnik“, so Hasenbein.

Als Mittelständler global aufgestellt

Den Flachstahl für die Profile liefert seit mehr als 30 Jahren unter anderem thyssenkrupp Steel Europe: von Warmbreit- und Kaltband über feuerveredeltes oder elektrolytisch verzinktes Band bis hin zu colorbeschichteten Coils. „Stahlprofile finden in nahezu allen Branchen ihre Verwendung, auch bei den regenerativen Energien“, so Albert Knotz, Key Account Manager am Standort in Gresten. „Hier hilft der Einsatz von Stahl den unterschiedlichsten Anforderungen beim Bau dieser Anlagen gerecht zu werden.“

Die Herstellung von Profilen, wie etwa für Solaranlagen, bringt neben dem Schutz vor Korrosion noch andere Schwierigkeiten mit sich. „Für Saudi-Arabien müssen wir andere Produkte herstellen als für Island.“ Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, Untergrund – all das beeinflusst die Konstruktion. „Selbst an einem Ort können die Anforderungen variieren“, so Knotz. Auf ein und demselben Feld kann der Boden mal felsig, mal sandig sein. „Die verwendeten Profile sind daher mitunter sehr unterschiedlich.“

Nicht nur die Anlagenkonstruktion stellt Welser immer wieder vor neue Herausforderungen, auch das wirtschaftliche Umfeld der Branche. Als der übersubventionierte Markt in Europa vor wenigen Jahren zusammenbrach, war man glücklicherweise bereits international aufgestellt. „Der Auftragsrückgang hierzulande wurde durch den wachsenden Markt in Übersee mehr als nur ausgeglichen“, sagt Knotz. Japan, USA und Indien – in diesen Ländern macht Welser einen guten Teil seiner Geschäfte mit der Solarbranche. Das Familienunternehmen aus dem niederösterreichischen Mostviertel ist zum Global Player geworden.

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