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Der Clou bei einem Modell: die innovative geometrische Form.

Die Ziele der Ingenieure waren ehrgeizig. Ihre Ambition: Die Entwicklung eines Stoßfängers, der zwar die gleiche Crashperformance bietet wie bisher, jedoch leichter, günstiger und am besten auch noch nachhaltiger in der Produktion sein sollte als derzeit üblich. „Es war eine sehr große Herausforderung, aber am Ende haben wir es geschafft und mehrere überzeugende Lösungen erarbeitet“, erklärt Martin Kibben. Er ist im thyssenkrupp Projekt InCar®plus verantwortlich für die Bereiche Stoßfänger und Längsträger.

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Martin Kibben

Martin Kibben präsentiert den neuen Stoßfänger mit offenem Biegeträger.

InCar®plus ist ein konzernweites Programm, in dessen Rahmen Ingenieure Optimierungspotenziale bei einzelnen Fahrzeugbauteilen ergründet haben. Nach der Prüfung zahlreicher erster Ideen wurden daraus einige vielversprechende konkrete Konzepte erarbeitet. Es folgten ausgiebige Test in der Computersimulation, wobei es noch zu so genannten Zielkonflikten kam. „War eine Idee umformtechnisch möglich, fiel sie in Sachen Crashperformance durch. Oder es versprach ein Ansatz eine Gewichtseinsparung, aber der Aufwand dafür war möglicherweise zu groß und hätte wiederum die Kosten steigen lassen“, so Teilprojektleiter Andreas Keutz.

Einige Ansätze haben die Ingenieure deshalb früh verworfen, andere gezielt vorangetrieben. Dazu gehörte die Idee, einen offenen Biegeträger als zentrales Element des Stoßfängers zu verwenden. Seine Vorteile lagen auf der Hand: Durch das besondere wellenförmige Profil ließ sich das Blech bei gutem Crashverhalten dünner gestalten und es konnte auf ein Schließblech verzichtet werden, das im Referenzstoßfänger zum Einsatz kam. Allein das sparte beachtliche 1,7 Kilogramm Gewicht ein.

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Stoßfängersystem

Das neue Stoßfängersystem optimiert Gewicht, Kosten und Funktion.

Voraussetzung dafür war jedoch die technologische Entwicklung der passenden Umformtechnik. Gut, dass das Team in diesem Punkt auf die Expertise von thyssenkrupp System Engineering zurückgreifen konnte. „Hier ergänzen sich Material- und Prozesskompetenz und haben zusammen eine Lösung realisiert, mit der unsere Kunden signifikant Gewicht sparen können – übrigens ohne Mehrkosten, denn unsere Variante ist günstiger als die Referenz“, erklärt Kibben.

Heute, nach Abschluss der Entwicklungsphase von InCar®plus, ist diese Lösung eine von vier Alternativen, die das Team erarbeitet hat. Verglichen mit dem Referenzmodell ist das Stoßfängersystem mit 8,25 Kilogramm knapp zwei Kilo leichter. Auch andere Varianten bleiben unter neun Kilo.

Weniger Gewicht, bedeutet weniger Spritverbrauch, was zu einem geringeren CO2-Ausstoß führt. Höhere Kosten aufgrund neuer Fertigungsmethoden werden durch die niedrigeren Materialkosten armortisiert. Das neue Produkt wird insgesamt leichter, aber nicht teurer.

Zurzeit werden die vier Stoßfängerkonzepte als Teil der weltweiten InCar®plus Roadshow präsentiert. „Welcher Ansatz am besten zu welchem Kunden passt, kann man nur individuell entscheiden“, sagt Kibben. „Und hierbei beraten wir sie gerne.“ Die Lösungen stoßen bereits auf großes Interesse bis hin zu konkreten Gesprächen mit Automobilherstellern.

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