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Eine starke Bindung

Eine starke Bindung


Wer Waren transportiert, muss sie sicher verpacken. Signode in Dinslaken fertigt dafür Stahl- und Kunststoffbänder.

Die Verpackungsbänder schimmern wie Lamettafäden, die einen Weihnachtsbaum groß wie ein Hochhaus schmücken könnten. Stahl, platt gewalzt und fein geschnitten, mit einem Finish aus Wachs. Die festliche Stimmung verfliegt mit einem dumpfen Donnerschlag. Es wummert, ziept und zischt im Hintergrund.

„Das ist die Schneidemaschine“, erklärt Geschäftsführer Rainer Kammer in der Produktionshalle der Firma Signode System, die zu der Signode Industrial Group gehört. Er ist die Ruhe selbst und sagt stolz: „Wir feiern hier am Standort bald unser sechzigjähriges Jubiläum.“ Neben ihm steht Barbara Dornbusch. Sie arbeitet im Vertrieb Industrie von thyssenkrupp Steel in Duisburg und ist seit sechs Jahren zuständig für Signode.

Aufgespult: Kontinuierlich und ohne Pause werden Stahl- und Kunststoffbänder zu Rollen gewickelt.
Aufgespult: Kontinuierlich und ohne Pause werden Stahl- und Kunststoffbänder zu Rollen gewickelt.
Der Systemhersteller fertigt nicht nur Verpackungsmaterialien – Umreifungsbänder, Verschlusshülsen und Stretchfolien –, sondern konzipiert und produziert auch die Anlagen, um diese Materialien anzubringen. „Die Expertise in der Materialentwicklung wie auch das Know-how im Anlagenbau sind das große Plus von Signode“, sagt Dornbusch. Die Produkte werden vielseitig eingesetzt: in der Automobil- und Pharmaindustrie, im Holz- und Metallgewerbe, der Möbel- und Grafikbranche. Die Hauptabsatzmärkte liegen in Ost- und Westeuropa.

Stahl hält Stahl

In der Produktionshalle fährt ein Lkw vor. Ein Lastenkran setzt sich in Bewegung und beginnt mit dem Entladen eines Coils – rund 30 landen hier pro Woche an. „Die kommen gerade frisch aus Duisburg“, so Dornbusch. „Ein Teil des Materials wird in wenigen Tagen wieder zu uns zurückkehren.“ Denn die Coils, die als Vormaterial für die Stahlverpackungsbänder an Signode geliefert werden, sind mit dem Signode-Band gesichert. „Wir kaufen also den verarbeiteten Stahl wieder zurück.“ Auch die gebrauchten Stahlbänder werden gemeinsam mit anderem Stahlschrott recycelt und wiederum zu Coils weiterverarbeitet – eine runde Sache, so wie das Verpackungsband.

Große Lagerbestände hortet Rainer Kammer nicht. thyssenkrupp Steel liefert jede Woche so viel Material ins 20 Kilometer entfernte Dinslaken, wie in der Folgewoche verarbeitet wird. Die Nähe ist ein wahrer Pluspunkt, auch wenn es mal brenzlig wird. Im August 2015 fiel die Kaltwalze bei Signode aus. „Die schnelle Reaktionszeit und kurzen Wege in Duisburg haben uns gerettet“, so Kammer. Kurzerhand wurden tausend Tonnen Kaltband in Bochum gewalzt und im Stahl-Service-Center in Krefeld auf 388 Millimeter gespalten. „Wir kämen ja selbst in Schwierigkeiten, falls Signode nicht liefern könnte, schließlich brauchen wir das Band für unsere Coils“, meint Dornbusch.

Rainer Kammer, Geschäftsführer von Signode System und Barbara Dornbusch vom Vertrieb Industrie bei thyssenkrupp Steel.
Rainer Kammer, Geschäftsführer von Signode System und Barbara Dornbusch vom Vertrieb Industrie bei thyssenkrupp Steel.
Das zeigt, was eine gute Zusammenarbeit ausmacht – Kommunikation, Verbindlichkeit und Sachkenntnis. Diese Kunden-Lieferanten-Beziehung reicht Jahrzehnte zurück. Signode Deutschland siedelte 1958 von Hamburg nach Dinslaken, um näher an Kunden und Zulieferern zu sein. Für den Stahlkonzern eine interessante Geschäftsidee, da beide nun Lieferant und Kunde zugleich wurden. Eine Verbindung, die bis heute Früchte trägt: Im Sommer 2015 lieferte thyssenkrupp Steel die 2,5-millionste Tonne Stahl.

Der Stahl als verbindendes Element

  • Um ein Coil mit einem Gewicht

    zwischen 18 und 25 Tonnen zusammenzuhalten muss das Verpackungsband eine enorm hohe Spannkraft besitzen. Der Fachbegriff für das Verschnüren eines Coils lautet: Umreifung.

  • Die Umreifung eines Coils

    im Werk muss schnell passieren, da die Warmbandstraße permanent neues Material nachschiebt.

  • Signode beginnt schon 1956

    mit der Produktion von Verpackungsband. Im gleichen Jahr nimmt die Geschäftsverbindung zu – damals noch – thyssen ihren Anfang, die bis heute besteht.

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