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Mit den Kunden werden schon früh in der Entwicklung Lösungsansätze skizziert.

Herr Dr. Patberg, Ihr Team beschäftigt sich mit Trends, die unser Leben erst in ein paar Jahren bestimmen werden. Wie weit denken Sie in die Zukunft?

Lothar Patberg: Die Zeiträume, die wir im Blick haben, liegen weit voraus: fünf bis 15 Jahre. Das ist erforderlich, weil wir Entwicklungszeiten von bis zu zehn Jahren haben. Und wenn ein neues Produkt serienreif ist, wollen wir es ja auch noch eine Weile verkaufen. Erkenntnisse aus unseren Zukunftsbetrachtungen übertragen wir in Innovationsfelder. Hier suchen wir dann systematisch nach neuen Anwendungsmöglichkeiten und Marktchancen für unsere Produkte.

Welche Ideen schaffen es zum konkreten Produkt?

Mehr als tausend Ideen bringen wir pro Jahr ein und bewerten sie. Der Großteil wird schnell verworfen oder dient als Inspiration für weitere Ideen. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Ideen betrachten wir sehr intensiv. Ein Teil schafft es zu einer echten Innovation wie ein neues Konzept für den effizienten Stahleinsatz in Windkraftanlagen.

In der Entwicklung werden Lösungsansätze schon früh mit dem Kunden gemeinsam skizziert.
In der Entwicklung werden Lösungsansätze schon früh mit dem Kunden gemeinsam skizziert.

Mehr als tausend Ideen bringen wir pro Jahr ein und bewerten sie.

Spielen die Kunden bereits in dieser frühen Entwicklungsphase eine Rolle?

Auf jeden Fall! Sobald für uns feststeht, dass die Idee Potenzial hat, beziehen wir die Kunden mit ein. Mit ihnen und Experten von außen sowie aus dem eigenen Haus veranstalten wir Workshops und überlegen, wie neue technische Lösungen aussehen müssen, um erfolgreich zu sein. Dabei fließen bereits Kundenanregungen ein. Wie bei den Windkraftanlagen: Lassen sich die Türme in Module teilen, damit sie besser transportiert werden können? Am Ende eines solchen Workshops werden bereits erste Lösungsansätze skizziert.

Wie gewinnen die Skizzen an Kontur?

Die Skizzen werden weiterentwickelt. Wir entwerfen zunächst viele technische Lösungen und grenzen diese dann wieder mit wissenschaftlichen Methoden ein. Sobald wir konkrete Ansätze identifiziert haben, bemühen wir uns bereits um den Patentschutz. Schnelligkeit zählt, denn zeitgleich arbeiten weltweit viele an den gleichen Themen. Danach fragen wir unsere Kunden, ob wir mit den Ideen auch richtigliegen. Dieses Feedback ist uns sehr wichtig. Wir wollen nicht am Markt vorbeientwickeln.

Heutzutage sind technische Lösungen so komplex, dass wir Partner brauchen, die zusätzliche Expertise liefern.

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