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Korhan Demirci

Herr Demirci, was macht das Unternehmen Tirsan?

Korhan Demirci: Tirsan ist ein türkischer Hersteller von Anhängern für Nutzfahrzeuge mit einem breiten Produktportfolio. In Deutschland kennen Sie uns sicher unter dem Namen Kässbohrer. 2002 haben wir das Traditionsunternehmen übernommen, den Markennamen aufgrund des Bekanntheitsgrads jedoch nicht geändert. Wir produzieren Curtainsider, Tank-, Silo- und Kühlauflieger, Kipper, Tieflader, Container-Chassis und vieles mehr.

Also nicht nur Baufahrzeuge, sondern Laster für alle möglichen Güter?

Ob Eisenträger, Bauschutt, Lammwürstchen oder Milch – es gibt fast nichts, was Sie mit Lkw von Tirsan nicht transportieren können. Mit diesem großen Produktportfolio sind wir europaweit die Nummer eins. Für so einen vielfältigen Fuhrpark brauchen wir gleichfalls unterschiedliche Zulieferer, denn wir benötigen verschiedenartige Stahlgüten, Formate oder spezielle Legierungen.

Demnach deckt sich Ihre Produktpalette hervorragend mit dem Angebot von thyssenkrupp Steel Europe?

Ja, das könnte man so sagen. Wir sind aufeinander angewiesen. Tirsan braucht einen Anbieter, der uns umfassend bedienen kann. Folglich ist Steel Europe ein guter Partner, sowohl in Bezug auf die Servicequalität als auch das Sortiment.

Korhan Demirci

Wo kommt denn der Stahl bzw. Steel Europe ins Spiel?

Unsere Trailer, Fahrgestelle plus Auflieger, bestehen größtenteils aus Stahl. Steel Europe ist unser Ansprechpartner, wenn es um Stahlgüten geht, die nicht in der Türkei produziert werden können. Das schließt nicht nur die Qualität, sondern auch die Lieferung und den Preis ein.

Ich dachte, die Qualität wäre ausschlaggebend?

Nun, Qualität ist nicht verhandelbar. Über Qualität lässt sich nicht diskutieren. Wenn eine bestimmte Güte von einem Lieferanten nicht in der gewünschten Beschaffenheit bereitgestellt werden kann, wird er gar nicht erst angefragt. An den Produkten aus Duisburg gab es bis heute noch nie etwas zu beanstanden.

Sie sind seit 30 Jahren Marktführer. Wie behält man so lange die Nase vorn?

Investitionen sind wichtig. Und der Wunsch zu wachsen. Deswegen investieren wir in neue Märkte und Entwicklungen. Mindestens zwei Prozent unseres Umsatzes fließen in neue Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten – in unserer Branche ein enormes Budget. Dazu kommt die staatliche Förderung, die unsere F&E-Abteilung erhält. Tirsan ist das erste und einzige stahlverarbeitende Unternehmen, das diese Art der Unterstützung bekommt.

Sie produzieren auch in Deutschland und Russland, richtig?

Stimmt, in beiden Ländern haben wir ein Endmontagewerk. Aus der Türkei werden Teilelemente geliefert und das Fahrzeug mit anderen Komponenten vor Ort fertiggestellt. So können wir mehrere Trailer-Segmente übereinander stapeln und verschiffen. Das macht den Transport einfacher und günstiger. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass vorgefertigte Teile, die am endgültigen Bestimmungsort montiert werden, zu einem einheimischen Produkt werden. Also die Kennzeichnung „made in Russia“ oder „made in Germany“ bekommen.

An welchen prestigeträchtigen Projekten in der Türkei sind Tirsan-Modelle beteiligt?

Unsere Kunden beteiligen sich mit Tirsan-Lkw beispielsweise an dem Bau der dritten Bosporusbrücke sowie dem dritten Flughafen. Für Letzteren sind gerade die Bodenarbeiten im Gange. Beim Bau der Autobahn zwischen Istanbul und Izmir kommen ebenfalls Kipper und Tieflader von uns zum Einsatz.

Welchen Stellenwert hat der türkische Markt künftig für Deutschland?

Der Handel zwischen den Ländern ist für beide Seiten außerordentlich wichtig. In der Vergangenheit exportierte die Türkei in erster Linie landwirtschaftliche Produkte, es folgten Textilien und mittlerweile liefern wir auch Maschinen, Technik und Lkw ins Ausland. Das Prestige türkischer Produkte verbessert sich zunehmend, und die Bedeutung der Türkei als Marke nimmt zu.

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