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LNG-Tanks aus hochfestem Nickelstahl: Ostasien gibt Gas

Ostasien gibt Gas


LNG-Tanks aus hochfestem Nickelstahl: Ostasien gibt Gas

Die Werftarbeiter in Shanghai können über Arbeit nicht klagen: Gleich 13 LNG-Tanker sollen sie derzeit fertigen, jeder ist fast 300 Meter lang und kann bis zu 174.000 Kubikmeter verflüssigtes Erdgas aufnehmen. Auch in Japan, China und Südkorea liegen derzeit Dutzende Schiffe auf der Werft, um künftig die Energieversorgung Asiens mit Erdgas aus aller Welt sicherzustellen. Der Bau dieser Tanker ist komplex: Um Erdgas überhaupt platzsparend transportieren zu können, wird es auf etwa minus 160 Grad Celsius abgekühlt und verflüssigt – es wird zu Liquified Natural Gas (LNG). Solche Minusgrade belasten jedoch das Material extrem – normaler Stahl würde schnell spröde und drohte zu brechen. Daher werden Bleche mit einem hohen Nickelanteil von neun Prozent eingesetzt, die eine deutlich höhere Zähigkeit besitzen.

Ihre Herstellung ist technisch sehr anspruchsvoll: So kann die Oberfläche schnell verzundern, es bildet sich eine unerwünschte Eisenoxidschicht. Zudem muss das Material nach engen Temperaturvorgaben vergütet werden, um die vorgegebenen Eigenschaften zu erfüllen. „Es gibt nur ganz wenige Hersteller, die solche Nickelstähle herstellen können“, sagt Chris Van Beurden, Verkaufsleiter Export des Bereichs Grobblech von thyssenkrupp. „Sie sind eins unserer Top-Produkte.“

Nicht nur für den Flüssiggastransport ist das Material gefragt. Kreuzfahrtschiffe sollen künftig zunehmend LNG als Treibstoff nutzen, statt den umweltschädlichen Schiffsdiesel. Die Tank-Expertise von thyssenkrupp Steel ist sowohl bei Werften gefragt als auch bei Förderunternehmen: In Saudi-Arabien und in Kuwait entstehen derzeit spezielle Behälter für Rohöl, die noch einen hohen Anteil an stark korrosivem Sauergas enthalten. Auch dafür werden besonders widerstandsfähige Bleche aus Duisburg verwendet. (fh)

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