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Tagespresse, 13.07.2015, 15:52

Tollkühne Azubis in ihren rollenden Kisten: Beim Seifenkistenrennen in Duisburg sind Auszubildende von ThyssenKrupp Steel Europe am Start – Im Technikzentrum werden derzeit drei Fahrzeuge gebaut

Auf die Plätze – fertig – los! Vom 28.08. bis zum 30.08. August fahren wieder Anhänger der motorlosen Spaß-Sportart „Seifenkistenrennen“ ihre kreativ gestalteten Geschosse den Alsumer Berg herunter. Mit dabei: Eine Gruppe Auszubildender von ThyssenKrupp Steel Europe mit einer selbstgebauten Seifenkiste.

Autos haben schon immer - vor allem bei Jungen – eine große Faszination ausgelöst. Sein eigenes Auto zu basteln und zu besitzen, war für viele Kinder stets ein Traum, den manche sich durch das Anfertigen einer Seifenkiste zumindest ein wenig erfüllt haben. Auch Matijas Zovko hat der Seifenkisten-Virus befallen. Der junge Mann arbeitet gerade mit rund 60 anderen Auszubildenden im Technikzentrum Duisburg von ThyssenKrupp Steel Europe an drei solchen Fahrzeugen Marke Eigenbau. „Es ist das erste Mal, dass wir eine Seifenkiste bauen, und sie hat uns schon oft vor Herausforderungen gestellt. Wir haben aber alle großen Spaß an dem Projekt und lernen durch die Teamarbeit sehr viel voneinander“, betont Zovko. Eine noch größere Herausforderung wird es dann sein, wenn die Azubis mit ihren fahrenden Kisten selbst beim Rennen am letzten August-Wochenende in Duisburg an den Start gehen.

Der Alsumer Berg bietet nicht nur einen guten Ausblick auf Hochöfen und Stahlwerke im Duisburger Norden. Er ist gleichzeitig auch Schauplatz der 67. Deutschen Meisterschaft und der 17. Europameisterschaft für Seifenkisten, die vom Verein „Deutsches SeifenKisten Derby“ veranstaltet und von Duisburg Sport ausgerichtet werden. Am Renn-Wochenende vom 28. bis 30. August wollen die Azubis von ThyssenKrupp Steel Europe beim sogenannten Fun-Race mitmachen. „Unsere Ausbilder haben unsere Teilnahme an dem Rennen im Rahmen eines Projekts vorgeschlagen, und wir waren alle von der Idee begeistert“, berichtet Zovko. „Seit Mai basteln wir an unserer Kiste. Die hat nicht nur eine tolle Form, wir haben uns auch ein wirklich gutes Logo ausgedacht, das aus dem 3D-Drucker stammt und das unser Fahrzeug besonders macht“, so der angehende Industriemechaniker: „Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch, aber dann ist unsere Kiste startklar und wir können das Ding testen.“

Teilnehmer-Fest im Bildungszentrum – Stahlhersteller sponserte Material für Bildungspartner

Neben dem Bau von drei Seifenkisten im Technikzentrum Duisburg sowie jeweils einer Seifenkiste aus den Technikzentren Dortmund, Bochum, Siegerland und der Teilnahme am Fun-Race durch technische und kaufmännische Auszubildende aus dem ersten und zweiten Lehrjahr aller Standorte unterstützt ThyssenKrupp Steel Europe die Veranstaltung noch auf andere Weise. „Den Mitfahrern des Spaß-Rennens und den Profis bei den Meisterschaften stellen wir unser Technikzentrum als Fahrerlager zur Verfügung“, berichtet Volker Grigo, Leiter Talentmanagement bei ThyssenKrupp Steel Europe. Neben logistischer und personeller Hilfe bei der Durchführung der Meisterschaft findet auch das Abschluss-Fest für alle Teilnehmer im Bildungszentrum des Stahlherstellers statt. Darüber hinaus hat ThyssenKrupp Steel Europe auch anderen Freunden des motorlosen Rennsports eine Beteiligung ermöglicht. Drei Bildungspartnern, dem Robert-Bosch- und dem Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg sowie der Duisburger Werkkiste wurde Material für den Bau der eigenen Seifenkisten gesponsert.

Alle Teilnehmer müssen in den nächsten Wochen ihre Seifenkisten zu Ende bauen und bis zum Rennen testen. Dabei gehe es in erster Linie um den Spaß, meint Steel-Azubi Zovko, um dann doch hinzuzufügen: „Aber gewinnen wäre natürlich auch super.“

Beim Spaß-Rennen entscheiden zwei Läufe über den Sieger

Neben den Azubis von ThyssenKrupp Steel Europe sind Kinder, Erwachsene, Schüler, Vereine und weitere Unternehmen aufgerufen, möglichst originelle, aber auch leichtlaufende Kisten zu bauen, um sich ins sogenannte „Fun-Race“ zu stürzen. Damit größere Geschwindigkeiten erzielt werden können, wird - im Vergleich zu früheren Rennen - in diesem Jahr von einer höheren und steileren Rampe gestartet. Pro Team werden zwei Rennen gefahren. Gewinnen wird nicht das Team, das am schnellsten ist, sondern die Mannschaft, deren Fahrzeiten aus diesen zwei Rennen am konstantesten sind.

Wettbewerbe mit „Kinderautomobilen“ haben eine lange Tradition

Der Name Seifenkiste, die Übersetzung von „Soap Box“, fiel einem amerikanischen Zeitungsfotografen ein, als er Jugendliche beim Basteln von Kinderautomobilen beobachtete. Dabei verwendeten sie hölzerne Verpackungskisten, in denen Firmen Seifenmittel und Käse lieferten, aber auch ausrangierte Kinderwagen oder Blechwannen. Er nannte in seinen Reportagen die kleinen Fahrzeuge „soap boxes“, also Seifenkisten. Seit 1904 werden mit selbstgebauten „Kinderautomobilen“ in Deutschland Wettfahrten für Kinder veranstaltet. In Duisburg z. B. gab es in den 1950er-Jahren Rennen.

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