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Fachpresse, 12.03.2014, 13:21

ThyssenKrupp Steel Europe bietet intelligente Lösungen für die Automobilindustrie: Volkswagen Polo R WRC leichter dank LITECOR®

Service Presse ThyssenKrupp Steel Europe

Rallye trifft Serie: Volkswagen hat einen seiner Verkaufsschlager, den Polo, rennsporttauglich gemacht. Im Polo R WRC steckt intensive Entwicklungsarbeit – und der neue Stahlhybridwerkstoff LITECOR® von ThyssenKrupp Steel Europe. Ein erfolgreiches Gespann: Das Volkswagen-Team ist mit seinem World Rally Car (WRC) Weltmeister der FIA World Rally Championship 2013. In einer Straßenversion gibt es das kleine Kraftpaket auch für Liebhaber zu kaufen. Motiviert durch den Motorsport entwickelten die Wolfsburger den Polo R WRC, wovon eine Sonderserie von 2.500 Einheiten aufgelegt wurde. Dazu bündelten sie enorme Kompetenzen und Kapazitäten. Um höchstes Leistungsniveau zu erreichen, nahmen die Volkswagen-Ingenieure Einzelteile des Serien-Polos, von dem die Rohkarosserie stammt, unter die Lupe. Viele der Komponenten dachten sie für den Polo R WRC neu wie zum Beispiel die Motorhaube. Früh mit von der Partie: Entwicklungspartner ThyssenKrupp Steel Europe. Gemeinsam entwickelten Ingenieure beider Unternehmen eine Frontklappe aus dem innovativen Hybridwerkstoff LITECOR® und reduzierten so ihr Gewicht um fast zwei Kilogramm gegenüber der Serienmotorhaube.

Für den Test des neuen Leichtbauwerkstoffs unter realen Bedingungen im Fahrzeug kam die Kleinserie des Polo R WRC genau zum richtigen Zeitpunkt: „Dank der intensiven Zusammenarbeit mit Volkswagen zu einem frühen Zeitpunkt konnten wir in der Werkstoffentwicklung das Potenzial von LITECOR® unter Beweis stellen“, betont Oliver Kleinschmidt aus dem Bereich Vertrieb Auto bei ThyssenKrupp Steel Europe. „Der Einsatz unseres Materials aus einer technischen Versuchsanlage in Dortmund hat wichtige Erkenntnisse gebracht, die wir jetzt in konkreten Anlagenkonzepten zur industriellen Fertigung von LITECOR® einbringen können. Ab 2017 werden wir dann voraussichtlich auch Fahrzeugserien mit größeren Stückzahlen beliefern können.“ Damit ist LITECOR® auf dem besten Weg, künftige Fahrzeuggenerationen noch leichter zu machen – ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der anspruchsvollen CO2-Emissionsgrenzwerte von nur noch 95 Gramm, die ab 2021 für alle Fahrzeuge verpflichtend sind. Dazu Volkswagen-Entwicklungsvorstand Dr. Heinz-Jakob Neußer: „Leichtbau ist eine tragende Säule für die Erreichung unserer selbst gesteckten Ziele bereits bis 2020 die 95 Gramm CO2 pro Kilometer für alle Neuwagen des Konzerns im Durchschnitt zu erreichen. Dafür ist intelligenter Stahlleichtbau unverzichtbar.“

LITECOR® ist ein besonders biege- und beulsteifes Hybridmaterial, das die hohe Festigkeit von Stahl mit dem niedrigen Gewicht von Kunststoff kombiniert. Dazu verbinden die Experten von ThyssenKrupp Steel Europe einen leichten Polymerkern schubsteif mit zwei Stahldeckblechen zu einem stabilen Sandwich. Das moderne Sandwich-Material eignet sich optimal für den Leichtbau flächiger Bauteile mit hohen Steifigkeitsanforderungen in der Karosserie wie Dach, Tür, Heckklappe und Motorhaube. Es ist ebenso ideal für Innenteile: Denn LITECOR® ist deutlich leichter als monolithische Stahlbleche und stellt damit eine echte Alternative zum Einsatz von Aluminium speziell in den kostensensitiven Volumenmärkten dar.

Ein weiteres Plus: Der innovative Leichtbauwerkstoff lässt sich – ähnlich wie konventionelle Stahlbleche – gut weiterverarbeiten und kalt umformen. Die Schichten des Stahlsandwichs trennen sich auch bei komplexen Formänderungen nicht. Falzen und Bördeln sind ebenso möglich wie das Einbringen von scharfen Designlinien, also prägnanten Kanten im Karosseriedesign. Außerdem ist das neue Produkt von ThyssenKrupp Steel Europe mechanisch mit und ohne Kleberstoff fügbar. „Wir arbeiten im Konzern an der Widerstandpunktschweißbarkeit von LITECOR®, um unseren Kunden ein breites Spektrum an Verarbeitungsmöglichkeiten zu eröffnen“, so Prof. Hans Ferkel, Leiter Technologie und Innovation bei ThyssenKrupp Steel Europe. Auch die kathodische Tauchlackierung (KTL) ist ohne Einschränkungen möglich, da der eingesetzte Kunststoffkern ausreichend temperaturbeständig ist und im KTL-Bad intakt bleibt. Und das weitgehend identische thermische Ausdehnungsverhalten von LITECOR® und Stahl erleichtert Mischbauweisen – beispielsweise die Integration eines leichten Dachs aus LITECOR® in eine hoch stabile Stahlkarosserie.

Der Werkstoff Stahl überzeugt Automobilisten immer wieder neu durch sein Leichtbaupotenzial und ein konkurrenzlos günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Extreme Festigkeiten und intelligente Bauteillösungen erlauben einen sehr wirkungsvollen Leichtbau - ohne Abstriche bei der Insassen-Sicherheit. Und weil sich mit Stahl das Gewicht besonders wirtschaftlich reduzieren lässt, ist mit ihm Leichtbau auch in den unteren aber besonders stückzahlstarken Fahrzeugklassen möglich. So profitiert die Umwelt am meisten und Mobilität bleibt bezahlbar.

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