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Tagespresse, Fachpresse, 20.08.2015, 11:55

Windig bis stürmisch: Solar-Sportcoupé „ThyssenKrupp SunRiser“ im Windkanal getestet

SunRiser Windkanal
Im Windkanal unterzog sich das Solar-Sportcoupé „ThyssenKrupp SunRiser“ einer weiteren Reifeprüfung. Durch die erfolgreichen Tests kann das Team der Hochschule Bochum die Aerodynamik des Solarcars noch weiter optimieren.

Stürmisch wurde es jetzt für den „ThyssenKrupp SunRiser“: Das Solar-Sportcoupé, von Studierenden der Hochschule Bochum gefertigt, ließ sich bei einem Test im Windkanal eines großen Automobilherstellers den Wind um die Karosse pfeifen. Dadurch wurden schnelle Fahrten simuliert und mit speziellen Rauchfahnen Luftverwirbelungen an der Karosserie sichtbar gemacht. So konnten die Fahrzeugbauer erkennen, wo an der Windschlüpfrigkeit des Wagens noch gefeilt werden kann. „Die Tests waren sehr wichtig für uns, um die Aerodynamik zu optimieren und dadurch den Energiebedarf des Elektromobils zu verringern“, betont Matthias Wiemers von der Hochschule Bochum. „Wir werden auf der Rennstrecke am Lausitzring weitere Tests fahren, bevor sich der ThyssenKrupp SunRiser in Kürze auf den Weg nach Australien macht“, erklärt der Projektleiter für das SolarCar. Dort nimmt der Prototyp als einziges Fahrzeug aus Deutschland im Oktober an der Weltmeisterschaft für Sonnenwagen teil. „Die Anspannung wächst, aber die Vorfreude auf den Wettbewerb ist auch schon sehr groß“, so Wiemers.

Der Solar-Sportwagen, der mit hohen Erwartungen in Australien an den Start geht, ist im Rahmen einer Forschungskooperation mit ThyssenKrupp gefertigt worden. Dabei haben die Studierenden beim Bau ihres neuen Elektromobils auf Multimaterialität gesetzt. Neben dem für Solarcars üblichen Werkstoff Kohlefaser kommen z. B. hochfester Complexphasen-Stahl für den Überrollbügel oder Magnesium im Cockpitquerträger und im Mitteltunnel zum Einsatz. Besonderen Wert legte das Bochumer Team zudem auf ein ansprechendes Innenraum-Design. Echtholzfurnier sorgt für ein edles Ambiente, Lenkstockhebel und Handbremsgriff, bisher in Solarcars eher unüblich, zeigen den Anspruch an die Alltagstauglichkeit. Die Straßenzulassung beweist, dass auch der dafür nötige Sicherheitsstandard erreicht wird.

Drei Quadratmeter Hochleistungssolarzellen sind auf dem Dach verbaut, die bei perfekter Sonneneinstrahlung 870 Watt elektrische Leistung bringen sollen. Diese Energie wird auf selbst entwickelte und in den Hinterrädern eingebaute Radnabenmotoren übertragen. Insgesamt 360 Kilogramm bringt der sportliche Flitzer auf die Waage. Abstandswarner, Zentralverriegelung, zentrales Infodisplay, Sitzheizung – die Ausstattungsliste lässt kaum Wünsche offen.

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde erreicht der Bochumer Renner zwar nicht die Werte herkömmlicher Sportwagen, für die Weltmeisterschaft der Solarcars in Australien zählt aber mehr die Effizienz auf der 3.000 Kilometer langen Strecke. Hier kann der „ThyssenKrupp SunRiser“ glänzen. Sein Vorgänger wurde Vizeweltmeister bei der letzten WM 2013. Die Latte liegt also hoch für das einzige Team aus Deutschland, das fest entschlossen ist, mit dem brandneuen Rennwagen um die vorderen Plätze mitzufahren.

Weitere Informationen hier: www.hochschule-bochum.de/solarcar.html und www.worldsolarchallenge.org.

Weltmeisterschaft alle zwei Jahre in Australien

Die Weltmeisterschaft der Solarcars findet alle zwei Jahre in Australien statt und führt als Wettbewerb auf öffentlichen Straßen von Norden nach Süden durch den Kontinent. Der „ThyssenKrupp SunRiser“ wird in der nach einem Bochumer Fahrzeug benannten Cruiser-Klasse starten, in der Alltagstauglichkeit, eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze vom Reglement verlangt werden. Neben der Energie, die auch während der Fahrt aus den auf der Oberfläche montierten Solarzellen gewonnen wird, darf in dieser Klasse das maximal 60 Kilogramm schwere Batteriepaket einmal im Wettbewerb nach 1.500 Kilometern aus dem Netz wieder aufgeladen werden. Spitzengeschwindigkeiten von über 120 Stundenkilometer werden erreicht. Der Wettbewerb startet am 18. Oktober 2015, sechs Tage später werden die Teilnehmer im Ziel in Adelaide erwartet.

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