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Tagespresse, 11.04.2014, 11:42

58 Jahre später: Zeitzeuge erkennt sich auf historischem Foto wieder

Zeitzeuge erkennt sich wieder Presse Service ThyssenKrupp Steel Europe
Halten einen Teil Unternehmensgeschichte in den Händen: Zeitzeuge Wilfried Terrey (Mitte), Astrid Dörnemann und Prof. Dr. Manfred Rasch aus dem ThyssenKrupp Konzernarchiv.

1956 begann Wilfried Terrey seine Ausbildung in Duisburg-Hamborn. Heute, mehr als ein halbes Jahrhundert später, erinnern Fotos in der Ausstellung „Licht über Hamborn“ bei ThyssenKrupp Steel Europe daran. Auf einer Aufnahme hat sich der heute 72-Jährige wiedererkannt. Entstanden war das Foto während einer Frühstückspause vor der damaligen Lehrwerkstatt in Duisburg. Einer der bedeutenden Bildjournalisten dieser Zeit, Herbert List, hat die Aufnahme gemcacht: Insgesamt 65 seiner Fotografien sind bis Ende Juli im Foyer der Duisburger Hauptverwaltung des Unternehmens zu sehen. Sie zeigen die Arbeitswelt der August Thyssen-Hütte in den 1950er-Jahren. Terrey hat diese Zeit hautnah miterlebt: Dass ihn seine Erinnerungen heute noch berühren, machte er bei der Ausstellungseröffnung vergangene Woche deutlich.

Erinnerungen an den Arbeitsalltag

„Wie es auf den Bildern zu sehen ist, so war es tatsächlich“, erinnert sich Terrey. „Mit 14 Jahren habe ich meine Ausbildung als Maschinenschlosser angefangen. Wir haben gefeilt, gebohrt, gehämmert und gekloppt“, berichtet er von dem damaligen Arbeitsalltag. „Es war staubig, die Arbeitskleidung und Maschinen sahen noch anders aus. Wo hier heute die Hauptverwaltung steht, war damals ein Fahrradgeschäft.“

In 45 Jahren Betriebszugehörigkeit hat Terrey viel erlebt: Erst als Schlosser, später als Betriebsleiter in der Zentralen Reparaturabteilung, war er an verschiedenen Standorten tätig. „Ich war überall, im Oxygenstahlwerk, im Warmbandwerk, an den Sinteranlagen in Schwelgern und den Maschinen in Hüttenheim.“ Auch beim Staatsbesuch von Charles de Gaulle im September 1962 war der Duisburger dabei.

Sammlung historischer Industriefotografien

Die Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen das Außengelände des Werks, Innenansichten der Produktionshallen und Porträtaufnahmen der Stahlarbeiter. Insgesamt vier Mal kam Herbert List in den 50er-Jahren nach Duisburg-Hamborn, um die Fotostrecken für die August Thyssen-Hütte zu erstellen. 1956 rückte er die Menschen in den Fokus seiner Arbeit, das Bild mit Wilfried Terrey entstand. „Ich habe zuerst einen meiner Kollegen gesehen. Wir haben die Lehre zusammen gemacht. Ich dachte, wenn er drauf ist, muss ich auch zu sehen sein und habe mich mitten in der Gruppe wiedererkannt“, so Terrey.

Neben Fotografien verraten im Duisburger Hauptquartier an der Kaiser-Wilhelm-Straße Ausstellungsstücke und Texttafeln mehr über Lists Arbeit für die August Thyssen-Hütte. Die Sammlung ist für die Öffentlichkeit kostenlos zugänglich, täglich zwischen 9 und 20 Uhr. Zusätzlich bietet das Konzernarchiv an folgenden Sonntagen öffentliche Führungen an: 13. April 2014, 11. Mai 2014, 8. Juni 2014, 13. Juli 2014 jeweils um 11 Uhr. Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur Henrichshütte in Hattingen durchgeführt, sie wird dort anschließend gezeigt. Im Klartext Verlag erscheint ein reich bebilderter Katalog zur Ausstellung.

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