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Tagespresse, 22.09.2015, 16:09

„Du ich drück Dich“: ThyssenKrupp Steel Europe und die Bürgerstiftung Duisburg schulen bei Aktionstag zukünftige Lebensretter - Stahlarbeiter üben Herzdruckmassage

"Du ich drück Dich"
Leben retten ist gar nicht so schwer. Eine sofortige Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen enorm. Von 500 Verunglückten könnten dadurch weit über die Hälfte gerettet werden.

Atmung prüfen, Feuerwehr rufen, 100 Mal pro Minute drücken, am besten im Rhythmus des bekannten Popsongs „Stayin‘ alive“ – Leben retten ist gar nicht so schwer. Nur schnell muss die Reanimation bei einem Herzstillstand erfolgen, denn die ersten fünf bis zehn Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zählen. Auch wenn die Anwendung simpel ist, kennen sich viele Menschen damit nicht aus oder scheuen sich, sie anzuwenden. Und das obwohl eine sofortige Herzdruckmassage die Überlebenschancen enorm erhöht. „Von 500 Verunglückten könnten weit über die Hälfte gerettet werden, wenn die Reanimation bis zum Eintreffen von ärztlicher Hilfe angewendet werden würde“, sagt Manfred Berns, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Duisburg. „Du ich drück Dich“ heißt deshalb der gemeinsame Aktionstag, der im Rahmen der deutschlandweiten „Woche für Wiederbelebung“ des Bundesministeriums für Gesundheit bei ThyssenKrupp Steel Europe stattfand und von Personalvorstand Thomas Schlenz eröffnet wurde. Um mögliche Hemmschwellen abzubauen und über die Herzmassage zu informieren, waren für die Mitarbeiter des Stahlherstellers Stationen mit Puppen aufgebaut, an denen sie lernen konnten, mit geringem Aufwand Leben zu retten.

„Manche wissen nicht, was zu tun ist oder möchten lieber nichts falsch machen. Viele wünschen sich aber, kompetent helfen zu können“, so Dr. Georg Groeling-Müller, Betriebsarzt bei ThyssenKrupp Steel Europe und Mitinitiator der Aktion. „Als größter Arbeitgeber Duisburgs mit 14.000 Mitarbeitern haben wir die Möglichkeit, mit ,Du ich drück Dich‘ eine große Anzahl von Menschen zu erreichen, die im Zweifelsfall auf dem Werkgelände einen Kollegen retten können und die Technik der Herzmassage darüber hinaus im privaten Bereich weitervermitteln. Die Aktion ist auch ein guter Einstieg, um Lust auf ausführlichere Praxisveranstaltungen im Unternehmen zu machen.“

Unter der Anleitung von Spezialisten mit der Mitarbeit der Feuerwehr konnten Mitarbeiter und interessierte Passanten Reanimation vor der Hauptverwaltung des Unternehmens in Kurzform ausprobieren: An über 20 Stationen mit Puppen durfte kräftig gedrückt werden. Dabei wurde kniend überprüft, ob der Dummy noch „atmet“, ein Notruf bei der Feuerwehr mit den korrekten Angaben simuliert und dann mit der Herzmassage begonnen. Dazu wurden die Handballen in der Mitte des Brustkorbs platziert und mit schnellem Rhythmus von rund 100 Mal pro Minute der Blutkreislauf und damit die überlebenswichtige Sauerstoffversorgung des Gehirns bis zum Eintreffen des Notarztes in Gang gehalten.

Eigentlich kinderleicht. Deshalb machten auch die Kleinsten im Unternehmen mit: Die Kinder aus der be-triebseigenen Kita „Stahlsternchen“ wurden auf spielerische Art mit der Herzmassage vertraut gemacht. Denn falsch machen kann man wenig - außer, im Notfall nicht zu helfen.

Die Kampagne „Du ich drück Dich!“ klärt auf, wie leicht bei einem Herzstillstand ein Menschenleben gerettet werden kann. Sie hat zum Ziel, möglichst viele Menschen zu erreichen und die Kernbotschaften „Prüfen - rufen- drücken!“ durch häufige Wiederholung zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Ein Kino-Spot mit dem Comedian Kai Magnus Sting wird deshalb im Vorprogramm von Filmen sowie im regionalen Werbefernsehen gezeigt. An mehreren Schulen üben Kinder und Jugendliche regelmäßig die Herzmassage im Sportunterricht. Das Evangelische Klinikum Niederrhein, das Johanniter Krankenhaus in Rheinhausen, die Johanniter Unfallhilfe und die Bürgerstiftung Duisburg haben die Kampagne Anfang 2013 gemeinsam gestartet.

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