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Tagespresse, Fachpresse, 05.10.2015, 14:04

Weißblechhersteller ThyssenKrupp Rasselstein investiert in Effizienz und stärkt seinen Standort Andernach

Weißblechhersteller ThyssenKrupp Rasselstein investiert in Effizienz und stärkt seinen Standort Andernach
Das Werk von ThyssenKrupp Rasselstein im rheinland-pfälzischen Andernach ist der weltweit größte Standort zur Herstellung von Verpackungsstahl

Mit umfangreichen Modernisierungen erhöht ThyssenKrupp Rasselstein die Effizienz seiner Produktionsanlagen und verbessert seine Wettbewerbsposition. Die Maßnahmen betreffen drei zentrale Aggregate des Weißblechherstellers: eine der beiden Kaltwalzstraßen, eine Durchlaufglühe sowie die Beize. Aufgrund der Erneuerungsarbeiten werden im November und teilweise schon im Oktober die betreffenden Anlagen vorübergehend stillstehen. Zeitweise werden mehrere Hundert Fachkräfte externer Spezialfirmen zusätzlich zu den Rasselsteiner Mitarbeitern im Andernacher Werk rund um die Uhr beschäftigt sein. Die Instandsetzungen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Mit den Modernisierungen wird ThyssenKrupp Rasselstein weiter gestärkt. Durch die Konzentration auf das Werk Andernach wird dieser Standort ausgebaut und für die Zukunft gesichert. Die Muttergesellschaft ThyssenKrupp Steel Europe unterstreicht mit dieser Investition, dass sie auf besonders attraktive Spezialanwendungen wie den Bereich Verpackungsstahl setzt.

Die erste der beiden Kaltwalzstraßen erhält nach über 50-jähriger Betriebszeit einen völlig neuen Kühlwasserkreislauf. Dazu gehören der Neubau zweier Hallen und einer Kühlanlage, sowie die Installation einer neuen technischen Infrastruktur zum Betrieb des Rückkühlsystems. Zusammen mit Investitionen aus den Vorjahren ist die Tandemstraße 1 damit praktisch vollständig runderneuert. Der Durchlaufglühofen 4, ein weiteres Kernaggregat, wird nach rund 30-jähriger Betriebszeit mit einer neuen Leistungselektrik ausgestattet. Ein Großteil der dazu erforderlichen Einrichtungen, zum Beispiel ein neues Schalthaus und die Vorbereitung der Anschlüsse, ist bereits während laufender Produktion in den zurückliegenden Monaten errichtet worden. Zusätzlich zur elektrischen Erneuerung erhöhen mechanische Anpassungen die künftige Leistungsfähigkeit der Anlage um 60.000 auf dann rund 430.000 Tonnen jährlich. Gleichzeitig trägt die Umrüstung von Gleich- auf Drehstrom dazu bei, den Energieverbrauch der Anlage zu senken.

Die Leistungssteigerung der Beize als drittes Großprojekt ist eine Folge der Produktionsverlagerung aus dem Werk Neuwied. Die bislang in Neuwied betriebene Beize hat neben der Versorgung des Feinblechwerks jährlich etwa 200.000 Tonnen gebeiztes Warmband für die Verpackungsstahlproduktion in Andernach bereitgestellt. Eine Reihe von Umbauten setzt die Andernacher Beize jetzt in den Stand, den Gesamtbedarf allein abzudecken. Während schrittweise seit 2013 Neuwieder Mitarbeiter begannen, sich auf neue Aufgaben im Andernacher Werk vorzubereiten, wurden auch erste Maßnahmen zur Leistungserhöhung der Beize in Angriff genommen. Nach Abschluss der Umbauarbeiten in diesem November und der Wiederinbetriebnahme in den nachfolgenden Wochen wird die Neuwieder Beize stillgelegt.

„Diese Projekte, die nun zeitgleich umgesetzt werden, sind mit Investitionen von insgesamt rund 40 Millionen Euro verbunden“, erklärt Oliver Hoffmann. „Damit stärkt ThyssenKrupp die Sparte Verpackungsstahl und macht mit dem Werk Andernach den weltgrößten Standort, an dem dieses Qualitätsprodukt hergestellt wird, zukunftsfest“, so der Technik-Vorstand von ThyssenKrupp Rasselstein. Die Konzentration des Weißblechgeschäfts im Werk Andernach erfolgte im Rahmen des Optimierungsprogramms „Best-in-Class Reloaded“ bei ThyssenKrupp Steel Europe. Damit verbunden ist der Prozess der Schließung des Feinblechwerks in Neuwied, der mit dem Umzug der Beize zum Jahresende beendet ist. Im Zuge dessen fand der überwiegende Teil der rund 400 Neuwieder Mitarbeiter einen Arbeitsplatz in Andernach, für die anderen gab es sozialverträgliche Lösungen. „Wir sind stolz darauf, dass es uns in dieser Zeit mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beschäftigten gelungen ist, den Neuwieder Kollegen eine attraktive Perspektive im Unternehmen zu erhalten“, betont Hoffmann.

Vormaterial für ThyssenKrupp Rasselstein kommt aus Duisburg

Ausgangsmaterial für die Weißblechherstellung ist warmgewalztes Stahlband. ThyssenKrupp Rasselstein bezieht es in Rollen (Coils) mit einem Gewicht zwischen sechs und 28 Tonnen von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg. Dieses Warmbreitband ist 1,5 bis 3,8 Millimeter dick. Die Verarbeitung bei ThyssenKrupp Rasselstein beginnt in der kontinuierlich arbeitenden Durchlaufbeize, in der der beim Warmwalzen entstandene Zunder beseitigt wird. Das Glühverfahren besteht in einem schnellen, kontinuierlichen Durchlauf des Bandes durch eine Glühofenanlage. ThyssenKrupp Rasselstein verfügt über drei Durchlaufglühen. Der Gesamtdurchlauf mit Glühen und Abkühlen dauert nur wenige Minuten. Die Öfen sind speziell für Verpackungsbleche ausgelegt. Durch gezielte Temperaturführung werden dem Stahlband genau jene mechanischen Eigenschaften gegeben, die der vorgesehene Verwendungszweck erfordert.

Die ThyssenKrupp Rasselstein GmbH steht für mehr als 250 Jahre Unternehmensgeschichte. Das Unternehmen aus Andernach ist heute eine Tochtergesellschaft von ThyssenKrupp Steel Europe. Am weltweit größten Produktionsstandort für Verpackungsstahl stellt das Unternehmen verzinntes oder spezialverchromtes Feinstblech (kaltgewalztes Stahlblech in Dicken von 0,100 bis 0,499 mm) her. Mit und ohne organische Beschichtung (wie Lack, Folie) eignet sich das Material für unterschiedlichste Verpackungslösungen. ThyssenKrupp Rasselstein gehört zu den drei größten Verpackungsstahlproduzenten Europas. Derzeit stellen rund 2.400 Mitarbeiter jährlich etwa 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl für 400 Kunden aus 80 Ländern her.

Mehr als 90 Prozent des von ThyssenKrupp Rasselstein produzierten Materials findet seine Anwendung im Verpackungsbereich, z.B. zur Verpackung von Nahrungsmitteln, Getränken oder chemisch-technischen Erzeugnissen wie Aerosoldosen oder Lackdosen. Hier kann das Material seine Stärken besonders ausspielen. Weißblech ist ein hocheffizientes, stabiles und sicheres Verpackungsmaterial. Es ermöglicht einen 100-prozentigen Produktschutz vor Licht und Sauerstoff. Weißblech ist als das europaweit am meisten und am effizientesten recycelte Verpackungsmaterial in ökologischer Hinsicht besonders nachhaltig. Verpackungsstahl wird beliebig oft ohne Minderung der Qualität wiederverwertet und ist damit ein absolut zeitgemäßes Verpackungsmaterial.

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