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Tagespresse, 06.10.2015, 09:45

Mit Camilla Horn und Klavierbegleitung: ThyssenKrupp Steel Europe zeigt Stummfilm von 1925 – Historischer Filmabend am „UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes“

Filmabend zeigt drei historische Filme über die „wundersame Welt des Stahls“
Bei den Aufnahmen für „Spuk!“ im Jahr 1925 war Camilla Horn (auf dem dritten Foto Zweite v. l.) noch eine unbekannte Nachwuchs-Aktrice. Später war sie ein umjubelter Stummfilm-Star auch in Hollywood und die erste deutsche Schauspielerin, die weltberühmt wurde.

Ein besonderes Juwel ist im Rahmen eines Filmabends im Duisburger BesucherCentrum von ThyssenKrupp Steel Europe zu sehen und zu hören: der 1925 gedrehte Stummfilm „Spuk!“ mit Camilla Horn in der Hauptrolle. Nur ein Jahr später wurde die Schauspielerin einem größeren Publikum als Gretchen in der weltberühmten Verfilmung von Goethes „Faust“ unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau bekannt. Anschließend ging Camilla Horn nach Hollywood und war dort die erste Deutsche, die zu einem international gefeierten Filmstar wurde. Wie früher bei vielen Stummfilmen üblich, wird die filmhistorische Kostbarkeit musikalisch live von Joachim Bärenz begleitet. Seit 46 Jahren spielt der Essener im Kino Klavier. Er gilt als ausgezeichneter Improvisator und ist einer der dienstältesten Stummfilm-Pianisten Deutschlands. Bei dem Filmabend werden mit „Matinee ´74“ und „Mini die Dose“ noch zwei Streifen aus den 1970er Jahren gezeigt, in denen der bekannte Komödiant Ernst H. Hilbich mitgewirkt hat. Die Veranstaltung findet am 27. Oktober statt, der von der UNESCO als „Welttag des audiovisuellen Erbes“ gefeiert wird. Am 30. Oktober wird das Programm noch einmal wiederholt.

Der Filmabend mit Fundstücken aus dem ThyssenKrupp Konzernarchiv steht unter dem Motto „Die wundersame Welt des Stahls“. In „Spuk!“ geht es um das Wunder in Nachbars Garten, in dem die Pflanzen so gut wachsen und blühen. Grund dafür ist die Verwendung eines Düngemittels, das sogenannte Thomas-Mehl aus der Stahlproduktion. Wie sich daraus eine Liebesgeschichte mit Camilla Horn entwickelt, ist in dem Stummfilm aus den 1920er Jahren zu sehen – untermalt von der Live-Musik des Pianisten. Um Wunder dreht es sich auch in den zwei anderen Beiträgen: In „Matinee ´74“ helfen Zauberhelme dem Hauptdarsteller, dem Komiker Ernst H. Hilbich, die Welt des Stahls zu erkunden. In „Mini die Dose“ wird der Zuschauer auf eine wundersame Reise vom Auto zur Konservendose mitgenommen.

Die beiden jeweils eineinhalbstündigen Veranstaltungen finden am 27. Oktober um 18 Uhr (Einlass 17.30 Uhr) und am 30. Oktober um 15 Uhr (Einlass 14.30 Uhr) im BesucherCentrum von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg (neben Tor 1, gegenüber der Hauptverwaltung Kaiser-Wilhelm-Straße 100) statt. Parkmöglichkeiten bestehen auf dem benachbarten P 1 (neben Matena-Straße). Moderiert wird das Programm vom ThyssenKrupp Konzernarchiv. Wegen der großen Nachfrage sind verbindliche Anmeldungen bis zum 19. Oktober unter veranstaltung.besuchercentrum@thyssenkrupp.com oder beim Team des BesucherCentrums unter 0203 – 52 244 08 unbedingt erforderlich.

Die historischen Filmabende stehen diesmal im Zusammenhang mit einer internationalen UNESCO-Aktion: Der 27. Oktober wird weltweit als „Tag des audiovisuellen Erbes" gefeiert. Er erinnert an die "Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder", die die UNESCO am 27. Oktober 1980 verabschiedet hat. Der Welttag soll das audiovisuelle Kulturerbe stärker in das öffentliche Bewusstsein bringen und auf die Notwendigkeit hinweisen, es zu schützen.

Weitere Informationen zum UNESCO-Welttag finden Sie hier: http://www.unesco.de/kultur/welttage/welttag-audiovisuelles-erbe.html

Ein Porträt über den Stummfilm-Pianisten Joachim Bärenz aus Essen gibt es unter: http://www.wdr3.de/musik/stummfilmmusiker100.html

Filmabend zeigt drei historische Filme über die „wundersame Welt des Stahls“

Spuk! - 1925; 24 Min.; Schwarz-Weiß, Stummfilm mit Zwischentiteln; Auftraggeber: Verein der Thomasmehlerzeuger, Berlin; Aufnahmen: Fritz Iffland; u. a. Darstellerin: Camilla Horn

Der Film entstand 1925 im Auftrag des Vereins der Thomasmehlerzeuger (Berlin) mit Camilla Horn, dem späteren Stummfilmstar. Nur ein Jahr später spielte sie in Murnaus Faust-Film die Rolle des Gretchens, die sie international bekannt machen sollte. Im Film „Spuk!“ ist sie die noch unbekannte Nachwuchs-Aktrice. Der Bezug zur Stahlproduktion ergibt sich aus einem Sack „Thomas-Mehl“ mit der Aufschrift „August Thyssen-Hütte, Gewerkschaft“. Die ATH war Mitglied im Verein der Thomasmehlerzeuger und betrieb eine Thomas-Schlackenmühle. Die Schlacke aus einem Thomas-Stahlwerk war ein wertvolles Nebenprodukt. Es spielte eine bedeutende Rolle als Düngemittel in der Landwirtschaft.

In dem Film geht es um zwei Nachbargärten in den 1920er Jahren: Während in dem einen alles gedeiht, liegen die Felder von Louise (gespielt von Camilla Horn) und ihrer Tante brach. So viel Mühe sich die beiden Frauen auch geben, die Radieschen wollen nicht wachsen. Der einzige Unterschied: Der Nachbarssohn verwendet „Thomas-Mehl“ von der ATH. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Mehl, dem fruchtbaren Boden und dem plötzlichen Haarwuchs des Wachtmeisters besteht, darüber klärt der Stummfilm auf.

Matinee ´74 - 1974; 20:20 Min.; Unternehmensimagefilm; Auftraggeber: August Thyssen-Hütte AG

Der Reporter Kleinfeld, dargestellt von Ernst H. Hilbich, hat einen Termin bei Thyssen. Während er auf Herrn Berghoff wartet, entdeckt er Arbeitshelme, die er aufsetzt. Die Helme entpuppen sich als Zauberhelme, die ihm die Struktur von Thyssen, die Arbeitsweise und Produkte zeigen.

Mini die Dose - 1973; Laufzeit 4;40 Min.; Auftraggeber: August Thyssen-Hütte AGProduzent: Deutsche Industrie- und Dokumentarfilm GmbH

Film über das Schicksal des alten, klapprigen Autos „Mini" bis zur Verschrottung. Durch Recycling des Materials wird „Mini" zur Konservendose.

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