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Tagespresse, Fachpresse, 04.12.2015, 09:36

Zurück am Hochofen: MSV-Kultkicker Joachim Hopp besucht ehemalige Kollegen im Duisburger Hüttenwerk von thyssenkrupp

Am Ball: Auf der Gießbühne am Hochofen 8 zeigten Joachim Hopp, Irfan Hökelekli und Betriebsrat Ali Güzel (v. l. n. r.) worauf es sowohl im Fußball wie im Arbeitsleben ankommt – auf den gegenseitigen Respekt.
Am Ball: Auf der Gießbühne am Hochofen 8 zeigten Joachim Hopp, Irfan Hökelekli und Betriebsrat Ali Güzel (v. l. n. r.) worauf es sowohl im Fußball wie im Arbeitsleben ankommt – auf den gegenseitigen Respekt.

Er war „Wassermann“ am Hochofen und Manndecker beim MSV. Duisburgs Kult-Kicker Joachim Hopp (49) gab immer alles und brachte das Kunststück fertig, den anstrengenden Job am Hochofen und die Fußballkarriere unter einen Hut zu bringen. Jetzt besuchte er seine alte Arbeitsstätte. Ali Güzel, damals „Hoppis“ Kollege am Hochofen und jetzt Betriebsrat bei Steel Europe hatte eingeladen.

Vor Ort, an der Gießbühne des Hochofens, wo das flüssige Roheisen vorbeifließt, kamen Erinnerungen an die alte Zeit hoch. Hopp hat für die Hochofenkühlung gearbeitet, war einer der so genannten „Wassermänner“. Er hatte den Hochofen auf Glut- und Heißstellen zu kontrollieren und überprüfte die Leitungssysteme. „Das war teilweise echte Maloche, vor allem bei Reparaturarbeiten, wenn die glühende Schlacke genau vor meiner Nase blubberte“, erzählt Hopp.

Er arbeitete Wechselschicht: Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht. „Als ich bei den Amateuren des MSV-Duisburg anfing, ging das dann nicht mehr, also habe ich meinen Vorgesetzten gefragt, ob ich nicht nur noch die Frühschicht übernehmen dürfte. Der war – wie alle anderen – MSV-Fan und hatte damit kein Problem. Das hieß für mich: Von 5.30 Uhr bis 13.30 Uhr Schicht bei Thyssen und dann zum Training“, erinnert sich das Duisburger Original. Dann hieß es jahrelang: morgens auf Schicht am Hochofen, nachmittags Manndecker auf dem grünen Rasen. „Erst als mich Ewald Lienen und Präsident Fischdick 1993 zum Profi machen wollten, hieß es aus der Chefetage: ‚Hoppi, mach mal Schluss am Hochofen.‘“

Hopp absolvierte seine letzte Frühschicht gab fortan Vollgas für seinen MSV. 1997 beendete der Duisburger Publikumsliebling seine Profikarriere. Heute arbeitet er für ein Duisburger Unternehmen und hat zwischenzeitlich die Mannschaft von Hamborn 07 trainiert. Yüksel Kilic freute daher besonders über den Besuch von „Hoppi“. Der 29-jährige ist im zweiten Jahre zur Ausbildung als Verfahrensmechaniker bei Steel Europe und hat bei Hamborn 07 gespielt. Trainer seinerzeit: Joachim Hopp. „Hochofen und Fußball – wohl eine gute Kombination“, resümiert die Duisburger Fußball-Legende.

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