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Tagespresse, 22.12.2015, 11:21

Ein Herz für Flüchtlingskinder: „Stahlsternchen“ vom thyssenkrupp-Kindergarten sorgen für vorweihnachtliche Bescherung in der Erstaufnahmestelle in Duisburg-Neumühl

Weihnachtsstimmung: Junges Mädchen mit „Papa Noel“, wie der Weihnachtsmann im arabischen Raum genannt wird.
Weihnachtsstimmung: Junges Mädchen mit „Papa Noel“, wie der Weihnachtsmann im arabischen Raum genannt wird.

Und dann kam auch noch der Weihnachtsmann: Die rund 200 Flüchtlingskinder in der DRK-Unterkunft an der Barbarastraße in Duisburg-Neumühl waren begeistert von dem Mann in roter Kleidung mit weißem Bart. Dabei handelte es sich um Wolfgang Swakowski, hauptberuflich Teamleiter Werkstattleistungen bei thyssenkrupp Steel Euro-pe in Duisburg. Er unterstützte spontan als „Papa Noel“, so die im arabischen Raum geläufige Bezeichnung für den Weihnachtsmann, eine Geschenkaktion von Kindern des Betriebs-Kindergartens von Steel Europe: Die „Stahlsternchen“ hatten zuvor Schuhkar-tons bemalt und mit Weihnachtsgeschenken gefüllt. Jetzt am Tag der Übergabe der Ge-schenke vor Ort, war die Aufregung groß: Und so war der Plan einer geordneten Vertei-lung bald nur noch Theorie: Die freudestrahlenden Kinder waren kaum zu bändigen.

Kita-Kinder hatten die Idee zur Geschenkaktion

Mittendrinn im Getümmel: Jennifer Blank aus dem Personalbereich „Learning, Develop-ment & Diversity Management“ des Duisburger Stahlherstellers. Sie hat die Geschenkak-tion koordiniert. „Mein Mann hat als Feuerwehrmann bei der Einrichtung von Notunter-künften geholfen. Was er berichtete, war teilweise erschütternd. Es kam die Frage auf, ob wir bei thyssenkrupp nicht auch etwas tun können. Da in unserer Betriebskita das Thema Flüchtlinge ohnehin sehr präsent ist, entstand dort in Gesprächen zwischen Kindern und Erziehern die Idee zu der Geschenkaktion“, erzählt die 35-jährige. „Wir haben die Kartons organisiert, die 77 Kinder haben sie in der Kita bunt bemalt und mit nach Hause ge-nommen. Dort wurden sie mit Geschenken gefüllt: vor allem Spielzeug, Bücher und Klei-dung.“ Weil in der Unterkunft im ehemaligen St. Barbara-Hospital zur Zeit mehr Kinder sind, als die Kita „Stahlsternchen“ hat, legte thyssenkrupp Steel Europe noch einmal Geld für weitere Geschenkkartons drauf, so dass auf jedes der rund 200 Kinder ein Ge-schenk wartete.

Flüchtlingsheim an der Barbarastraße ist Übergangsstation für viele Familien

Die Erstaufnahmestelle in der Barbarastraße besteht seit April 2015 und ist die größte ihrer Art in Nordrhein-Westfalen. Rund 800 Flüchtlinge finden dort eine Unterkunft, be-vor sie dann weiter auf die Kommunen verteilt werden. Die Fluktuation ist daher groß – die Menschen bleiben kaum länger als ein paar Wochen. Trotzdem ist Duisburg der erste Ort, an dem die Menschen nach ihrer oft tausende Kilometer langen Flucht ein wenig zur Ruhe kommen können. Überwiegend kommen sie aus Syrien, aber auch aus anderen Krisenregionen wie dem Irak, Afghanistan oder aus Afrika. Und es sind sehr viele Kinder darunter. Für sie konnte ein kleiner Kindergarten innerhalb des Heims eingerichtet wer-den. Betrieben wird das Haus von der Bezirksregierung Arnsberg, den Sozialservice übernimmt das Deutsche Rote Kreuz, das sich vor Ort über großes ehrenamtliches Enga-gement freuen kann. „25 Ehrenamtler, vom Professor bis zur Hausfrau, helfen uns, die Aufgaben hier zu bewältigen“, erzählt Günter Semmler, der den freiwilligen Einsatz koor-diniert. „Ohne sie ginge es schlicht nicht. Auch über das Engagement von thyssenkrupp haben wir uns sehr gefreut, besonders, dass wir so den Kindern zur Weihnachtszeit eine Freude machen können, ist schön.“ Jennifer Blank nickt und ergänzt: „Mein 5-jähriger Sohn fragte mich, ob es bei uns auch bald wieder Krieg gibt, nachdem er erfahren hatte, dass viele der Menschen vor Gewalt und Zerstörung in ihrer Heimat geflohen sind. Die Frage erscheint uns Erwachsenen ja völlig abwegig und es wird einem dann klar, wie gut es uns hier in Deutschland geht.“ Auch sie hofft, dass die in Duisburg angekommenen Kinder und ihre Eltern über die Weihnachtszeit ein wenig Normalität und Ruhe erfahren und Kraft für die nächsten Herausforderungen tanken können.

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