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Tagespresse, 16.12.2016, 16:38

Vom Technikzentrum in die Suppenküche: thyssenkrupp erweitert die soziale Woche für Auszubildende in Dortmund

Über 300 Bedürftige werden täglich mit frisch gekochten Gerichten in der Suppenküche „Kana“ im Dortmunder Norden versorgt. Lara Richter (links) und Melinda Breitkopf sind zwei von sechs thyssenkrupp Azubis, die drei Wochen lang in der Suppenküche geholfen haben.

Dienstbeginn am frühen Morgen: Zunächst heißt es für die Auszubildenden, Stühle von den Tischen zu nehmen und Speiseraum sowie Küche vorzubereiten. Im Anschluss geht es in der Küche in den Stuhlkreis. Hier wird, ganz klassische Teambesprechung, der Tagesablauf durchgespielt – mit einem entscheidenden Unterschied zum normalen Ausbildungsalltag: Die jungen Helfer sitzen vor einem beeindruckenden Berg Kartoffeln. Die müssen für die mittäglichen Besucher geschält und zubereitet werden, frisch natürlich. Wenn Raphael Saumann, Philipp Passmann, Lara Richter, Melinda Breitkopf sowie Jolina Räder und Kristin Sasse derzeit über ihre Ausbildung reden, dann kommen in diesen Tagen weder kaufmännische noch technische Begriffe zur Sprache. Sie nutzten das Angebot ihres Arbeitgebers, in ein Leben jenseits von fachbezogenen Inhalten einzutauchen und sich sozial zu engagieren. Die Azubis halfen in zweier Teams in der Suppenküche „Kana“ im Dortmunder Norden aus. Seit 1991 werden in der Einrichtung täglich rund 300 Bedürftige mit frischem Essen versorgt.

Suppenkelle und Spülschwamm statt PC und Werkzeug

„Dass man das Kochen lernt, ist ein schöner Nebeneffekt“, lächelt Lara Richter. Sie absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement im Stahlbereich von thyssenkrupp; in der Suppenküche springt sie nun überall dort ein, wo Hilfe gefragt ist. „Hier herrscht eine Atmosphäre der Gemeinschaft, in der alle sofort mithelfen, ohne lange zu fragen“, sagt Lara, und ihre Kollegin Melinda ergänzt: „Und wir sind mittendrin. Bei der Verteilung der Mahlzeiten kommt man immer wieder ins Gespräch, lernt Menschen kennen und erfährt ganz viel.“

Nach dem Essen, wenn die Gäste verabschiedet sind, geht es zurück in die Küche: Spülen, aufräumen, wischen – bei allen Aufgaben legen die Auszubildenden mit Hand an. Auch der „Dienstschluss“ verschiebt sich in dieser Woche bisweilen nach hinten. Das ist aber kein Thema. Für sie, da sind sich die sechs jungen Leute einig, ist diese Zeit eine echte Bereicherung.

Persönliches Reifen gehört dazu

Sensibilität, Verständnis und ein Gefühl für Verantwortung zu wecken – genau dieses Ziel verfolgen die Beteiligten: „Für uns umfasst eine gute Ausbildung mehr als die notwendige fachliche Qualifikation“, erklärt Michael Goralski vom thyssenkrupp Technikzentrum Dortmund. „Wir wollen den jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich weiter in ihrer Persönlichkeit zu entfalten. Das Wissen um die Lebenswelt, die sie direkt umgibt, ist unbezahlbar“, so der Ausbildungsleiter, der aktuell 132 junge Menschen in ihre berufliche Zukunft begleitet. Schon seit langem ist daher eine soziale Woche, in deren Rahmen sich die Auszubildenden mit Themen meist aus ihrem eigenen Umfeld beschäftigen, fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms. Vergleichbar gute Resultate erzielten neben dem Projekt in Dortmund auch weitere soziale Wochen in der Vergangenheit wie in einem Altenheim und einer Begegnungsstätte für geflüchtete Menschen.

Lesen Sie dazu mehr hier:
https://goo.gl/iO8Zkr
https://goo.gl/dU38hV

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