Zinn wird benötigt, um Weißblech vor Korrosion zu schützen und ist daher ein notwendiger Rohstoff, um die hohe Qualität von Produkten wie der Lebensmitteldose zu gewährleisten. Die Zinnauflage auf Weißblech ist extrem gering; sie liegt üblicherweise nur zwischen 1,0 g/m² bis 11,2 g/m². Damit dieser Anspruch jedoch nicht zulasten von Mensch und Umwelt geht, stellen wir die Nachhaltigkeit unserer Lieferkette sicher – und das nicht erst seit heute. Wir beziehen bereits seit mehr als einer Dekade kein Zinn aus Konfliktregionen. Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und der Kampf gegen Korruption sind nicht nur innerhalb unserer Unternehmensgruppe wichtige Werte, sondern gelten auch für unsere Lieferkette. Wir bei thyssenkrupp bekennen uns daher zum Global Compact der Vereinten Nationen. In unserem Unternehmen haben wir bereits seit Jahren Verfahren etabliert, mit denen sich Lieferketten überprüfen und Risiken ermitteln lassen. Unsere Lieferketten sind transparent und unterliegen regelmäßigen Audits, sodass wir den Anforderungen des Gesetzes vollständig genügen.
Die thyssenkrupp Rasselstein GmbH folgt im Übrigen bereits seit dem Jahr 2010 den Regularien der Vereinigten Staaten von Amerika, die man üblicherweise verkürzt den Dodd-Frank Act1 nennt, obwohl wir nicht der SEC-Aufsicht unterstellt sind und keine gesetzliche Verpflichtung haben, diese Anforderungen zu Konfliktmineralien zu erfüllen.
Die Förderung bestimmter Rohstoffe trägt in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und den angrenzenden Staaten teilweise zu erheblichen Menschenrechtsverletzungen und zur Finanzierung von gewaltsamen Konflikten in dieser Region bei. Wir kaufen daher keine Rohstoffe ein, die direkt oder indirekt bewaffnete Gruppen finanzieren oder begünstigen. Wir stehen jederzeit in engem Kontakt mit unseren Lieferanten, um die Transparenz hinsichtlich der von ihnen gelieferten Produkte zu erhöhen. Zukünftig werden wir die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern weiter ausbauen, um noch bessere Ansätze und praktikablere Lösungen sicherzustellen. Üblicherweise überzeugen wir uns selber vor Ort von den Bedingungen, oder beauftragen Dritte, die Situation bei unseren Lieferanten regelmäßig zu kontrollieren.
thyssenkrupp Rasselstein auditiert seine europäische Versorgung mit recyceltem Zinn
Seit rund fünf Jahren setzt das Unternehmen bei der Deckung seines Zinnbedarfs anteilig auch auf den Bezug von Sekundärzinn. Dabei handelt es sich um recyceltes Material, das qualitativ direkt abgebautem Zinn in nichts nachsteht und höchsten Ansprüchen genügt. Für dessen Herstellung werden sowohl Zinn aus den Produktionsprozessen Rasselstein als auch Zinn aus den Produktionsschrotten der Kunden zurückgewonnen und in den Kreislauf zurückgeführt. Hierfür arbeitet das Unternehmen mit Unterstützung seiner Tochtergesellschaft DWR (Deutsche Gesellschaft für Weißblechrecycling) eng mit der Nederlandse Onttinningsfabriek – der größten Produktionsstätte zur Entzinnung von Weißblech in Europa – und der Aurubis Beerse, einem der weltweit größten Hersteller von sekundärem Reinzinn mit einem Reinheitsgrad von bis zu 99,99 Prozent, zusammen.
Um zu zeigen, dass das Recycling von Zinn alle gesetzlichen und umweltrelevanten Auflagen erfüllt und der Zinnkreislauf geschlossen ist, haben sich thyssenkrupp Rasselstein, die Nederlandse Onttinningsfabriek und Aurubis Beerse entschieden, die Prozesskette durch einen unabhängigen Dritten zertifizieren zu lassen. „Im Rahmen eines Third Party Audits durch die DEKRA konnte nachgewiesen werden, dass die Prozesse der Zinnrückgewinnung in beiden Unternehmen technisch ausgereift, umweltverträglich und wirtschaftlich sind“, so Dr. Peter Kirchesch, Head of Sustainability, Public Affairs and Communications bei thyssenkrupp Rasselstein. „Die definierten Recyclingziele sind laut Audit ebenso erreicht wie die vollständige Integration in den operativen Betrieb; Umweltaspekte werden umfassend beachtet.“
Das Audit hat bestätigt, dass thyssenkrupp Rasselstein über die überprüfte Lieferkette auch Sekundärzinn aus dem Recycling von Weißblechschrotten bezieht und in seiner Produktion einsetzt.
Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Jahresbericht 2025 – Aktivitäten zur Umsetzung der Sorgfaltspflichten beim Import von Zinn nach Verordnung (EU) 2017/821.
1 Dodd-Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act, Section 1502