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Michail Sergejewitsch Gorbatschow

Gedenktafel Standort Dortmund ThyssenKrupp Steel Europe
Die Gedenktafel in der Werkshalle von ThyssenKrupp Steel Europe am Standort Dortmund erinnert noch heute an den Besuch Gorbatschows am 15. Juni 1989

1989 – „Gorbi“ besucht die Westfalenhütte in Dortmund

Deutschland war noch nicht wiedervereinigt und die Berliner Mauer sollte erst fünf Monate später fallen. Doch mit seiner neuen Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) leitete Michail Sergejewitsch Gorbatschow das Ende des Kalten Krieges ein. Am 15. Juni 1989 besuchte Gorbatschow als damaliger Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion die Dortmunder Westfalenhütte. Er wurde von den 9.000 Stahlarbeitern mit begeisterten „Gorbi, Gorbi“-Rufen empfangen.

Der politische Hoffnungsträger setzt dem Kalten Krieg zwischen Ost und West ein Ende

Gorbatschow war gemeinsam mit Ehefrau Raissa auf einer dreitägigen Reise durch Deutschland und besuchte am letzten Tag Dortmund. Hier ging er gleich auf die Menschen zu und fand den richtigen Ton. „Sie als Metallarbeiter und Hüttenwerker wissen, wie schwer es ist, Stahl zu produzieren, welcher Meisterschaft, welcher Arbeit und welchen Schweißes das bedarf. Bessere Beziehungen aufzubauen und diese Beziehungen in das Gleis der besseren Zusammenarbeit zu bringen, das ist eine noch kompliziertere Sache“, betonte der Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung. „Aber ein Arbeiter weiß Bescheid. Er weiß, dass alles durch Arbeit geschaffen wird, dass alles auf ihr ruht.“ Und er schloss mit den Worten: „Gleichgültig, welche Meinung die Politiker oder andere Repräsentanten der Gesellschaft von sich haben: Letzten Endes ist der Grundstein jeder Gesellschaft der arbeitende Mensch.“

Eineinhalb Jahre später erhält Michail Gorbatschow den Friedensnobelpreis

Im Rahmen der Veranstaltung in Dortmund wurde auch der Vorschlag aufgegriffen, Gorbatschow für seine Friedens- und Verständigungsbemühungen mit einer besonderen Ehrung auszuzeichnen. Eine Gedenktafel in der heutigen Werkshalle von ThyssenKrupp Steel Europe erinnert an den Besuch von Gorbatschow vor einem Vierteljahrhundert – und an den Wunsch der damaligen Hoesch-Belegschaft, den früheren Partei- und Staatschef zum Friedensnobelpreisträger zu ernennen, der am 10. Dezember 1990 tatsächlich in Erfüllung ging.

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