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Charles de Gaulle

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1962: Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle besucht das Hüttenwerk im Duisburger Norden

1962 – „Kein Tag wie jeder andere“: Vor mehr als 50 Jahren besuchte Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle das Hüttenwerk im Duisburger Norden

„Der 6. September wird als historischer Tag in die Geschichte der August Thyssen-Hütte eingehen“, hieß es damals in der Werkzeitschrift. „An diesem Donnerstag war der französische Staatspräsident General Charles de Gaulle bei uns, um vor 4.000 Mitarbeitern der Hütte aus Betrieben und Büros zu sprechen.“ Ein Zeitzeuge, der vor mehr als 50 Jahren als Thyssen-Mitarbeiter dabei war, erinnert sich: „Thyssen wurde ausgesucht, weil das Unternehmen ein bedeutendes Element des Wirtschaftswunders war. Es war fast ein Weltereignis.“ Dafür sorgte auch die Übertragung in zahlreiche Länder via Eurovision sowie die Anwesenheit von rund 250 Journalisten.

Herzliche Begrüßung des französischen Politikers

Bereits am Hafen Schwelgern begrüßten 400 Lehrlinge „Monsieur le Président“. Vom Hafen ging es mit dem Sonderzug weiter zur Warmbreitbandstraße, wo in der Halle bereits 4.000 Mitarbeiter auf de Gaulle warteten. In der Mitarbeiter-Zeitung von 1962 heißt es dazu: „Um 15.47 Uhr riss das Dröhnen der Produktion in der Breitbandstraße plötzlich ab. Stattdessen erfüllte die große Verladehalle des Betriebes (…) sich steigender Beifall für den Gast aus Frankreich. Hunderte rissen ihren Schutzhelm vom Kopf und schwenkten ihn zur Begrüßung durch die Luft. Andere klatschten in die schwieligen Hände oder riefen dem General ein lautes ‚Vive‘ zu.“ Charles de Gaulle hielt seine Rede an die Belegschaft auf Deutsch und ohne Manuskript.

Das neue Zeitalter der deutsch-französischen Freundschaft beginnt

Indem er die Mitarbeiter mit „Meine Herren“ ansprach, habe er – so die Werkszeitung – „sofort den Weg zu den Herzen der Männer“ gefunden. „In Ihnen begrüße ich das ganze schaffende deutsche Volk“, erklärte der damals 71-Jährige. „Sie alle fordere ich auf, zusammen mit mir ein neues Ereignis zu feiern, das größte unseres modernen Zeitalters, die Freundschaft zwischen dem französischen und dem deutschen Volk.“ Nach der Ansprache schlug de Gaulle erneut langer Beifall entgegen. „So eine große Begeisterung wie beim Besuch von de Gaulle hatte ich noch nicht erlebt“, erinnert sich der Zeitzeuge gerne zurück.

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