Feuerverzinkter Bandstahl mit guter Korrosionsbeständigkeit und gute Umform- und Verarbeitungseigenschaften.
Zuverlässiger Rundum-Korrosionsschutz – auch an Schnittkanten
Der feuerverzinkte Bandstahl vereinigt die Vorteile der Stückverzinkung mit denen der Bandverzinkung. Der warmgewalzte Bandstahl wird im Durchlaufverfahren verzinkt und ist im Vergleich zu herkömmlich schmelztauchveredeltem Spaltband auch an den Schnittkanten verzinkt.
Schmalbandverzinkung: der Herstellungsprozess kurz erklärt
Feuerverzinkter Bandstahl wird hergestellt, indem ein gereinigtes Stahlband, längsgeteiltes Warmband, durch ein Bad aus flüssigem Zink geführt wird. Vor dem Verzinken wird das Band entfettet, gebeizt und geglüht, um eine saubere, reaktive Oberfläche zu gewährleisten. Beim Austritt aus dem Zinkbad bildet sich eine fest haftende Zinkschicht auf allen Seiten, die einen dauerhaften Rundum-Korrosionsschutz bietet – auch an den Schnittkanten.
Feuerverzinkter Bandstahl für vielseitige Einsatzgebiete
Neben sehr guter Auflagenhaftung und hervorragender Korrosionsbeständigkeit verfügt der feuerverzinkte Bandstahl über gutes Umformverhalten, das maßgeblich durch die Dicke der Zinkauflage beeinflusst wird.
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: von Dachrinnenhaltern und Profilen mit geringer Zinkauflage und guter Umformbarkeit über Rollgittertore, Beschläge, Schellen und Fassumreifungsbänder mit normaler Korrosionsbeständigkeit und einfacher Umformung bis hin zu Blitzableitungen und Erdungen mit erhöhtem Korrosionsschutz und geringen Ansprüchen an die Umformbarkeit.
Lieferbare Stahlsorten
| Stahlfamilie | Stahlsortenbezeichnung |
|---|---|
| Weicher Stahl zum Kaltumformen, DIN EN 10111 |
DD11, DD12 |
| Allgemeiner Baustahl, unlegiert, DIN EN 10025-2 |
S185, S235, S275, S355 |
Lieferbare Bestellgruppen und Zinkauflage
| Zinkauflage [g/m2] je Seite | ||
|---|---|---|
| Bestellgruppe | Durchschnittswert | Einflächenprobe1 |
| Z120 |
120 | 95 |
| Z150 | 150 | 120 |
| Z225 | 225 | 180 |
| Z300 | 300 | 240 |
| Z400 | 400 | 320 |
| Z500 | 500 | 400 |
Abmessungen
| Lieferform | DICKE von_bis in mm |
BREITE von_bis in mm |
LÄNGE von_bis in mm |
|---|---|---|---|
| Ringe | 1,55 – 6,00 | 15 – 200 | – |
| Stäbe | 1,55 – 6,00 | 15 – 120 | 500 – 7.500 |
Oberflächenbehandlung für feuerverzinkten Bandstahl
Zusatzbeschichtung für temporären Korrosionsschutz
Feuerverzinkter Bandstahl mit zusätzlicher Passivierung bietet einen zuverlässigen temporären Korrosionsschutz. Durch die Passivierung bildet sich auf der Zinkoberfläche eine dünne Schutzschicht, die das Material effektiv vor Feuchtigkeit schützt und die Entstehung von Weißrost deutlich reduziert. Dadurch wird die Lager- und Transportbeständigkeit verbessert, während die metallische Optik des Bandstahls erhalten bleibt. Gleichzeitig wird die Umformbarkeit nicht beeinträchtigt, sodass das Material weiterhin problemlos weiterverarbeitet werden kann. Die passivierte Oberfläche eignet sich zudem hervorragend als Grundlage für nachfolgende Beschichtungsprozesse.
Produktempfehlung chemische Passivierung
covex® T ist eine dünne, transparente und farblose Passivierung, die metallisch veredelte Oberflächen zuverlässig schützt. Sie bildet eine grifffeste, Cr(III)-haltige Schutzschicht und dient als temporäre Barriere bis zur ersten Verarbeitungsstufe.
Bei sachgemäßer Lagerung und korrekten Transportbedingungen bietet covex® T einen wirksamen Schutz von bis zu 3 Monaten gegen die Bildung von Korrosionsprodukten und Weißrost. Damit eignet sich die Beschichtung ideal für empfindliche Metalloberflächen, die vorübergehend geschützt und gleichzeitig optisch unverändert bleiben sollen.
Hinweise für die Verarbeitung von feuerverzinktem Bandstahl
Korrosionsschutz
Der auf das Warmband im kontinuierlichen Verfahren aufgebrachte Zinküberzug ist ein idealer Korrosionsschutz. Ein Vorteil des feuerverzinkten Bandstahles ist, dass auch die Seitenflächen mit Zink überzogen sind. Die Schutzwirkung beruht auf der Einordnung von Zink und Eisen in der elektrochemischen Spannungsreihe der Elemente. Das gegenüber Eisen unedlere Metall Zink wird unter Umwelteinflüssen wie z. B. Feuchtigkeit angegriffen und stetig abgebaut. Der Oxidationsprozess an der Stahloberfläche wird dadurch verhindert.
Das komplette Korrosionsverhalten hängt jedoch von verschiedenen Faktoren wie z. B. der Temperatur, der elektrischen Leitfähigkeit des Elektrolyten oder der Deckschichtdicke ab. Die Bewertung des Korrosionsverhaltens kann nur im Zusammenspiel aller Faktoren beurteilt werden und ist für den einzelnen Verwendungszweck zu prüfen.
Allgemein gilt, dass der Korrosionsschutz mit steigender Zinkauflage wächst.
Umformen
Der feuerverzinkte Bandstahl weist gute Umformeigenschaften auf. Bei der Wahl der Schichtdicke ist zu beachten, dass die Umformbarkeit mit abnehmender Schichtdicke besser wird. Die Werkstoffauswahl richtet sich nach den gewünschten Umformansprüchen und der Endgeometrie des Werkstückes. Eine Anpassung der Verarbeitungswerkzeuge ist vorzunehmen, weil der Zinküberzug andere physikalische Eigenschaften aufweist. Einziehradien und Spalte müssen größer gewählt werden als bei unbeschichtetem Material.
Der Einsatz von Sintermetallen oder speziell behandelten Werkzeugoberflächen kann der Kaltschweißneigung entgegenwirken. Umformhilfsmittel werden im Regelfall bei der Umformung von feuerverzinktem Bandstahl benötigt und Maschinenparameter, z. B. Niederhalterdruck, sind auf Grund der anderen Fließeigenschaften des schmelztauchveredelten Bandes entsprechend zu wählen.
Fügen
Alle thermischen und mechanischen Fügeverfahren sowie Kleben sind anwendbar. Die besonderen Eigenschaften des Zinküberzuges erfordern jedoch eine Veränderung und damit Anpassung der Verfahrensparameter gegenüber unverzinktem Material. Oberflächenschonende Verfahren, welche die korrosionsschützenden Eigenschaften der Schutzschicht sehr gut erhalten, sind z. B. Schrauben, Nieten oder Falzen. Das Problem der Kontaktkorrosion verschiedener Werkstoffe muss hier im Einzelfall betrachtet und geprüft werden.
Schweißen
Bei der Anwendung von Schmelzschweißverfahren verbrennt der Zinküberzug örtlich im Schweißnahtbereich. Die freiliegenden Oberflächenbereiche sind dann ohne Korrosionsschutz. Eine geeignete Nahtnachbehandlung ist anzuwenden, um Umwelteinflüssen entgegenzuwirken. Das Laserschweißen hat sich hinsichtlich der geringen Wärmeeintragung in der Schweißnahtzone als sehr gutes Schmelzschweißverfahren herausgestellt. Aber auch Widerstandsschweißverfahren sind gut anwendbar, weil der ursprüngliche Schutz weitestgehend erhalten bleibt. Die Elektrodenkraft, der Elektrodenstrom und die Kühlung der Elektrode müssen aber im Vergleich zu unbeschichtetem Material, hinsichtlich der Faktoren Stahlsorte, Banddicke und Zinkauflage, verändert werden.
Löten
Der feuerverzinkte Bandstahl ist gut zum Löten geeignet. Der große Vorteil beim Löten ist, dass der Korrosionsschutz vollständig erhalten bleibt, weil die Verdampfungstemperatur des Zinks oberhalb der Schmelzpunkte von Weich- und Hartloten liegt. Um den Zinküberzug auf das Löten vorzubereiten, ist eine Behandlung mit einem geeigneten Flussmittel vorzunehmen. Auch hier ist die höhere Auflagenstärke zu berücksichtigen.
Beschichten
Zur Steigerung des Korrosionsschutzes und/oder aus dekorativen Gründen ist das Aufbringen einer organischen Beschichtung auf den feuerverzinkten Bandstahl möglich. Die Haftungseigenschaften sind auf Grund der Zinkauflage gut und können durch eine chemisch passivierte Oberfläche noch verbessert werden. Das gründliche Reinigen der Oberfläche mittels Spezialreiniger sowie ihre Aktivierung sind notwendig, um Haftungsprobleme zu vermeiden.
