In der Hausgeräteindustrie müssen verzinkte Bleche Transport, Umformung und Lackierung zuverlässig durchlaufen. Unsere chromfreie Passivierung unterstützt stabile Oberflächen, gute Lackhaftung und eine dauerhaft hochwertige Optik.
Passivierung – die zusätzliche Schutzschicht für Ihre verzinkten Oberflächen
Nach dem Verzinken wird die Stahloberfläche in der Regel mit einer sehr dünnen, transparenten Passivierungsschicht versehen. Diese Schicht stabilisiert die Zinkoberfläche, schützt vor sogenanntem Weißrost während Lagerung und Transport und unterstützt nachgelagerte Prozesse wie Umformung und Lackierung.
Für Sie als Anwender bedeutet das: bessere Oberflächenstabilität, eine höhere Prozesssicherheit und mehr Spielraum bei Logistik und Zwischenlagerung – insbesondere bei anspruchsvollen Lieferketten.
Chrom(III), Chrom(VI), chromfrei – was steckt dahinter?
In der industriellen Passivierung haben chromhaltige Systeme eine lange Tradition. Heute kommen überwiegend Passivierungen auf Basis von Chrom(III) zum Einsatz. Chrom(III) gilt als essentielles Spurenelement und wird in üblichen Anwendungen als sicher betrachtet.
Deutlich kritischer ist Chrom(VI): Es ist stark toxisch und als krebserzeugend eingestuft, weshalb Chrom(VI)-Verbindungen in Europa einer strengen Regulierung unterliegen. In vielen Anwendungen sind sie bereits weitgehend ersetzt.
Chromfreie Passivierungen gehen noch einen Schritt weiter: Sie verzichten vollständig auf Chrom und nutzen alternative chemische Systeme. Ziel ist es, die technischen Anforderungen dauerhaft zu erfüllen – bei gleichzeitig minimalen regulatorischen Risiken für Ihre Materialfreigaben und Lieferfreigaben.
REACH & Co.: Was sich bei Chrom ändert – und was für Sie relevant ist
Chrom wird in Europa nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Chrom(III) und Chrom(VI). Für verschiedene Chrom(VI)-Verbindungen gelten bereits seit Jahren strenge Zulassungs- und Beschränkungsregeln. Hier ist absehbar, dass sich der regulatorische Druck weiter erhöht.
Chrom(III)-basierte Passivierungen sind weiterhin zulässig und stellen heute den Standard in vielen Stahlanwendungen dar. Gleichzeitig kann die Herstellung solcher Systeme durch strengere Vorgaben an Chrom(VI)-Vorprodukte aufwändiger und kostspieliger werden – oder sich in Regionen mit weniger strengen Vorgaben verlagern.
Für Sie als Kunde bedeutet das: Es ist sinnvoll, mittel- und langfristig Optionen zu kennen, die komplett ohne Chrom auskommen. So gewinnen Sie Spielraum für die Weiterentwicklung Ihrer eigenen Materialrichtlinien und Nachhaltigkeitsziele.
Unsere chromfreie Passivierung – geprüft, freigegeben, bereit für Ihre Anwendungen
thyssenkrupp Steel hat im Rahmen eines Entwicklungsprojekts eine chromfreie Passivierung für verzinkte Flachstähle umfassend erprobt. In Labor- und Praxistests wurden Korrosionsschutz, Oberflächenstabilität sowie die Eignung für nachgelagerte Prozesse überprüft. Das System ist freigeprüft und kann für definierte Anwendungen eingesetzt werden.
Aktuell setzen wir die chromfreie Passivierung gezielt dort ein, wo Sie konkrete Anforderungen an chromfreie Oberflächen erfüllen müssen. Die Passivierung ist aufgrund der eingesetzten Chemie derzeit kostenintensiver als unsere etablierten Chrom(III)-Passivierungen. Deshalb beraten wir Sie individuell, ob und wo der Einsatz für Ihre Bauteile und Ihre Lieferketten sinnvoll ist.
Im Bereich Verpackungsstahl verfügt thyssenkrupp Steel bereits seit Jahren über Erfahrung mit chromfreien Passivierungen. Diese Expertise nutzen wir, um Lösungen auch für weitere Anwendungen zuverlässig zu gestalten.
Chrom(III)-Passivierung und chromfreie Passivierung im Vergleich
Je nach Anwendung kann sowohl die Chrom(III)-Passivierung als auch die chromfreie Passivierung die richtige Wahl sein. Die folgende Übersicht unterstützt Sie bei einer ersten Einordnung: