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Chronik

1811 – Gründung der Gussstahlfabrik durch Friedrich Krupp

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Friedrich Krupp gründet am 20. November 1811 eine Fabrik zur Herstellung von Gussstahl nach englischem Qualitätsmaßstab und den daraus angefertigten Produkten.

1850 – Erfindung Stahlformguss

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Jacob Mayer, Mitgründer des Bochumer Vereins für Bergbau und Gussstahlfabrikation, erfindet den Stahlformguss. Vorteil des Verfahrens: Produkte können direkt aus flüssigem Stahl in ihre endgültige Form gebracht werden. Auch heute noch produziert ThyssenKrupp Steel Europe am Standort Bochum.

1852 – Erfindung des nahtlosen Eisenbahnradreifens

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Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Eisenbahn zum Massentransportmittel. Krupp schiebt diese Mobilitätsrevolution mit an und profitiert von ihr. Seit 1847 werden Achsen und Federn hergestellt und 1852 folgt eine bahnbrechende Erfindung: der nahtlos geschmiedete und gewalzte, nun bruchsichere Eisenbahnradreifen. Er wird zum weltweiten Verkaufsschlager. Zweites Standbein des Konzerns wird die Produktion von Geschützen aus Gussstahl.

1871 – Gründung mehrerer Eisen- und Stahlunternehmen im Ruhrgebiet

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Zeichnung von 1895: Vogelperspektive auf die Bebauung im Dortmunder Norden, die Hoesch-Werke und die dazugehörigen Arbeiter- und Beamtenwohnhäuser. Die Zeche Westphalia und Schacht Kaiserstuhl II, die zu dieser Zeit von Hoesch erworben wurden, sind im Hintergrund zu sehen.

In Dortmund gründen Leopold Hoesch und weitere Mitglieder dieser Eifeler Unternehmerfamilie das Eisen- und Stahlwerk Hoesch. Im gleichen Jahr nimmt die SA des Aciéries du Rhin (Rheinische Stahlwerke) in Duisburg-Ruhrort ein Bessemer-Stahlwerk in Betrieb. Ebenfalls 1871 gründet August Thyssen mit seinem Vater die Firma Thyssen & Co., zunächst ein Bandeisenwalzwerk, in Mülheim an der Ruhr. 1871 gilt nicht als Gründungsdatum des späteren Thyssen-Konzerns. Auf diesem Werksgelände befinden sich heute die Mannesmannröhren-Werke.

1875 – Markenzeichen Krupp

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1875 bestimmt Alfred Krupp drei übereinandergelegte Radreifen zu seinem dann weltbekannt gewordenen Firmenzeichen.

1878/1879 – Thomas-Verfahren in Deutschland

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Der technische Leiter des Hoerder Bergwerks- und Hütten-Vereins in Dortmund, Joseph Massenez, erwirbt 1878 die Patente für das Thomas-Verfahren in Deutschland. Gemeinsam mit den Rheinischen Stahlwerken gelingt dem Hoerder Verein 1879 die industrielle Einführung dieses Stahlherstellungsverfahrens in Deutschland. Mit dem Thomas-Verfahren ließen sich auch phosphorhaltige Erze für die Stahlherstellung nutzen. Der Hoerder Verein in Dortmund, der in den 1960er-Jahren im Hoesch-Konzern aufging, wird durch das Thomas-Verfahren einer der führenden deutschen Stahlhersteller.

1889/1890 – Einführung des Roheisenmischers

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Hermannshütte des Hoerder Vereins, 1885: fotografische Repruduktion einer Zeichnung von Jakob-Weeser-Krell, Trier

Gustav Hilgenstock, Ingenieur beim Hoerder Verein in Dortmund, führt den Roheisenmischer in Kontinentaleuropa ein (Entschwefelung des Roheisens). Dies war für die praktische und wirtschaftliche Durchführung von Massenstahlverfahren (Thomas-Stahl) eine wichtige Voraussetzung. Seit 1893 leitet er die Firma Dr. C. Otto & Comp. (ein Vorläuferunternehmen von ThyssenKrupp Industrial Solutions) in Bochum, wo er den Unterbrenner-Koksofen mitentwickelt.

1891 – Formierung des Thyssen-Konzerns

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Kuxschein der Gewerkschaft Deutscher Kaiser

1891 gibt August Thyssen bekannt, im Besitz sämtlicher Anteile der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Bruckhausen bei (Duisburg-)Hamborn zu sein. Der Ausbau der Gewerkschaft Deutscher Kaiser zum Hüttenwerk mit eigener Kohlenbasis beginnt. Im Siemens-Martin-Stahlwerk findet der erste Abstich statt. Beide Ereignisse des Jahres 1891 gelten später als Gründungsdaten des Thyssen-Konzerns. An gleicher Stelle erzeugt ThyssenKrupp Steel Europe noch heute Stahl. In den folgenden Jahren rationalisiert, modernisiert und erweitert August Thyssen die Erzeugung von Eisen und Stahl und baut systematisch sowohl die Rohstoffbasis als auch die Weiterverarbeitung seiner Unternehmen aus. Durch Beteiligungen an Erzgruben und Transportgesellschaften im Ausland findet eine erste Internationalisierung des Thyssen-Konzerns statt.

1892 – Entwicklung zu einem horizontal gegliederten Konzern

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Friedrich Alfred Krupp setzt den Ausbau des Unternehmens zu einem horizontal und vertikal gegliederten Konzern fort. Die Angliederung des Grusonwerks in Magdeburg 1892 legt den Grundstein für den Krupp-Anlagenbau. Die Übernahme der Germaniawerft in Kiel 1896 eröffnet den Zugang zum Schiffbau. Mit dem integrierten Hüttenwerk in Rheinhausen wird 1897 die Roheisen- und Stahlbasis des Konzerns erweitert.

1902 – Gründung der Aktiengesellschaft für Hüttenbetrieb, heute Landschaftspark Duisburg-Nord

1902 gründet August Thyssen die Aktiengesellschaft für Hüttenbetrieb im damals noch selbstständigen (Duisburg-)Meiderich, um den Roheisenbedarf seiner Siemens-Martin-Stahlwerke in Mülheim an der Ruhr und Duisburg-Hamborn zu decken. Nach der Werksstilllegung 1985 wird das Hochofenwerk im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscherpark und aufgrund von privaten Initiativen in einen Landschaftspark umgewandelt.

1903 – Baubeginn Hafen Schwelgern

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Zwischen 1903 und 1907 baut die Gewerkschaft Deutscher Kaiser einen neuen Werkhafen mit modernen Verladeeinrichtungen in Schwelgern zur Ergänzung des bisherigen Werkhafens in Alsum. Der Hafen Schwelgern, der auch die kostengünstige Verschiffung der eigenen Fertigprodukte ermöglichte, wird bis heute genutzt.

1907 – Hoesch erwirbt das Werk Hohenlimburg

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Mit der Fusion von Hoesch und dem Limburger Fabrik- und Hütten-Verein findet das Dortmunder Stahlunternehmen einen regelmäßigen Abnehmer für sein Halbzeug. Das Walzwerk Hohenlimburg entwickelt sich später zu einem ausgesprochenen Spezialisten für Federnstahl, Mittelband und Kaltwalzprodukte.

1912 – Entwicklung nicht rostender, säurebeständiger Stähle

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In diesem Jahr gelingt Krupp nach intensiver Forschungsarbeit die Entwicklung nicht rostender, säurebeständiger Stähle. NIROSTA und V2A finden rasch vielfältige Anwendung, vor allem in der Chemie- und Nahrungsmittelindustrie, in der Medizin und im Bauwesen. Sie werden weltweit ein Begriff für Qualität. Auch der Turmhelm des 1929 vollendeten Chrysler-Gebäudes in New York ist mit diesem Material verkleidet.

1914–1918 – Erster Weltkrieg

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Der Erste Weltkrieg wird zur Zäsur. Nach anfänglichem Rückgang der Erzeugung erfolgt – nicht nur bei Thyssen und Krupp – eine massive Ausweitung der Produktion, vor allem werden Rüstungsgüter, unter anderem Geschütze, Geschosshüllen, Gleisanlagen für Feldbahnen, gefertigt. Wie in der deutschen Kriegswirtschaft allgemein, so werden auch bei der Gewerkschaft Deutscher Kaiser wegen Arbeitskräftemangel Frauen, belgische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene beschäftigt.

1919 – Umstellung auf Friedensproduktion

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Nach dem Krieg stellt Krupp als Folge des Versailler Vertrags die Produktion um und beginnt unter anderem mit dem Bau von Lokomotiven, Lastkraftwagen, Landmaschinen und Baggern. In den folgenden Jahren gelingt es, das Unternehmen zu stabilisieren. Dabei konzentriert man sich auf die Straffung der Weiterverarbeitungsbetriebe und den Ausbau der Edelstahlerzeugung.

1926 – Vereinigte Stahlwerke AG

Einbringung der Thyssen-Firmen in die Vereinigte Stahlwerke AG, dem außer Hoesch, der Gutehoffnungshütte, Mannesmann, Klöckner und Krupp alle Montankonzerne des Ruhrgebiets angehören. Wenige Wochen nach August Thyssens Tod (4. April 1926) geben sein Sohn Fritz und sein Neffe Hans die Zustimmung zur Einbringung ihrer Thyssen-Unternehmen in die Vereinigte Stahlwerke AG.

1926 – WIDIA kommt auf den Markt

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In diesem Jahr bringt Krupp das Hartmetall WIDIA (wie Diamant) auf den Markt. Es leitet durch seine Härte und Verschleißfestigkeit einen entscheidenden Fortschritt in der Werkzeugtechnik ein. WIDIA wird bald zur Bezeichnung für Hartmetall schlechthin.

1933 – Die Zeit des Nationalsozialismus

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Im Rahmen der Aufrüstung und besonders im Zweiten Weltkrieg werden die unternehmerischen Entscheidungsspielräume eingeengt. Die rheinisch-westfälischen Montankonzerne sind – wie andere Unternehmen der Großindustrie – in die Rüstungs- und Kriegspolitik eingebunden, dazu gehört auch die Beschäftigung von Fremdarbeitern. Der Krieg endet mit schweren Bombardierungen und Zerstörungen, mit Besetzung und Beschlagnahme der Firmen, worauf zum Teil umfassende Demontagen folgen.

1953 – Neugründung der August Thyssen-Hütte AG

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1950 beginnen die Wiederaufbauarbeiten auf der Thyssenhütte. Der erste Hochofen wird 1951 angeblasen, ein Siemens-Martin-Werk läuft ebenfalls wieder an. Im Rahmen der Entflechtung der westdeutschen Montanindustrie wird die Thyssenhütte aus dem Konzernverband der Vereinigte Stahlwerke AG herausgelöst und 1953 als August Thyssen-Hütte AG (neu) gegründet.

1953 – Abtrennung der Montanbetriebe durch alliierte Verfügung

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Die Stahl- und Bergbauaktivitäten Krupps werden ausgegliedert und sollen verkauft werden. Das Rheinhausener Hüttenwerk erzielt im Wiederaufbauboom der Bundesrepublik bald Produktionsrekorde. Bis 1968 findet sich kein Käufer für die Betriebe. Die „Verkaufsauflage“ fällt weg.

1955 – Erste Warmbreitbandstraße in der Bundesrepublik Deutschland

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1955 geht die erste nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland installierte kontinuierliche Warmbreitbandstraße in Betrieb. Sie bildet das Herzstück der auf Flachstahl ausgerichteten Produktion der Thyssenhütte. Sie verschafft dem Unternehmen neue Möglichkeiten auf dem Gebiet der Feinbleche. An der offiziellen Inbetriebnahme der Warmbreitbandstraße nimmt Bundeskanzler Konrad Adenauer teil.

1957 – Erstes Sendzimir-Walzwerk geht in Betrieb

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1957 nimmt die Deutsche Edelstahlwerke AG Werk Krefeld, eine Vorgängergesellschaft der ThyssenKrupp Nirosta GmbH, das erste Sendzimir-Walzwerk für das Kaltwalzen von nichtrostendem Edelstahl in Deutschland in Betrieb. Damit wird die Produktion von Kaltband revolutioniert. Das Sendzimir-Gerüst, benannt nach seinem Entwickler Tadeusz Sendzimir, ist ein Mehrrollen-Gerüst mit 20 Rollen zum Kaltwalzen von breiten Stahlbändern. Die beiden dünnen Arbeitswalzen werden durch zahlreiche Stützwalzen im Gehäuse gehalten.

1958 – Thyssen erwirbt eine Beteiligung in Rasselstein

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Rasselstein Mitte 1960er Jahre: Das Weißblechwerk (Vordergrund) nahm 1921 die Produktion in Andernach auf. Im Hintergrund zu sehen ist der Gründungsstandort der Firma ThyssenKrupp Rasselstein, das ehemalige Feinblechwerk in Neuwied.

Die August Thyssen-Hütte AG beteiligt sich an dem bereits 1760 gegründeten Stahl- und Walzwerk Rasselstein. Damit findet Thyssen Zugang zum Markt für oberflächenvergütete Feinstbleche. Rasselstein ist heute Deutschlands einziger Weißblechhersteller. Am weltweit größten Produktionsstandort für Verpackungsstahl produziert ThyssenKrupp Rasselstein verzinntes oder spezialverchromtes Feinstblech für unterschiedlichste Verpackungen.

1958 – RH-Vakuumverfahren

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Forderungen der Stahlverbraucher nach verbesserten Werkstoffeigenschaften führen zur Entwicklung des so genannten RH-Vakuumverfahrens. Gemeinsam mit der Firma W. C. Heraeus entwickelt die Henrichshütte der Ruhrstahl AG, die spätere Thyssen Henrichshütte, dieses bedeutende Stahlnachbehandlungsverfahren. Das Ruhrstahl-Heraeus-Verfahren zur Behandlung von Stahl unter Vakuum ermöglicht die Produktion eines besonders homogenen und reinen Stahls von hoher Qualität.

1960–1964 – Werk Beeckerwerth – ein Hüttenwerk auf der grünen Wiese

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Um die wachsende Nachfrage nach dem Werkstoff Stahl zu erfüllen, baut die August Thyssen-Hütte AG zwischen 1960 und 1964 ein ganz neues Werk auf der „grünen Wiese“. Dank der weitsichtigen Grundstückspolitik August Thyssens steht dem Unternehmen in Beeckerwerth genügend Fläche zur Verfügung. Es handelt sich um ein Areal von 1,5 Millionen Quadratmetern. Bestandteil des neuen Werks ist zunächst ein Stahlwerk, das nach dem damals neuen Oxygenverfahren Stahl erzeugen soll. Es wird im Juni 1962 mit zwei 150-Tonnen-Konvertern in Betrieb genommen. Die Konzeption des neuen Werks umfasst aber auch ein Breitbandwalzwerk mit anschließendem Kaltwalzwerk. Die Warmbreitbandstraße nimmt im April 1964 die Arbeit auf, zwei Monate später beginnt das Kaltwalzwerk seine Produktion.

Das Werk Beeckerwerth wird 1971 beim Bundeswettbewerb „Industrie in der Landschaft“ mit der Goldmedaille ausgezeichnet, denn der technische Vorstand Alfred Michel hatte besonderen Wert auf die äußere, die architektonische Gestaltung der Anlagen direkt am Rhein gelegt. Bei einer Pressebesichtigung 1963 betont Michel, dass „ein Hüttenwerk nicht eine in Ruß und Staub gehüllte Fabrik zu sein braucht, sondern in seiner Architektur und in der Einbettung in Grünanlagen durchaus ansprechend und schön sein kann“.
Heute erzeugt das Werk mit drei Konvertern von je 265 Tonnen Fassungsvermögen nahezu 6 Millionen Tonnen Rohstahl pro Jahr. Alle Anlagen des Konverterbetriebs, der Sekundärmetallurgie und der Stranggießanlagen werden durch umfangreiche Investitionen regelmäßig dem Stand der Technik angepasst. Unter anderem ist 2001 eine der modernsten Vakuumanlagen in Betrieb gegangen.

1965 – Erwerb des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikation

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Nach Erwerb der Mehrheitsbeteiligung am Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation folgt 1965 die Verschmelzung mit dem Rheinhausener Hüttenwerk zur Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG. Mit dem Standort Bochum verfügt Krupp zu dieser Zeit über eine starke Edelstahlbasis.

1972 – Krupp baut Dach des Münchner Olympiastadions

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Als Technologiekonzern übernimmt Krupp auch spektakuläre Stahlbauprojekte. So konstruiert Industrie- und Stahlbau Rheinhausen das Stahlnetzdach des neuen Münchner Olympiastadions.

1973 – Ausbau Thyssen zum Mischkonzern

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Nach der Fusion der August Thyssen-Hütte AG mit der Rheinstahl AG entstehen die vier neu formierten Unternehmensbereiche Investitionsgüter und Verarbeitung, Handel und Dienstleistungen, Edelstahl sowie Stahl.

1973 – Schwarzer Riese in Duisburg

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Inbetriebnahme des Hochofens Schwelgern I der August Thyssen-Hütte AG in Duisburg. Mit einem Gestelldurchmesser von 14 Metern und 42.000 Kubikmeter Nutzvolumen ist der „Schwarze Riese zu der Zeit der größte Hochofen der westlichen Welt. Viele Jahre Planungs- und Entwicklungsarbeiten gingen dem Anblasen im Februar voraus. Für die Gestaltung zeichnet der Architekt Professor Fritz Schupp verantwortlich, der schon in den 1930er-Jahren die Zeche Zollverein in Essen entworfen hatte. 1993 geht der zweite Hochofen in Schwelgern in Betrieb. Mit einem Gestelldurchmesser von fast 15 Metern übertrifft er den Schwarzen Riesen von 1973 deutlich. Zum Vergleich: Der erste Hochofen, der 1897 bei Thyssen in Betrieb ging, hatte eine Tagesproduktion von 250 Tonnen. In den 1950er-Jahren gehörten Tagesproduktionen von 1.000 Tonnen zur Spitze. Die beiden Hochöfen in Schwelgern kommen auf eine Leistung von 10 bzw. 12.000 Tagestonnen Roheisen.

1977 – Neues Bildungszentrum

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Offizielle Einweihung des Bildungszentrums der Thyssen AG, vorm. August Thyssen-Hütte, in Duisburg-Hamborn mit Bundespräsident Walter Scheel.

1980 – Reorganisation der Stahlsparte

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Die Stahlkrise und der Subventionswettbewerb in der Europäischen Gemeinschaft zwingen zu einer Neuausrichtung des Stahlbereichs. Unter dem Mantel der 1980 gegründeten Krupp Stahl AG wird die Massenstahlfertigung heruntergefahren und der Fokus auf Qualitäts- und Edelstähle gerichtet. Eine einschneidende Maßnahme in den Folgejahren: die Stilllegung des fast 100 Jahre alten Rheinhausener Werks 1993.

1983 – Gründung der Thyssen Stahl AG

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Der Stahlbereich der Thyssen-Gruppe wird 1983 in die Thyssen Stahl AG ausgegliedert. Anlass waren unter anderem die Verhandlungen (Moderatoren-Gespräche) über eine Zusammenarbeit mit der Krupp Stahl AG, die jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert wird.
Bereits vorher waren von Thyssen unwirtschaftliche Kapazitäten stillgelegt worden. Nun sind weitere Einschnitte erforderlich, unter anderem erfolgen die Stilllegung des Hochofenwerks Hüttenbetrieb und die Stilllegung der Grobblechstraßen in Hattingen und Oberhausen.

1983 – Erste Thyssen Tailored Blanks bei Audi

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Maßgeschneiderte, lasergeschweißte Platinen (Tailored Blanks), zusammengesetzt aus Einzelblechen unterschiedlicher Dicke, Beschichtung oder Stahlgüte, sorgen dafür, dass das fertige Bauteil genau dort die höchste Festigkeit besitzt, wo die größten Kräfte auftreten. Damit wird das Gewicht der Autos und somit deren Kraftstoffverbrauch reduziert. Diese Innovation von Thyssen Stahl leitet Mitte der 1980er-Jahre eine „Revolution“ beim Automobilbau ein. Wilfried Prange, Leiter Forschungsabteilung Anwendungstechnik, gilt als der „Erfinder“ der Tailored Blanks, die 1983 erstmals im Audi 100 eingesetzt wurden.

Der Verkauf von ThyssenKrupp Tailored Blanks an die chinesische Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO) ist 2013 abgeschlossen worden.

1992 – Fusion der Fried. Krupp AG mit der Hoesch AG zur Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp

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Nach der Fusion zwischen der Fried. Krupp AG und der Hoesch AG wird der Konzern neu strukturiert: Die Geschäftsfelder sind in fünf Sparten organisiert: Anlagenbau, Automotive, Handel, Maschinenbau, Stahl und Verarbeitung.

1995 – Kooperationen zwischen Thyssen und Krupp im Stahlbereich

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In den 1990er-Jahren werden die Kooperationsgespräche zwischen Thyssen und Krupp wieder aufgenommen. Sie führen 1995 zu Gemeinschaftsunternehmen in den Bereichen Weißblech (Rasselstein Hoesch GmbH), Elektroblech (EBG Elektroblech Bochum GmbH) und Rostfrei-Flacherzeugnisse (Krupp Thyssen Nirosta GmbH).

1997 – Zusammenführung der Qualitätsstahl Flach-Bereiche von Krupp und Thyssen zur Thyssen Krupp Stahl AG

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Im März 1997 wird die Absicht der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp bekannt, den Thyssen-Konzern mehrheitlich zu erwerben. Nach Aufgabe des Übernahmevorhabens beraten beide Unternehmen intensiv über das industrielle Konzept einer gemeinsamen Flachstahlgesellschaft, in die die Thyssen Stahl AG und die Krupp Hoesch Stahl AG ihre Flachstahlaktivitäten einbringen. Die Thyssen Krupp Stahl AG nimmt am 1. September 1997 ihren Geschäftsbetrieb auf; sie gehört zu den weltweit größten Flachstahlherstellern.
Im Zuge der Stahlfusion verabreden beide Unternehmen die Prüfung weiterer Felder der Zusammenarbeit (siehe 1999).

1999 – Meilenstein in der Flachstahlentwicklung: Gießwalzanlage

Nach rund 24 Monaten Bauzeit nimmt die ThyssenKrupp Stahl AG eine hochmoderne Gießwalzanlage in Duisburg-Bruckhausen in Betrieb – die erste ihrer Art in Europa. In direkter Anbindung an die Flüssigstufe Roheisen/Oxygenstahl wird in einem einzigen Produktionsschritt Warmband in dünnsten Abmessungen erzeugt.

1999 – Der neue ThyssenKrupp Konzern

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Thyssen und Krupp nehmen im August 1997 Gespräche über weitere Kooperationen auf, nachdem die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens im Qualitätsflachstahl-Bereich abgeschlossen ist. Die ermittelten strategischen Chancen und die Synergiepotenziale eines Gesamtzusammenschlusses sind außerordentlich groß. Mit der Eintragung in das Handelsregister am 17. März 1999 nimmt die ThyssenKrupp AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Oktober 1998 ihre Arbeit auf.

2000 – Farbige Fassaden bei ThyssenKrupp Steel Europe

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Aus dem Willen, „Umweltschutz fürs Auge“ zu betreiben, werden seit dem Jahr 2000 Neubauten von ThyssenKrupp Steel Europe farbig gestaltet. Die Farbentwürfe werden von dem Designer Friedrich Ernst von Garnier entwickelt. Die Industriebauten sollen sich stärker ihrer Umgebung anpassen und mit ihr verschmelzen. Das DOC Dortmunder OberflächenCentrum bildet den Anfang einer langen Reihe farbiger Bauten. Es folgt die Feuerbeschichtungsanlage 8 am gleichen Standort, und in Duisburg werden die Kokerei Schwelgern, das Kraftwerk Hamborn sowie weitere Zweckbauten farbig gestaltet.

2003 – Neue Kokerei Schwelgern in Betrieb

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Nach drei Jahren Bauzeit wird im März 2003 die neue Kokerei Schwelgern in Betrieb genommen. Sie liefert den Koks für die Großhochöfen der ThyssenKrupp Steel Europe AG. Sie ist Ersatz für die 1895 gebaute, in den folgenden Jahrzehnten mehrfach modernisierte Kokerei in Duisburg-Bruckhausen, die nach über 100 Betriebsjahren stillgelegt wurde.

2005 – Entschluss zum Bau eines Stahlwerks in Brasilien

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Eine weltweit steigende Stahlnachfrage, explodierende Rohstoffpreise und ein zunehmend global agierender Wettbewerb zwischen den Stahlproduzenten führen bei ThyssenKrupp Steel zu Überlegungen, ein integriertes Hüttenwerk in Brasilien zu errichten. Regionale Kostenvorteile und die Nähe zu den Rohstoffen (Erzvorkommen) sprechen für diesen Standort. Damit sollen die Wachstumschancen in der NAFTA-Region und auch im erweiterten EU-Markt genutzt werden. Sich ändernde wirtschaftliche Rahmenbedingungen und technische Probleme beim Bau des neuen Hüttenwerks in den Jahren 2006 bis 2010 in der Bucht von Sepetiba führen jedoch zu steigenden Baukosten und langjährigen Rentabilitätsproblemen.

2007 – Neuer Hochofen in Betrieb

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2007 wird in Duisburg der Hochofen 8 in Betrieb genommen. Er ersetzt den 1963 erbauten Hochofen 4. Eine Besonderheit ist die Farbgestaltung des Hochofens, bei der das Schwarz im oberen Teil erst in Orange und anschließend in Gelb übergeht. Die Abstufung soll den Temperaturverlauf im Inneren der Anlage widerspiegeln. ThyssenKrupp Steel Europe betreibt insgesamt vier eigene Hochöfen – die Hochöfen 8 und 9 in Duisburg-Hamborn sowie die Hochöfen 1 und 2 in Duisburg-Schwelgern.

2010 – Einführung der Gesundheitsschicht

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Seit Sommer 2010 können Mitarbeiter während ihrer Arbeitszeit an einem Gesundheitstag teilnehmen. Durch die flächendeckende unternehmensweite Einführung als Weiterbildung werden alle Mitarbeiter unabhängig von ihrem bisherigen Zugang zu Gesundheitsthemen sensibilisiert. Im Dezember 2010 erhielt ThyssenKrupp Steel Europe für sein vorbildliches Gesundheitsmanagement den „Corporate Health Award“ in der Kategorie „Schwerindustrie und Maschinenbau“.

2013 – Betriebskindertagesstätte von ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg nimmt Betrieb auf

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Seit Mai 2013 ist die 800 Quadratmeter große Einrichtung mit angrenzenden Sand- und Spielflächen in Betrieb. Kinder vom vierten Lebensmonat bis zur Einschulung werden dort fast ganzjährig betreut.

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