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Tagespresse, 02.09.2021, 18:00

Der Preis für jede Menge Fleiß: Ehemaliger syrischer Flüchtling schließt Ausbildung mit Bestnoten ab und erhält unbefristeten Vertrag 300 Azubis starten ins neue Ausbildungsjahr

Vom Tellerwäscher zum Millionär? Nicht ganz. Aber vom jugendlichen Flüchtling ohne jegliche Deutschkenntnisse zu einem der drei besten Auszubildenden von thyssenkrupp Steel Europe – dieses Meisterstück ist dem Syrer Mohammad Eid Krouma geglückt. Jetzt wurde der Ehrgeiz des 24-Jährigen belohnt. Am Standort Bochum erhielt der gelernte Industriemechaniker einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Über das „Projekt Chance“ der thyssenkrupp Steel Europe AG und dem externen Träger „Jugendarbeitslosigkeit e.V“ hatte Krouma bei einem vierwöchigen Praktikum 2017 Werksluft geschnuppert. Im darauffolgenden Herbst begann er am Standort Bochum seine Ausbildung. In der Zwischenzeit lernte er mit Unterstützung von thyssenkrupp Deutsch – und zwar in atemberaubender Geschwindigkeit. „Er war damals schon ausgesprochen fleißig und belegte selbstständig Sprachkurse“, erinnert sich Ausbilder Andreas Korf an die Anfangszeit. Bei jedem Wort, das er nicht verstand, habe Krouma auf der Matte gestanden und nachgefragt. „Das war schon ungewöhnlich. Wenn er etwas wissen wollte, hat er nicht locker gelassen“, so Korf.

Erste Prüfung als Kammerbester

Dieser Ehrgeiz zahlte sich aus. Schon den ersten Teil seiner Abschlussprüfung legte Krouma im Frühling 2020 mit 97 Prozent als Kammerbester ab – und ließ damit alle deutschsprachigen Kollegen in Bochum weit hinter sich. Beliebt war der junge Syrer unter den anderen Azubis trotzdem. „Er war voll akzeptiert, und sein Engagement ist nie auf Neid gestoßen, weil er so eine sonnige Art hat“, lobt Korf seinen ehemaligen Schützling.

Dabei war Kroumas Leben nicht immer leicht. Nach der gefährlichen Flucht aus Syrien hatte er drei Jahre lang keinen Kontakt zu seiner Familie. Auch von persönlichen Schicksalsschlägen ließ sich Krouma nicht entmutigen. Stattdessen biss er die Zähne zusammen, beantragte einen Nebenjob, finanzierte seine eigene Wohnung und schickte auch noch Geld nach Hause.

Erfahrungen aus dem Leistungssport

Dass sich Disziplin und Anstrengung lohnen, weiß der junge Mann aus dem Leistungssport. Mit zehn Jahren hatte er in Damaskus mit Geräteturnen begonnen, mit 14 war er schon syrischer Jugendmeister. Vor seiner Flucht gehörte er sogar der syrischen Nationalmannschaft an. Seit er im Ruhrgebiet lebt, trainiert er im Turnzentrum Bochum – und schwingt sich hier sechsmal die Woche nach der Arbeit auf die Geräte.

Ein straffes Pensum, denn zusätzlich stand während der Ausbildung noch Lernen auf dem Programm. „Ich habe sehr viel gelernt, das war nicht einfach“, erzählt Krouma. Sein Ausbilder habe ihm viel geholfen und sei immer für ihn da gewesen. „Ohne ihn wäre es schwierig geworden“, sagt der 24-Jährige. Aber auch die Azubis hätten sich gegenseitig stark unterstützt. So konnte er in Mathe aushelfen, während andere schon besser in Technik waren.

Die Ausbildung, sagt Krouma, habe sein Leben verändert: „Ich denke anders, bin selbstbewusster und sicherer geworden, da ich etwas erfolgreich abgeschlossen habe“. Er habe viel Unterstützung erhalten, neue Kontakte geknüpft. „Ich habe einfach gemerkt, dass man mit einer Ausbildung viel weiter kommen kann“, sagt Krouma.

Starke Leistungen – gute Chancen

Über seine beruflichen Chancen muss sich der junge Mann dank seiner Leistungen wohl wenig Sorgen machen. Seine Ausbildung schloss er im Juni vorzeitig mit 92 Prozent „sehr gut“ ab. In der Jahresbestenliste über alle Standorte von thyssenkrupp Steel Europa belegte Krouma den dritten Platz, was ihm den unbefristeten Vertrag einbrachte. „Ich bin auf Mohammad ausgesprochen stolz, denn ich habe während meiner 20-jährigen Ausbildertätigkeit noch nie einen so engagierten Menschen kennengelernt“, lobt sein Ausbilder Andreas Korf.

Kroumas zukünftiger Arbeitsplatz befindet sich im Warmbandwerk, doch sein größter Traum ist ein Job bei der Werksfeuerwehr. Eine Weiterbildung kann er sich vorstellen, und auch sportlich hat er seine Ziele fest im Blick. „Ich möchte weiter in der zweiten Bundesliga turnen“, sagt er. Und sollte er irgendwann die deutsche Staatsbürgerschaft haben, stehen ihm vielleicht sogar Chancen in der Nationalmannschaft offen. Seine Ausbildung und der unbefristete Vertrag bringen ihn auch diesem Traum einen großen Schritt näher.

Start ins neue Ausbildungsjahr

„Alles auf Los“ heißt es indessen für die neuen Auszubildenden. Im September starten wieder 300 Azubis in 21 Berufen an 6 Standorten in ihre berufliche Zukunft – 184 in Duisburg, insgesamt 50 in Bochum an beiden Standorten, 36 in Dortmund, 24 in Kreuztal und 6 in Finnentrop. Ihnen wünscht thyssenkrupp Steel Europe für das erste Ausbildungsjahr viel Erfolg!

Bewerbung für das Ausbildungsjahr 2022/23 ab sofort: www.thyssenkrupp-steel.com/de/karriere/

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