Bei der Direktreduktionsanlage handelt es sich um einen Schachtofen, der mit Erdgas oder Wasserstoff funktioniert und deshalb keine Kohle benötigt. Bei ca. 1.000 Grad Celsius wird dem Eisenerz der Sauerstoff entzogen, und es entsteht direkt reduzierter Eisenschwamm (Direct Reduced Iron, DRI). Noch im heißen Zustand wird das DRI in strombetriebenen Einschmelzern zu flüssigem Roheisen weiterverarbeitet. Durch die Positionierung der beiden Einschmelzer direkt neben der Direktreduktionsanlage wird das dort erzeugte feste Vormaterial unmittelbar in flüssiges Roheisen umgewandelt; dies macht den gesamten Prozess besonders effizient. Die Anlage mit den beiden Einschmelzern wird optimal in die umgebende Hütteninfrastruktur integriert.
Die Anlagenkombination weist noch weitere klare Vorteile auf:
Bereits mit der ersten Direktreduktionsanlage können wir im reinen Wasserstoffbeitrieb bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspricht knapp 5 Prozent der Emissionen des Ruhrgebiets bzw. rund 2 Prozent der Emissionen in NRW. Bei der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2027 wird grüner Wasserstoff noch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Umso wichtiger ist, dass die Direktreduktionsanlage auch mit Erdgas in Betrieb genommen werden kann und den Einsatz von blauem Wasserstoff als Brückentechnologie ermöglicht. Zugleich investiert thyssenkrupp Steel auch in die Dekarbonisierung der weiteren Fertigungsstufen, d. h. in die Dekarbonisierung der Stahlwerke und nachfolgender Betriebe. Mit anderen Worten: Die Brücke in die klimaneutrale Zukunft steht.
Ein neues Wahrzeichen für das grüne Kraftzentrum von Europa
Die neue Direktreduktionsanlage ist eine im doppelten Sinne überragende Investition: Als Meilenstein für die Dekarbonisierung von Stahl entsteht nach Fertigstellung eine Landmarke, die sinnbildlich für die Dekarbonisierung des Industriezentrums von Europa sein wird, genauso wie für die künftige Wasserstoff-Modellregion Rhein-Ruhr.
Engineering, Lieferung und Bau hatte thyssenkrupp Steel bereits im Frühjahr 2023 an den Anlagenbauer SMS group aus NRW vergeben. Allein durch den Bau des Anlagenparks entstehen mehr als 400 neue Arbeitsplätze. Über den Baufortschritt berichten wir fortlaufend und suchen den aktiven Dialog mit Nachbarn und Anliegern.
Vielleicht möchten Sie auch mehr über diese Themen erfahren:
Kontakt
Mark Stagge
Leiter Public & Media Relations, thyssenkrupp Steel Europe
Roswitha Becker
Pressesprecherin, thyssenkrupp Steel Europe