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Tailored Tempering

Sicherheit und Leichtbau sind in der Automobilfertigung nicht immer leicht zu vereinen. Crashrelevante Bauteile sollen die Fahrer und Passagiere vor Verletzungen schützen. Hierfür müssen sie Aufprallenergie abhalten und zugleich auch abbauen können. Sie müssen also nicht nur sehr fest, sondern zum Teil auch nachgiebig sein.

Das Festigkeitsproblem lösen Automobilbauer durch Hot Forming. Dabei werden über 800 Grad Celsius heiße Bleche aus Warmumform-Stählen in speziellen Werkzeugen umgeformt und gleichzeitig rasch abgekühlt. Die Festigkeitswerte liegen derzeit rund 25 Prozent über den festesten Werkstoffen für die kalte Umformung. Das ermöglicht dünnwandigere Bauteile, und damit wäre der Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Leichtbau gelöst. Allerdings gibt es noch die Anforderung, in definierten Bereichen des Bauteils Crashenergie abzubauen. Hierfür besitzen durchgehend gehärtete Hot-Forming-Bauteile nicht genügend Dehnungsvermögen.

Verarbeitungsprozesse Innovationen ThyssenKrupp Steel Europe

Technologie für den Leichtbau

Wir haben deshalb das Tailored Tempering-Verfahren entwickelt. Die Innovation ist für thyssenkrupp Steel Europe patentiert und erlaubt es, Hot-Forming-Bauteile mit genau definierten, unterschiedlich festen oder dehnbaren Zonen herzustellen – in einem Arbeitsgang und aus einer Blechplatine eines Werkstoffs. Ein Beispiel hierfür ist die B-Säule: Diese in der Fahrzeugmitte zwischen Dach und Boden angebrachte Komponente wird durch Tailored Tempering in den oberen zwei Dritteln so fest, dass sie die Insassen beim Aufprall schützt. Das untere Drittel ist dehnbar genug, um Energie abzubauen. Das Geheimnis der neuen Technologie sind unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeiten in verschiedenen Bereichen des Umformwerkzeugs.

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