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25 Jahre Landschaftspark Duisburg-Nord

Das zweite Leben des ehemaligen Stahlwerks

Ein Vierteljahrhundert ist es her, als der erste Teil des Hüttenwerks Meiderich in Duisburg der Öffentlichkeit übergeben wurde. Heute dominiert nach wie vor die imposante Kulisse der ehemaligen Roheisenproduktion – mit neuer Wirkung. Aus dem ehemaligen Hüttenwerk ist ein international bekanntes Naherholungsgebiet geworden, das wie kein anderes für die Identität des Ruhrgebiets steht.

An diesem Morgen sind vor allem Nordic-Walking-Fans unterwegs. Gleichmäßig graben sie die Spitzen ihrer Stöcke in die Kieswege, die das 180 Hektar große Areal durchziehen. Durch die Eingangstore geht es vorbei am Gasometer, dem Hochofen 5, der Sinteranlage. Wo sich heute Sportler verausgaben, wurden in den 82 Jahren des Meidericher Hüttenwerks ganze 37 Millionen Tonnen Roheisen produziert.

Ein Stück Industriegeschichte - für alle erlebbar. Zum Beispiel für Vater und Sohn, die gemeinsam die Stufen des Hochofen 5 erklimmen. Oben erwartet sie ein Blick aus 70 Metern Höhe über Duisburg und das Ruhrgebiet. An klaren Tagen wie diesem können die Besucher bis zum Niederrhein schauen.

thyssenkrupp Steel: Geschichte formt moderne Industriekultur

Der Industriecharakter zeichnet den Landschaftspark aus – er soll ganz bewusst erhalten bleiben, erzählt Ralf Winkels, Geschäftsleiter des Parks. „Man kann es zum Teil sogar noch mit der Nase wahrnehmen. An manchen Orten riecht man förmlich das alte Öl und dass hier schwer gearbeitet wurde. Das ist etwas ganz Besonderes.“

Seit 20 Jahren kümmert sich Ralf Winkels um die vielen Dinge, die im und rund um den Park anfallen. Wie kaum ein anderer hat er die Entwicklung über die Jahre miterlebt. Auch wenn es um die Entstehungsgeschichte geht, weiß er Bescheid.

Industriedenkmal als Teil der Identität

„Flächendeckend im Ruhrgebiet die alten Industrieanlagen letztendlich zu verkaufen, wäre nicht das Richtige gewesen, weil man der Region, den Menschen hier, auch ein Stück Identität genommen hätte“, sagt Ralf Winkels. „Es gab auch eine Vielzahl von Bürgern, die sich für den Erhalt als Industriedenkmal eingesetzt haben.“ So entschieden sich die Verantwortlichen bewusst dafür, die industrielle Fläche umzunutzen – aus der Stahlproduktion wurde ein Landschaftspark.

Die bewegte Geschichte zieht Besucher aus der ganzen Welt an. Da der Landschaftspark jederzeit für Jeden offensteht, gibt es keine genauen Zahlen. Allein an den offiziellen Führungen über das Gelände beteiligen sich aber jedes Jahr 1.700 Gruppen – insgesamt sind es zwischen 32.000 und 35.000 Einzelpersonen, die so mit einem Gästeführer die spannende Geschichte kennenlernen. „Es gibt immer etwas zu entdecken. Analoge Technik zum Anfassen, ohne was kaputt machen zu können“, sagt Ralf Winkels.

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Betreten fällt der Blick durch die üppige Fauna schnell auf das Herzstück des Landschaftsparks: den Hochofen 5.

Tauchen, wo früher Gichtgas lagerte – im Gasometer

An vielen Stellen wird die Vergangenheit des Landschaftsparks überdeutlich und fügt sich doch nahtlos in das Naherholungszentrum ein. Wie im Gasometer. Zur Zeit des Hüttenwerks Meiderich fasste er bis zu 20.000 Kubikmeter Gas, das dann zum Antrieb der Großgasmaschinen in der Kraftzentrale genutzt wurde.

Heute erkunden Taucher das 13 Meter tiefe Becken, das mit einigen Überraschungen aufwartet: „So ein großes Tauchbassin mit Flugzeugteilen, einem Schiffswrack und Autos findet man ansonsten nirgends.“

Direkt nebenan beginnt der Hochseilklettergarten mit dem passenden Namen „Expedition Stahl“ – in der Gießhalle 2. Früher wurde hier alle zwei Stunden das Roheisen abgestochen. Heute hat sich die Gießhalle einen neuen Namen gemacht: „Die Kletterbunker gehören zu den wichtigsten Angeboten, die wir hier haben, die von Abertausenden das ganze Jahr über genutzt werden.“

Industriekultur von thyssenkrupp Steel zum Anfassen

Das große Freizeitangebot wird von etlichen Events komplettiert, denen der Landschaftspark ein Zuhause mit industriellem Charme gibt. Dass die vielfältigen Angebote so gut angenommen werden, macht Ralf Winkels stolz.

Gemeinsam arbeitet das Team an einem Ort, der geprägt ist vom modernen Lifestyle – und an dem historische Industriekultur trotzdem weiterlebt.

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