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Wege der Produktion

Vom Warmband zum Verpackungsstahl

Ausgangswerkstoff für die Herstellung von Verpackungsstahl bildet warmgewalztes Stahlband. Durch späteres Kaltwalzen wird es auf die erforderliche Dicke gebracht und anschließend mit Zinn oder Chrom in einem elektrolytischen Verfahren veredelt.


Wie der Produktionsweg exakt verläuft, können Sie hier anhand des Schaubilds sehen. Für detaillierte Informationen zu den einzelnen Produktionsschritten klicken Sie einfach mit der Maus auf die Grafik. Im Anschluss öffnet sich ein weiteres Fenster, innerhalb dessen Sie die einzelnen Produktionsschritte mit Hilfe Ihrer Maus verfolgen können.

Vom Warmband zum Weißblech
Warmband

Warmgewalztes Stahlband ist der Ausgangsstoff für die Weiterverarbeitung zum Weißblech. Es wird in großen Rollen im Andernacher Werkshafen der Rasselstein GmbH angeliefert. Eine Rolle - auch Coil genannt - wiegt bis zu 27 Tonnen. Das aufgewickelte Stahlband, auch Warmband oder Warmbreitband genannt, ist etwa zwei bis drei Millimeter dünn.

Beizen im Säurebad

Die Verarbeitung beginnt mit dem Beizen des Warmbandes. Hierbei wird die durch das Warmwalzen entstandene Eisenoxidschicht wieder vom Stahl entfernt. Dazu muss das Band, vorübergehend endlos aneinander geschweißt, vier hintereinander liegende Behälter mit Schwefelsäure passieren. Nach dem Beizen wird das Band gespült, getrocknet, teilweise an den Kanten besäumt, eingeölt und erneut zu Rollen mit einem Gewicht von bis zu 27 Tonnen aufgewickelt.

Kaltwalzen auf der Tandemstraße

Das vorbehandelte Warmband wird nun auf einer der beiden Kaltwalz-Tandemstraßen auf Enddicken zwischen 0,12 und 0,49 Millimeter gebracht. Die Kaltwalz-Tandemanlagen bestehen aus Gerüsten, die jeweils vier übereinander liegende Walzen tragen - je eine große Stützwalze außen und zwei kleinere Arbeitswalzen in der Mitte, zwischen denen das Band hindurchläuft. Der Walzspalt wird mit einem Gemisch aus Palmöl und Wasser geschmiert, nur so ist eine Verringerung der Warmbanddicke um mehr als 90% möglich. Außerdem müssen Walze und Band mit großen Wassermengen gekühlt werden. Der Verbrauch wird durch ein Kreislaufsystem relativ gering gehalten.

Reinigen und Entfetten

Nach dem Kaltwalzen wird das Warmband zunächst von Verunreinigungen und Resten der Schmierflüssigkeit gesäubert: Bei einem elektrolytischen Entfettungsverfahren durchläuft das Band unter Stromeinwirkung ein alkalisches Bad. Anschließend wird es gebürstet, gespült, getrocknet und wieder zu Rollen bis zu einem Gewicht von 23 Tonnen aufgewickelt.

Durchlaufglühen

Durch die Formänderung beim Kaltwalzen wird das Band hart und spröde und ist in diesem Zustand als Verpackungswerkstoff nicht geeignet. Das rekristallisierende Glühen des entfetteten Bandes stellt die notwendige Verformbarkeit wieder her. Beim Durchlauf-Glühverfahren passiert das Band in senkrechten Schlaufen einen etwa zweiminütigen Glühzyklus. Ein Schutzgas im Ofen verhindert die Oxidation der Bandoberfläche. Das im Durchlauf bei bis zu 880 Grad Celsius kurzzeit-geglühte Band ist härter und federsteifer als das im Haubenofen behandelte Material.

Haubenglühen

Die zweite Möglichkeit, das durch das Kaltwalzen hart und spröde gewordene Material wieder verformbar zu machen, ist das Hauben-Glühverfahren. Während des drei Tage dauernden Prozesses wird die zerstörte Kristallstruktur des Bandes wieder hergestellt. Dazu werden bis zu vier Stahlbandrollen übereinander gestapelt und unter den Schutz- und Heizhauben des Ofens auf eine Temerature zwischen 600 und 800°C gebracht. Damit die Bandoberfläche nicht erneut oxidiert, wird ein sauerstofffreies Schutzgas eingesetzt. Im Vergleich zum Durchlauf-Glühverfahren wird bei dieser Art des rekristallisierenden Glühens eine geringere Härte des Materials erreicht.

Nachwalzen

Durch das Glühen ist zwar die Kristallstruktur des Stahlbandes wieder hergestellt worden, für die weitere Verarbeitung zu Weißblechverpackungen ist aber zusätzlich ein Nachwalzen erforderlich. Das Material würde sonst starke Knicke und ungleichmäßiges Umformverhalten aufweisen. Beim Nachwalzen beträgt die Dickenabnahme bis zu 40%. Zudem wird die für den Verwendungszweck relevante Oberflächenrauheit erzeugt und die Ebenheit des Bandes eingestellt. Nach diesem Arbeitsgang ist das so entstandene Feinstblech verkaufsfertig. Der weitaus größte Teil davon wird jedoch veredelt, bevor er das Weißblechwerk verlässt.

Verzinnen/Verchromen

Erst durch die Veredelung wird das Feinstblech zum Weißblech. Wieder als Endlosband zusammengeschweißt durchläuft das Material elektrolytische Bandveredelungsanlage, wo entweder Zinn oder Chrom auf die Oberfläche aufgebracht wird. Nach der Veredelung mit Zinn muss das Band kurzzeitig über 232°C (Zinnschmelzpunkt) erwärmt werden, damit es das für Weißblech typische, glänzende Aussehen erhält. Anschließend wird es im Wasserbad abgeschreckt. Die übliche Zinndicke liegt zwischen 1,0 und 5,6 g/m². Bei der elektrolytischen Verchromung wird eine deutlich geringere Schichtdicke, zwischen 0,05 und 0,1 g/m², aufgebracht. Verchromtes Feinstbelch wird auch ECCS (Electrolytically Chromium Coated Steel) genannt und lässt sich ausschließlich lackiert weiterverarbeiten.

Folienbeschichten

Für bestimmte Anwendungen wird auf das Weißblech eine Kunststofffolie aus Polyethylenterephthalat (PET) oder Polypropylen (PP) aufgebracht - PET auf Chrom und PP auf Zinn oder Chrom. Dieses folienbeschichtete Material weist viele Vorzüge auf: Es besitzt ausezeichnete Formgebungseigenschaften, hebt das Material optisch hervor und bietet einen vollständigen Korrosionsschutz.

Spalten

Nach dem Veredeln kann das Weißblech entweder als Rolle (Coil) oder in verschiedenen Zuschnitten an den Verarbeiter weitergegeben werden:

- Geradtafeln, für rechteckige Blechteile wie etwa Rumpfzuschnitte

- Scrolltafeln, für runde Blechteile wie Deckel oder Näpfe

- Schmalbänder für die Halbteilfertigung

Zerteilen

Nach dem Veredeln kann das Weißblech entweder als Rolle (Coil) oder in verschiedenen Zuschnitten an den Verarbeiter weitergegeben werden:

- Geradtafeln, für rechteckige Blechteile wie etwa Rumpfzuschnitte

- Scrolltafeln, für runde Blechteile wie Deckel oder Näpfe

- Schmalbänder für die Halbteilfertigung

Lackieren

Viele Produkte, deren Oberflächen mit Zinn oder Chrom veredelt sind, erhalten ihre optische Perfektion und ihren Korrosionsschutz erst mit einer Lackschicht. Verschiedene Farbtöne oder auch eine dekorative Bedruckung ergeben einen besonderen optischen Reiz. Übliche Verwendungszwecke sind dreiteilige Dosen für beispielsweise Konserven, Kronenkorken oder auch aufwändig bedruckte Schmuckdosen.

Fertiglager

Vor der Auslieferung werden die Produkte sorgfältig verpackt. Die verkehrsgünstige Lage des Andernacher Werkes ermöglicht einen zügigen, weltweiten Versand der Feinst- und Weißbleche.

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