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Umwelt- und Klimaschutz

Der Stahlbereich von thyssenkrupp hat Umweltschutz als Unternehmensziel definiert und dies in Leitlinien festgehalten. Eine breite Palette an umweltfreundlichen Produkten und umfassendes Know-how beim Einsatz umweltfreundlicher Werkstoffe machen den Stahlbereich zudem zum innovativen Partner für Umwelttechnologien.

  • DIN EN ISO 14001

    Die weltweite Norm für unseren betrieblichen Umweltschutz.

  • 97 % Kreislaufwasser

    Effektive Aufbereitung des Wassers bei unserer Stahlproduktion.

  • 100 % Recycling

    Umfassende Wiederverwertung unserer Stahlprodukte.

Der Stahlbereich von thyssenkrupp stellt sich der Herausforderung Klimaschutz

Durch optimierte Prozesse:

Wir optimieren unsere Produktionsanlagen und -prozesse, sodass Treibhausgasemissionen auf ein Minimum reduziert werden. So werden 99 % der Prozessgase energetisch wiederverwendet. Bei der Produktion von Stahl entsteht CO2 als unvermeidliches Nebenprodukt der Reduktion von Eisenerz mit Hilfe von Koks und Kohle. Die Menge der CO2-Emissionen in der Stahlindustrie hängt damit direkt von der Menge der Roheisen- und Stahlproduktion ab. Der Stahlbereich von thyssenkrupp hat den Einsatz der Reduktionsmittel Koks und Kohle in den letzten Jahrzehnten durch Prozessoptimierungen ständig verringert.

Im Werkstoff Stahl:

Wir entwickeln den Werkstoff Stahl so weiter, dass er in der Anwendung einen immer größer werdenden Beitrag zum Klimaschutz leistet. So sparen leichtere Stahlkarosserien für Automobile über ihre Nutzungsdauer mehr CO2, als für den eingesetzten Stahl bei der Produktion entsteht. Zahlreiche Stahlanwendungen im Bereich regenerativer Energien wie Wind- und Wasserkraft oder in Photovoltaik-Systemen demonstrieren, dass Werkstofflösungen aus Stahl für effektiven Klimaschutz unverzichtbar sind. Im Gegensatz zu vielen anderen Konstruktionswerkstoffen steht beim Stahl am Ende seiner Nutzungsphase wieder ein Rohstoff zur Verfügung, der unendlich recyclebar ist. Dadurch werden die CO2-Emissionen nachhaltig weiter vermindert.

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Europäischer Emissionshandel

Ziel des Stahlbereichs von thyssenkrupp ist die kontinuierliche Verringerung von C02-Emissionen im Produktionsprozess. Eingebettet in das europäische Emissionshandelssystem arbeiten wir unter Berücksichtigung der technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konsequent an Klimaschutzmaßnahmen in der Stahlproduktion.

Der EU-Emissionshandel ist dabei das Instrument der EU-Klimapolitik zur Senkung von Treibhausgasemissionen (wie CO2), indem die Höhe der Emissionsminderung politisch vorgegeben wird, es aber dem Markt überlassen bleibt, wie er diese Reduktion erzielt. Dabei müssen die erfassten Unternehmen für jede Tonne emittiertes CO2 ein Zertifikat kaufen, pro Jahr gibt es nur eine begrenzte Menge an neuen Zertifikaten und diese Menge wird darüber hinaus jedes Jahr verkürzt bzw. sinkt.

Die Europäische Kommission legt zudem für jede Handelsperiode fest, wie viel Emissionsberechtigungen (CO2-Zertifikate) die Unternehmen umsonst zugeteilt bekommen. Sollte die zugeteilte Menge an Berechtigungen zur Deckelung der eigenen Emissionen nicht ausreichen, muss ein Unternehmen zusätzliche Zertifikate einkaufen. Berechnet wird die freie Zuteilung seit 2012 auf der Grundlage anspruchsvoller Benchmarks. Intention der EU-Kommission ist es dabei, zu gewährleisten, dass die effizienteste Technik am Markt den Maßstab vorgibt, um so einen wirksamen Anreiz für Emissionsminderungen zu schaffen.

Der Begriff „Carbon Leakage“ beschreibt in diesem Zusammenhang das Risiko, dass Firmen ihren Standort in ein Land außerhalb der EU verlagern, um der Teilnahme am EU-Emissionshandel und den damit verbundenen Kosten zu entgehen. Eine Einschätzung der „Carbon Leakage“-Gefährdung pro Sektor hat daher großen Einfluss auf die frei vergebenen Zertifikate und auf die EU-ETS-Kosten, die ein Unternehmen tragen muss. Durch die aktuelle „Carbon Leakage“-Regelung werden insbesondere die energieintensiven Industrien, wie die Stahlindustrie, als schutzwürdig eingestuft und fallen unter die freie Zuteilung von CO2-Zertifikaten.

Diese sind für den Stahlbereich von thyssenkrupp essentiell, um sich gegen Wettbewerber am Markt zu behaupten, die den Regeln des Emissionshandels nicht unterliegen.

Allerdings erfordern

  • unrealistische Benchmarks, die auch mit den besten Anlagen der Stahlherstellung in Europa nicht erreicht werden können,
  • lineare und übergeordnete Kürzungsfaktoren, die die freien Zuteilungen immer weiter einschränken, sowie
  • ständige Veränderungen des Emissionshandelssystems

den stetigen Zukauf von Emissionszertifikaten. Immer höhere finanzielle Belastungen der Unternehmen sind die Folge. In Anbetracht doppelt so hoher Strom- und dreimal so hoher Gaspreise wie beispielsweise in den USA führt dies zu immer stärkeren nachteiligen Wettbewerbsverzerrungen für die europäische Industrie, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten muss. Zusätzlich werden Investitionsentscheidungen der Unternehmen verlangsamt oder gar ausgesetzt, weil keine langfristige Planungssicherheit gegeben ist.

Zur Abwendung der „Carbon Leakage“-Gefahr in Europa, das heißt des Abwanderns der europäischen Industrie ins nichteuropäische Ausland, ist ein internationales Abkommen zwingend erforderlich, da nur so der Deindustrialisierung des europäischen Wirtschaftsraumes vorgebeugt werden kann.

Im Übrigen hat der Sektor „Stahl“ im Rahmen der technischen und ökonomischen Möglichkeiten bereits einen enormen Beitrag zur CO2-Reduzierung geleistet. Gemessen an den Stahlfertigprodukten wurden die europäischen Emissionen um mehr als 21 Prozent gemindert. Laut einer Studie der Boston Consulting Group sind weitere Treibhausgasminderungen maximal in einer Größenordnung von ca. zehn Prozent bis zum Jahr 2050 möglich.

Fazit:

  • Im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) sollte die gesamte europäische Stahlindustrie (166 Millionen Tonnen Erzeugung pro Jahr, Mt/a) freie Emissionszertifikate erhalten, um die Wettbewerbsnachteile gegenüber Stahlerzeugern in Ländern ohne ETS wie China (779 Mt/a), Japan (111 Mt/a), den USA (87 Mt/a), Russland (70 Mt/a) oder Indien (81 Mt/a) zu verringern.
  • Die Höhe dieser freien Zuteilung sollte sich an den besten in Europa verfügbaren Anlagenstandards orientieren, um sicherzustellen, dass ein klimaschonendes Verhalten belohnt wird.
  • Ohne ein internationales Abkommen, das die größten CO2-Emittenten einschließt, stehen viele europäische Unternehmen bei steigenden CO2-Zertifikat-Preisen vor dem wirtschaftlichen Aus.

Gewässerschutz

Der Stahlbereich von thyssenkrupp verpflichtet sich dem Gewässerschutz und dem sparsamen Umgang mit der natürlichen Ressource Wasser.

Für die Produktion von Stahl werden in verschiedenen Herstellungsstufen große Mengen Wasser unterschiedlicher Qualität benötigt. Der Stahlbereich von thyssenkrupp hat einen Wasserbedarf von rund einer Milliarde Kubikmetern – aber nur drei Prozent werden als Frischwasser bezogen. Wir betreiben an allen Standorten Wasserkreislaufsysteme, in denen das Wasser bis zu 40-mal genutzt wird, bevor es entweder verdunstet oder als gereinigtes Abwasser abgeleitet wird.

Ergänzend zu der Schonung der Wasserressourcen, der Minimierung der Abwassermengen und der sicheren Abwasserbeseitigung kommt dem sorgfältigen Umgang mit wassergefährdenden Stoffen in den Anlagen große Bedeutung zu. Neben beträchtlichen Aufwendungen für Schutzvorkehrungen an den Anlagen wie zum Beispiel Auffangräumen oder doppelwandigen Anlagenteilen spielt auch die intensive Schulung aller Mitarbeiter, die mit wassergefährdenden Stoffen umgehen, eine zentrale Rolle. Alle Erhaltungsbetriebe der thyssenkrupp Steel Europe AG sind Fachbetriebe gemäß Paragraph 19 l des Wasserhaushaltsgesetzes. Außerdem ist der Stahlbereich von thyssenkrupp Mitglied der Überwachungsgemeinschaft der Metallanlagenbetreiber (ÜMET), die zusammen von der Stahlindustrie und dem Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) geschaffen wurde.

Kreislaufwirtschaft

Wesentliche Ziele der Kreislaufwirtschaft des Stahlbereichs von thyssenkrupp sind die Vermeidung von Abfällen oder deren Verwertung durch ein optimiertes Stoffstrommanagement. So werden rund 97 Prozent der als Nebenprodukt der Roheisenerzeugung entstehenden Hochofenschlacken direkt zu so genanntem Hüttensand verarbeitet. Hüttensand ist ein wichtiger Rohstoff für die Zementherstellung. Durch seinen Einsatz lassen sich natürliche Ressourcen wie Kalkstein schonen und im Vergleich zu natürlichen Einsatzrohstoffen CO2-Emissionen vermeiden – darüber hinaus lässt sich Energie sparen. Hochofen- und Stahlwerksschlacken werden außerdem als Baustoffe, etwa für den Straßenunterbau oder für Uferbefestigungen an Flüssen und Seen, gezielt hergestellt oder kommen als begehrte Düngemittel zum Einsatz.

Eisenhaltige Stäube und Schlämme, wie sie bei Abgasreinigung und Wasserbehandlung entstehen, werden beim Stahlbereich von thyssenkrupp direkt wieder zu Roheisen und Schlacke verarbeitet. Dafür hat das Unternehmen das Oxycup-Verfahren entwickelt, bei dem aus den eisenhaltigen Stäuben und Schlämmen zunächst Agglomeratsteine entstehen, die dann in einem Schachtofen zu Roheisen und Schlacke geschmolzen werden. Hieraus ergibt sich nicht nur eine höhere Recyclingquote für Eisen, sondern auch eine Verringerung der CO2-Emissionen um rund 200.000 Tonnen pro Jahr. Außerdem werden Rohstoffe gespart und es wird wertvoller Deponieraum geschont.

Luftreinhaltung und Lärmschutz

Luftreinhaltung und Lärmschutz gehören zu den zentralen Aufgaben des Umweltschutzes des Stahlbereichs von thyssenkrupp da sie direkte positive Auswirkungen auf die Nachbarschaft der Produktionsstätten haben.

Die hohen Anforderungen an die Luftqualität machen eine aufwändige Abgasreinigung erforderlich. Unsere Anlagen haben wir deshalb mit Entstaubungseinrichtungen ausgerüstet, die technisch weltweit Maßstäbe setzen. Gleichwohl stellen die Grenzwerte der EU-Luftqualitätsrichtlinie besondere Herausforderungen an die Entstaubungstechnik. Aufgrund der Nähe der Produktionsanlagen zur Wohnnachbarschaft müssen besondere Maßnahmen zur Emissionsminderung ergriffen werden. Der Stahlbereich von thyssenkrupp hat in einem Maßnahmenpaket freiwillig eine Reihe von Schritten durchgeführt, um die Feinstaubemissionen weiter zu senken.

Mit einer modernen Emissionsüberwachung schafft der Stahlbereich von thyssenkrupp Transparenz. So wird an unseren deutschen Standorten die Effizienz der wichtigsten Einrichtungen zur Luftreinhaltung kontinuierlich überprüft. Die Daten dieser Emissionsquellen werden online durch einen Zentralrechner ausgewertet und direkt an die entsprechende staatliche Aufsichtsbehörde gesendet.

Zur Verbesserung der Geräuschsituation werden alle neuen Betriebseinrichtungen besonders lärmmindernd konstruiert. Darüber hinaus sind in weiten Bereichen des Werkes in Duisburg Lärmschutzwälle oder -wände errichtet worden.

Bodenschutz

Der Stahlbereich von thyssenkrupp sichert mit einer Vielzahl an Maßnahmen den Schutz des Bodens. Diese Aspekte werden frühzeitig in die Planung neuer Produktionsanlagen einbezogen. Beim Bau und Betrieb von Anlagen, aber auch bei Stilllegungen spielt der Bodenschutz eine wichtige Rolle. Moderne Anlagentechnik minimiert Belastungen des Bodens. Mitarbeiterschulungen vermitteln einen sorgsamen Umgang mit Stoffen, die zu Bodenverunreinigungen führen könnten. Hinzu kommt die enge Verzahnung von Vorsorge und Kontrolle mit dem Gewässer- und Immissionsschutz.

Rund 25 Prozent des Grundstücksbesitzes am Standort Duisburg der thyssenkrupp Steel Europe AG sind Frei- bzw. Vegetationsflächen, die unter Umweltgesichtspunkten angelegt und gepflegt werden. Begrünte Wallanlagen dienen dem Immissions- und Lärmschutz. Gleichzeitig wird die Umgebung optisch aufgewertet. Stillgelegte Deponien oder fertig gestellte Abschnitte im Betrieb befindlicher Deponien werden laufend zu grünen Landschaften renaturiert.

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