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Mission Klimaneutralität

Grüner Stahl trägt entscheidend dazu bei, dass Deutschland das Ziel der Klimaneutralität erreicht.

Marie Jaroni und Frank Ahrenhold

Eine Badewanne wechselt man nicht alle Tage. „Viele unserer Produkte sind 30 Jahre und länger im Einsatz“, erzählt Christian Graap, Technischer Geschäftsführer beim Badausstatter Kaldewei. Premium-Qualität und ein zeitloses Produktdesign sind für das Familienunternehmen von jeher zentrale Verkaufsargumente.

Der Hersteller von Badobjekten aus kreislauffähiger Stahl-Emaille setzt alles daran, den nachfolgenden Generationen gerecht zu werden, und rückt die Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus. Als erstes Unternehmen der Sanitärbranche hat sich Kaldewei im Sommer 2021 der Science Based Target Initiative (SBTI) angeschlossen und wirkt seitdem darauf hin, den eigenen CO2-Fußabdruck im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen sukzessive zu neutralisieren.

Anwender Kaldewei: CO2-reduzierter Flachstahl für Premium-Bäder

Übergabe 1. bluemint-Mengen an Franz Kaldewei durch Bernhard Osburg

Den größten Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität sieht Kaldewei in der Umstellung des Vormaterials auf grünen Stahl. „Stahl ist aufgrund seiner Robustheit, seiner guten Formbarkeit und nicht zuletzt auch aufgrund seiner Recycling- und Kreislauffähigkeit für uns der optimale Werkstoff. Allerdings schlägt sich seine kohlebasierte Herstellung in der CO2-Bilanz unserer eigenen Produkte nieder“, so Christian Graap. Das ändert sich mit bluemint® Steel , dem ersten Stahlprodukt von thyssenkrupp Steel mit verminderter CO2-Intensität. „Der Einsatz von bluemint® Steel ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere eigenen Klimaziele zu erreichen.“

Gesagt, bestellt: Im Oktober 2021 bestellte CEO Franz Kaldewei persönlich die erste Lieferung von bluemint® Steel. Bei dem zertifizierten Produkt werden alle direkten Emissionen durch CO2-Einsparungen im Produktionsprozess neutralisiert", erläutert Jörg Paffrath, Leiter Sales Industry bei thyssenkrupp Steel. „Dadurch können wir unseren Kunden schon heute ein hochwertiges CO2-reduziertes Stahlprodukt anbieten.“ Konkret sinkt die CO2-Intensität pro Tonne Stahl sinkt dadurch um gut 70 Prozent. Den Werkstoff verarbeitet Kaldewei unter anderem in der limitierten Produktserie „Kaldewei nature protect“, bei deren Kauf die Kunden neben formschönen Badewannen, Duschflächen oder Waschtischschalen ein Zertifikat erhalten, das die CO2-Einsparungen im Vergleich zum Standardprodukten ausweist.

Mit der Resonanz auf die neue Linie ist Kaldewei-Marketingleiterin Yvonne Piu zufrieden: „Gerade im oberen Preissegment sehen wir bei unseren Kunden eine wachsende Bereitschaft, Nachhaltigkeitsaspekte in die Kaufentscheidung einzubeziehen. Diese Bereitschaft nutzen wir, um künftig stärker für nachhaltige Materialien zu werben. Wichtig sind klare Kennzeichnungen am Point of Sale und verständliche Informationen zu unseren Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die wir vor allem über unsere Öffentlichkeitsarbeit vermitteln.“

Der Einsatz von bluemint® Steel ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere eigenen CO2-Ziele zu erreichen.

Christian Graap, Technischer Geschäftsführer Kaldewei

bluemint® Steel: Auf dem Weg zur Klimaneutralität

Marie Jaroni

Perspektivwechsel: In Duisburg schaut Dr. Marie Jaroni, Head of Decarbonization & Sustainability, vom Besprechungsraum herüber auf das zehn Quadratkilometer große Gelände, das in den kommenden gut 20 Jahren Labor und Schrittmacher der Transformation zur klimaneutralen Stahlproduktion werden soll. Der entscheidende technologische Schritt wird dabei der Ersatz der kohlebasierten Hochöfen durch perspektivisch mit grünem Wasserstoff betriebenen Direktreduktionsanlagen sein. 2025 soll die erste Anlage den Betrieb aufnehmen.

Um diesen entscheidenden Meilenstein vorzubereiten, wird im Rahmen des vom Bund und Land NRW geförderten Verbundprojekts H2Stahl unter anderem eine Direktreduktions-Versuchsanlage installiert. Dort sollen wesentliche Verfahrensparameter untersucht werden, um einen reibungslosen Übergang auf die spätere Großanlage zu gewährleisten. Die Transformation von thyssenkrupp Steel nimmt damit die nächste Etappe.

Und mit bluemint® Steel erhalten die Kunden des Unternehmens schon heute die Möglichkeit, davon direkt zu profitieren.

„Wir bekommen ein sehr gutes Feedback auf unsere CO2-reduzierten Stähle“, sagt Marie Jaroni. „Und auch die Logik, die hinter dem Produkt steht, wird gut verstanden.“ So zahle sich gerade der bilanzielle Ansatz aus, durch den sich die realen CO2-Einsparungen im Hochofenprozess auf einen sauber abgegrenzten Teil des produzierten Stahls anrechnen lassen. „Dadurch können wir schon heute alle gewünschten Güten in bewährter Qualität mit vermindertem CO2-Fußabdruck anbieten und zudem garantieren, dass es auf Kundenseite keinerlei Umstellung bei bestehenden Fertigungsprozessen bedarf.“

Anwender SGB-Smit: CO2-reduziertes Elektroband für die Energiewende

Übergabe 1. bluemint-Mengen an SGB-SMIT

Möglichst zügig auf leistungsstarke und zugleich CO2-verminderte Stähle umstellen will auch das Regensburger Unternehmen SGB-Smit. Der Hersteller von Transformatoren unterstützt den Energieversorger E.ON beim Aufbau eines dezentralen Versorgungsnetzes, in dem der Anteil an Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen stetig steigt. Transformatoren spielen in der Energiewende eine zentrale Rolle, denn sie sorgen für die Umwandlung und Weiterleitung des Grünstroms. Damit dies möglichst verlustfrei geschieht, werden in den Trafos Hightech-Stähle verbaut, genauer gesagt: hocheffizientes kornorientiertes Elektroband der Marke powercore® von thyssenkrupp Steel.

„Wir gehören zu den wenigen Anbietern am Markt, die mit ihren Produkten die strengen Vorgaben der neuen EU-Ecodesign-Richtlinie zur Energieeffizienz erfüllen“, sagt Georgios Giovanakis, Geschäftsführer thyssenkrupp Electrical Steel. Diesen Wettbewerbsvorteil hat der Geschäftsbereich nun weiter ausgebaut: Einzig thyssenkrupp Steel bietet derzeit kornorientiertes Elektroband mit einem um 50 Prozent reduzierten CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Standardausführung an. Dazu wird im Hochofen ein bereits vorreduziertes Eisen – so genanntes Hot Briquetted Iron (HBI) – verwendet, was den Einsatz von Kohle vermindert.

Die ersten 50 Tonnen von bluemint® powercore® sicherte sich Trafo-Spezialist SGB-Smit. „Für uns ist es ein großer Mehrwert, dass die Spitzengüten von thyssenkrupp Steel jetzt auch CO2-reduziert erhältlich sind. Das ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Dekarbonisierung der Prozesskette Energie“, so Geschäftsführer Holger Ketterer. Um effektiv CO2 zu reduzieren, hat sich der Mittelständler zwei Ziele gesetzt: die Energieverluste in der Nutzungsphase der Trafos kontinuierlich weiter abzusenken und den CO2-Fußabdruck der Trafos selbst zu verkleinern. Holger Ketterer: „Beim ersten Ziel spielt uns die Energiewende in die Karten. Je mehr erneuerbarer Energien zum Einsatz kommen, desto geringer fallen die CO2-Emissionen aus Energieverlusten aus. Deswegen liegt unser Augenmerk schon heute klar auf der Klimawirkung der verwendeten Werkstoffe.“ Die ersten Einblasversuche von Wasserstoff im Hochofen und die von thyssenkrupp Steel angekündigte Umstellung auf Direktreduktion verfolgt SGB-Smit daher mit großem Interesse.

Unser Augenmerk liegt klar auf der Klimawirkung der verwendeten Werkstoffe.

Holger Ketterer, Geschäftsführer SGB-Smit

Wasserstoff: Treiber der Transformation

Wasserstoffleitung

„Wasserstoff wird von zentraler Bedeutung für die Stahlproduktion in Duisburg sein“, sagt Dr. Frank Ahrenhold, Leiter für nachhaltige Stahlerzeugung bei thyssenkrupp Steel. „Das Gas ist technologisch die einzige Möglichkeit, Kohle als Reduktionsmittel bei der Roheisenherstellung zu ersetzen. Und das mit dem Riesenvorteil, dass dann im Prozess Wasserdampf und kein CO2 mehr entsteht. Der Hebel zum Klimaschutz ist dadurch industrieübergreifend einzigartig: Mit einer Tonne Wasserstoff sparen wir 26 Tonnen CO2 ein.“ Um den stark steigenden Wasserstoffbedarf langfristig zu decken, kooperiert thyssenkrupp Steel bereits jetzt mit Partnern, um sich nationale und internationale Bezugsquellen zu sichern.

Parallel läuft eine Testreihe an, deren Ergebnisse weit über die Grenzen von Duisburg hinaus mit Spannung erwartet werden: der Einsatz von Wasserstoff im Direktreduktionsverfahren. Denn bislang werden die bereits in der Stahlproduktion eingesetzten DR-Anlagen mit Erdgas betrieben. „Eine zentrale Fragestellung in beiden Versuchsanordnungen ist, wie wir den Wasserstoff einblasen müssen, damit er effektiv mit dem Sauerstoff des Eisenerzes reagiert“, erklärt der Metallurge. Messtechnik wird insbesondere in der geplanten 20 Meter hohen DR-Versuchsanlage jeden einzelnen Stoffstrom und jede verwendete Eisenerzgüte überwachen. „Wir betreiben hier Grundlagenforschung, die wesentlich zur Transformation der weltweiten Stahlindustrie in Richtung Klimaneutralität beitragen wird.“

Anwender Hoffmann Neopac: Klimafreundliches Weißblech für Ricola-Kräuterzucker

Übergabe 1. bluemint-Mengen an Hoffmann Neopac

Auch in der Verpackungsindustrie stehen nachhaltige und umweltschonende Materialien hoch im Kurs. Das Schweizer Unternehmen Hoffmann Neopac gehört mit seinen recyclingfähigen Dosen und Tuben zu den mehrfach ausgezeichneten Vorreitern der Branche.

Mit bluemint® Steel setzt Hoffmann Neopac erneut auf eine Produktinnovation aus Stahl von thyssenkrupp. „Wir freuen uns, dass unser CO2-reduziertes Weißblech eines der bekanntesten Schweizer Exportprodukte verpacken und so effektiv vor Licht und Feuchtigkeit schützen wird – die Ricola Schweizer Kräuterzucker“, verrät Dr. Peter Biele, Geschäftsführer thyssenkrupp Rasselstein. Eine Liaison, die nach Ansicht von Martin Messerli, Chief Operating Officer von Ricola, gut zusammenpasst: „Die Kräuter für unsere Bonbonspezialitäten werden in den Schweizer Bergen angebaut und naturnah weiterverarbeitet. Diese naturnahe Herstellung ist eines unserer Markenversprechen. Für uns ist es im Sinne des Erhalts natürlicher Lebensräume folgerichtig, dass auch unsere Verpackungen immer nachhaltiger werden. bluemint® Steel ist ein weiterer Schritt in diese Richtung.“

Indem wir CO2-reduzierte Stähle beziehen und in der Produktion zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzen, helfen wir unseren Kunden dabei, eine emissionsfreie Wertschöpfungskette umzusetzen.

Mark Aegler, CEO Hoffmann Neopac AG

Marie Jaroni: Grünstahl-Definition erforderlich

Marie Jaroni im Werk

In Duisburg ist Marie Jaroni vor allem damit beschäftigt, die nächsten Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität zu planen. „Was wir jetzt zügig brauchen, ist eine branchenweite Definition von Grünstahl“, sagt die Strategin. „Sie wird uns dabei helfen, unsere zertifizierten Produkte von Alternativen am Markt abzugrenzen.“ Derweil gilt es, den Umbau von Europas größtem Hüttenwerk voranzutreiben. Marie Jaronis Terminkalender ist voll: Genehmigungsverfahren und Investitionszusagen werden festgezurrt, Gespräche mit Wasserstofflieferanten geführt, verfahrenstechnische Herausforderungen gelöst. Der Weg zum klimaneutralen Stahlwerk ist ein Mammutprojekt, das von allen Beteiligten viel Einsatz, Abstimmung und Veränderungsbereitschaft erfordert. Aber auch eines, für das sich der Einsatz lohnt. „Es ist unglaublich, was wir mit unserer Arbeit für einen Impact erzeugen können“, sagt Marie Jaroni. „Allein bei thyssenkrupp Steel sparen wir künftig 2,5 Prozent der CO2-Emissionen Deutschlands ein.“ Hinzu kommt: Jede Tonne bluemint® Steel hilft, die Emissionen in anderen Branchen zu senken. Mission Transition – in vollem Gange!

gekocht, gewalzt, veredelt – der Stahl-Podcast

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