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Probezeit bestanden

Probezeit bestanden

Mit zwei völlig unterschiedlichen Produkten hat sich thyssenkrupp Steel bei Toyota bewährt. Die gemeinsam weiterentwickelten Werkstoffe werden künftig in der Serienfertigung eingesetzt.

(Text: Judy Born
Fotos: thyssenkrupp Steel Europe Fotografie)

Ohne Zuhören geht es nicht. Wer seinen Partner mehr als nur zufriedenstellen möchte, muss sich in ihn hineinversetzen. Das gilt privat wie geschäftlich – und setzt ein hohes Maß an Vertrauen, Offenheit, Zuverlässigkeit und ein Bekenntnis zur gemeinsamen Sache voraus. So wie zwischen Toyota und thyssenkrupp.

Der japanische Autobauer, mit dem thyssenkrupp bereits seit vielen Jahren eine intensive Lieferbeziehung führt, suchte vor einem Jahr einen weiteren zuverlässigen Zulieferer speziell für die hoch anspruchsvolle Seitenwand seines Modells Corolla in Europa. Ins Blickfeld rückte ein Werkstoff des Stahlbereichs von thyssenkrupp. „Dabei handelt es sich um einen sehr weichen Tiefziehstahl, den wir für umformkritische Bauteile anbieten“, sagt Stefan Slawik, Key Account Manager für Toyota. Eine zusätzliche Zink-Eisen Legierungsschicht erhöht den Langzeit- Korrosionsschutz.

Um das Material sofort in Toyotas standardisierten Produktionsablauf integrieren zu können, wurde es zusätzlich mit einer Umformhilfe versehen. „Die Werkzeuge müssen nicht umgestellt werden, der Werkstoff ist sofort einsatzbereit und die Fertigung läuft problemlos weiter.“ Ganz so schnell hat sich der Partner aus Japan allerdings nicht überzeugen lassen.

Qualität im Dauertest
Seitenansicht (v. l.): Dr. Jürgen Schramm, Dr. Patrick Kuhn, Stefan Slawik, Hagen Pflugradt

Qualität im Dauertest

Der Duisburger Stahlkonzern musste sich erst einmal bewähren. „Um Gewissheit zu haben, dass der Werkstoff prozesssicher verarbeitet werden kann, haben wir eine mehrmonatige Testphase durchlaufen“, sagt Dr. Jürgen Schramm, der für den Produktmanagementbereich Oberfläche verantwortlich ist. „Die Seitenwand ist ein großes, von der Umformung her sehr komplexes Bauteil, das höchste Anspüche an die Oberfläche stellt. Wir haben ein konstantes Qualitätsniveau geliefert und die Probezeit erfolgreich bestanden.“ Und damit zugleich auch den Einsatz des Werkstoffs in weitere Toyota-Modelle europaweit ermöglicht.

Noch intensiver war die Zusammenarbeitbeim sogenannten DP 1200 – ein Werkstoff, der ebenfalls für das Europageschäft von Toyota bestimmt ist. Zur Strategie des weltweit zweitgrößten Autobauers gehört es, die benötigten Werkstoffe für seine Fabrikation möglichst lokal zu beziehen. Für Europa bedeutet das, so viel wie möglich über zuverlässige ansässige Lieferanten zu beziehen. „In diesem Fall handelt es sich um einen höherfesten Stahl für Strukturbauteile, etwa für Dach- und Türverstärkungen“, so Schramm. „Ein weiteres Produkt aus unserem Premiumsegment, das im Vergleich zu den weichen Tiefziehgüten für die Seitenwand über entgegengesetzte Eigenschaften verfügt.“

Stefan Slawik, Key Account Manager, Business Unit Automotive

Wir sind stolz, zusammen mit Toyota den DP 1200 in Serie zu bringen.

(Stefan Slawik, Key Account Manager, Business Unit Automotive)

Beim DP 1200 zeigt sich, dass ein bereits existierendes hochwertiges Produkt in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden auf jeweilige Bedarfe angepasst werden kann: indem man zum Beispiel die Festigkeit beibehält, aber die Streckgrenze verändert. „Wir hatten spezielle Anforderungen an den Werkstoff“, sagt Edip Özer Arman, Senior Engineer bei Toyota Motor Europe. „Damit sind wir auf die Stahl-Experten zugegangen und haben gemeinsam nach Lösungen gesucht.“ Slavik sagt: „Das Zeitfenster war eng, aber in nur zwei Jahren war die Entwicklungsphase beendet und der Werkstoff abgenommen.“

„Wir sind bereit, DP 1200 serienmäßig einzusetzen“, sagt Arman. Während dieser Zeit hat sich thyssenkrupp intensiv mit dem Kunden auseinandergesetzt – jeder Arbeitsschritt, jede Veränderung wurde genau erklärt und abgestimmt. Entscheidend für die schnelle, gelungene Umsetzung ist das gute Zusammenspiel zwischen Werkstofflieferanten und Kunden. „Unsere Beziehung basiert auf Vertrauen und Kompetenz, das macht uns als Partner so erfolgreich“, sagt Arman. Ein klares Bekenntnis zueinander ist eben auch im Geschäftsleben der Grundpfeiler einer erfolgreichen Partnerschaft.

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